ZUG: Märchenhafter Eiskunstlauf aus Russland

Zum dritten Mal war das russische Eisballett in der Schweiz zu bestaunen. Mit einer enormen Kostümvielfalt und faszinierendem Lichterspiel wurde das Publikum verzaubert.

Drucken
Teilen
Mit viel Farbe und Licht führte das russische Eisballett den «Nussknacker» in Zug auf. (Bild Stefan Kaiser)

Mit viel Farbe und Licht führte das russische Eisballett den «Nussknacker» in Zug auf. (Bild Stefan Kaiser)

Vanessa Varisco

Vor imposantem Bühnenbild gleiten die Eiskunstläufer des russischen Staatsballetts scheinbar schwerelos übers Eis. «Es ist unglaublich, wie mühelos die Künstler sich auf dem rutschigen Untergrund bewegen. Jeder Sprung, jede Pirouette sitzt. Das beeindruckt mich am meisten, denn wenn ich mich selber auf den Schlittschuhen versuche, kämpfe ich immer unheimlich», erklärt Sophia Weimann aus Cham. Sie ist nicht die Einzige, die sich beeindruckt zeigt. Sobald das Licht ausgeht und die Tänzer auf dem Eis erscheinen, wird es augenblicklich mucksmäuschenstill, und das Publikum beobachtet die ausserordentliche Show gebannt.

Zum dritten Mal war das russische Eisballett in der Schweiz zu bestaunen. (Bild: Stefan Kaiser)
10 Bilder
Mit einer enormen Kostümvielfalt und faszinierendem Lichterspiel wurde das Publikum verzaubert. (Bild: Stefan Kaiser)
Anlass für die Tournee durch Europa ist der 175. Geburtstag von Pjotr Tschaikowsky. (Bild: Stefan Kaiser)
Vor imposantem Bühnenbild gleiten die Eiskunstläufer des russischen Staatsballetts scheinbar schwerelos übers Eis. (Bild: Stefan Kaiser)
Das Eisballett aus St. Petersburg hat rund 30 Shows absolviert und gibt an der Derniere in der Zuger Bossard-Arena noch einmal Vollgas. (Bild: Stefan Kaiser)
«Man muss sich vorstellen: 80 Künstler sind angereist, und im Gepäck haben sie um die 800 Kostüme. Es ist ein riesiger Aufwand, der hier betrieben wird», weiss Organisator Silvano Monn zu berichten. (Bild: Stefan Kaiser)
Gemeinsam mit Cornelia Tiedemann hat er «Nussknacker on ice» nach Zug geholt. (Bild: Stefan Kaiser)
«Die Tänzer freuen sich immer unheimlich, wenn ich ihnen am nächsten Tag Fotos aus der Zeitung mitbringe. Es sind durchweg nette und dankbare Leute», findet Tiedemann. (Bild: Stefan Kaiser)
Auf dem Eis bietet sich dem Publikum eine atemberaubende Show. (Bild: Stefan Kaiser)
Die Variation an Kostümen, Farben, Sprüngen und Pirouetten scheint keine Grenzen zu kennen. Auch untereinander harmonieren die Künstler perfekt, völlig synchron tanzen sie nebeneinander und erzählen dabei ganz ohne Worte die märchenhafte Geschichte des «Nussknackers». (Bild: Stefan Kaiser)

Zum dritten Mal war das russische Eisballett in der Schweiz zu bestaunen. (Bild: Stefan Kaiser)

Tschaikowskys Geburtstag

Anlass für die Tournee durch Europa ist der 175. Geburtstag von Pjotr Tschaikowsky. Das Eisballett aus St. Petersburg hat rund 30 Shows absolviert und gibt an der Derniere in der Zuger Bossard-Arena noch einmal Vollgas. «Man muss sich vorstellen: 80 Künstler sind angereist, und im Gepäck haben sie um die 800 Kostüme. Es ist ein riesiger Aufwand, der hier betrieben wird», weiss Organisator Silvano Monn zu berichten. Gemeinsam mit Cornelia Tiedemann hat er «Nussknacker on ice» nach Zug geholt. «Die Tänzer freuen sich immer unheimlich, wenn ich ihnen am nächsten Tag Fotos aus der Zeitung mitbringe. Es sind durchweg nette und dankbare Leute», findet Tiedemann.

Auf dem Eis bietet sich dem Publikum eine atemberaubende Show. Die Variation an Kostümen, Farben, Sprüngen und Pirouetten scheint keine Grenzen zu kennen. Auch untereinander harmonieren die Künstler perfekt, völlig synchron tanzen sie nebeneinander und erzählen dabei ganz ohne Worte die märchenhafte Geschichte des «Nussknackers». Dabei spielen sie mit dem Licht. Violett, Blau, Grün – in jedes Licht werden sie einmal getaucht. Doch richtig spektakulär wird es, als das Licht vollkommen wegfällt. «Der schönste Moment für mich war, als die Schmetterlinge durch die Dunkelheit schwebten», sagt Caroline Weimann in der Pause. Denn im Dunkeln haben sich die Künstler Mäntel mit fluoreszierender Farbe übergezogen und flattern so übers Eis. «Ich habe den Eintritt für diese Show zu Weihnachten geschenkt bekommen und bin überwältigt», erörtert sie weiter.

Hinter der Bühne, ganz abseits vom Tumult, ist es still. Konzentriert gehen die Künstler hin und her, schlüpfen eilig in Kostüme und lassen sich neu schminken. Denn obwohl es so leicht scheint – es erfordert trotzdem höchste Aufmerksamkeit, um Fehler zu vermeiden.

In der Pause wird das Bühnenbild gewechselt, jetzt wird es noch winterlicher. Einige Schneeflocken fallen aufs Eis, es glitzert überall. Die weltberühmte Musik von Tschaikowsky hilft den Tänzern, nur mit ihrer Körpersprache die verschiedensten Empfindungen auszudrücken – von verträumt über beschwingt bis hin zu verängstigt, jede Emotion findet in diesem zweiaktigen Stück Platz. Und genau deshalb jagt sie nicht nur den vielen Kindern, welche die Show angezogen hat, Gänsehaut über den Rücken, sondern ist mindestens so sehenswert für Erwachsene: eine beispiellose Show des einzigen Eisballetts der Welt.