ZUG: «Liebe verbindet, egal, woher man kommt»

Im Hof der Burg hängen grosse Filzbanner, die im Rahmen eines Kunstprojekts von 26 Jugendlichen gestaltet wurden. Initiiert hat das Projekt der gemeinnützige Verein Pure Felt – the Art of Empowerment.

Vanessa Varisco
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Sie alle haben an den Filzbannern mitgearbeitet. Diese hängen bis zum 12. Februar im Hof der Burg Zug. Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 18. Januar 2017)

Sie alle haben an den Filzbannern mitgearbeitet. Diese hängen bis zum 12. Februar im Hof der Burg Zug. Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 18. Januar 2017)

Vanessa Varisco

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Aus Filz gefertigt sind die zwei grossen Banner und stehen imposant vor den alten Gemäuern der Burg Zug. In Rot und Weiss haben die Jugendlichen jeweils ein Motiv auf jedem Banner gestaltet, auf einem ist ein Herz abgebildet, welches für die «Liebe» steht, auf dem anderen eine Sanduhr, welche die «Zukunft» symbolisiert. Auf der Rückseite der Kunstwerke sind alle Namen der beteiligten Jugendlichen aus Filz befestigt. Realisiert wurde dieses Projekt unter dem Titel «Ritter und Burgfräuleins». «Wir hatten viel Spass bei der Produktion dieser viereinhalb Meter langen Banner und haben ein halbes Jahr lang intensiv daran gearbeitet», berichtet Dianne Schepers vom Verein Pure Felt. «Und nun sind wir alle ausserordentlich stolz auf das Produkt.»

Das Kunstprojekt stellt einen Tribut an die unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge dar und soll auf die Schwierigkeiten und Hindernisse der langen Reise in die unbekannte Schweiz aufmerksam machen. Annähernd 100 000 Kinder und Jugendliche sind von diesem Schicksal jährlich betroffen. Insgesamt 26 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren haben an den Bannern mitgearbeitet, tatkräftig wurden sie dabei unterstützt von ihren Lehrerinnen der Kolbenacker Schule in Zürich und Dianne Schepers. Mit Brainstorming wurden Motive gesammelt und in einem folgenden Schritt umgesetzt. «Das Motiv der Liebe hat den grössten Anklang gefunden. Liebe verbindet, egal, woher man kommt», findet Dianne Schepers.

Seit Mittwochabend können nicht nur die Jugendlichen das Resultat ihrer Arbeit vor der Burg bestaunen. «Ich finde dieses Projekt unglaublich spannend, bin begeistert von der tollen Arbeit, und es freut mich, dass sie nun vor der Burg ausgestellt werden kann», erklärt Marco Sigg, Direktor der Burg Zug. Damit die Jugendlichen einen Bezug zur Burg bekommen, erhalten sie eine Führung durch das rund eintausend Jahre alte Gebäude. Neugierig stellen die Jugendlichen Fragen, schlüpfen begeistert in ein nachgebildetes Kettenhemd und bewundern die Tapeten, die kunstvollen Vertäfelungen und die dicken Mauern der Burg. Jede Menge Geschichte steckt in der Burg Zug, welche sich im Laufe der Jahrhunderte in einem steten Wandel befunden hat, wie Marco Sigg weiss. Gebannt folgen die Jugendlichen den Ausführungen und steigen vergnügt immer höher in den Turm. Im obersten Stock erwartet sie schliesslich eine Bildpräsentation vom Produktionsprozess. «Es war eine tolle Erfahrung und ein Traum, der wahr geworden ist», meint Dianne Schepers. In diesem Jahr werden die einzigartigen Banner in verschiedenen Schlössern und Burgen der Schweiz aufgestellt und damit sicherlich noch viele Besucher begeistern.