ZUG: «Man muss ja das Strassenbild optisch aufbessern»

Schön farbig und klein präsentierten sich zahlreiche Minis auf dem Stierenmarktareal. Wobei die Besitzer so originell wie die Autos waren.

Susanne Holz
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Der Mini mit Kunstrasen auf dem Dach zieht die Blicke auf sich. Patricia Winiger und Marlis Kneubühler bestaunen das Fahrzeug. (Bild Stefan Kaiser)

Der Mini mit Kunstrasen auf dem Dach zieht die Blicke auf sich. Patricia Winiger und Marlis Kneubühler bestaunen das Fahrzeug. (Bild Stefan Kaiser)

Ben Honermann aus Luzern ist Minifan. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
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Patricia Winiger und Marlis Kneubühler bestaunen den Mini mit einer Wiese auf dem Dach. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
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Pascal Ramseier (links) und Andreas Wenger am Fachsimpeln. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
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Ben Honermann aus Luzern ist Minifan. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wer wissen möchte, was einen Mini so ausmacht, der muss sich nur an den Besitzer eines solchen wenden. Dazu bestand gestern reichlich Gelegenheit: beim nationalen Mini-Meeting auf dem Stierenmarktareal, organisiert vom Mini Club Luzern, der dieses Jahr sein 35-Jahr-Jubiläum feiert. Rund 150 stolze Besitzer sind mit ihren Minis vorgefahren, zugelassen sind nur die klassischen Modelle, die zwischen 1959 und 2000 gebaut wurden, bevor der BMW-Konzern die britische Automarke übernahm. Nadine Bühler aus Scheuren im Kanton Bern fährt einen Mini Cooper 1275 – gebaut ist er 1994 und ist somit drei Jahre jünger als seine 23-jährige Besitzerin.

Blümchen, Frösche und Schnecken

«Ich wollte schon immer einen Mini», stellt Nadine klar, «vor allem wegen des schönen Aussehens.» Dann zählt die junge Frau die zwei wichtigsten Vorteile ihres zierlichen Autos auf: «Man kann ihn quer einparkieren.» Und: «Er fährt wie eine Rakete.» Doch Nadine Bühlers Mini hat noch mehr zu bieten, nämlich ein ganz und gar aussergewöhnliches Styling. Eigentlich hat man solch ein Auto noch gar nie gesehen, es könnte einem Kinderbuch oder einem Fantasy-Film entsprungen sein. Auf dem Dach des schwarzen Minis spriesst ein grüner Rasen, darauf blühen zart die Margeriten. Diese Blümchen korrespondieren mit weit grösseren ihrer Art, die rundum den Lack des lustigen Gefährts verschönern. Und auch im Innern des schwarz-bunten Winzlings wuchert es: Auf der vorderen Ablage wächst ein Rasen um ein blechernes Schild mit der Aufschrift «Nadine». Braune Schnecken und grüne Frösche vergnügen sich zwischen kleinen Bäumchen, aus welchem Material auch immer. Cooler Kontrast dazu: der AC/DC-Aufkleber auf der Heckscheibe.

«Das Hobby ist Berufung»

Ziemlich cool ist auch Urs Windlin aus Ottenhusen im Kanton Luzern. Der 49-Jährige ist mit seinem roten Austin 7850, Baujahr 1965, da. Es ist sein Lieblingsmodell und ist zugleich so alt wie er selbst. «Der Mini hat Weltgeschichte geschrieben», sagt Urs Windlin. «Er hat einen geringen Verbrauch, ein Gesicht – man denke an die runden Scheinwerfer –, und er ist sehr wendig, ein legaler Gokart eben.» Der Pöstler im Hauptberuf findet: «Der Mini ist eine Lebenseinstellung.» Seine Hobbys seien Minis und sein Töff. Urs Windlin steht zwischen Kisten an Ersatzteilen, die er mitgebracht hat, kümmert er sich doch in seiner Freizeit um die Maxi-Brockenstube «Mini Gate 13». «260 Minis sind schon durch meine Hände gegangen, sie wurden gekauft, verkauft, selber gefahren oder ausgeschlachtet.» Persönlich fahre er meistens drei spezielle Modelle und ein Alltagsauto gleichzeitig. «Dieses Hobby ist auch eine Berufung», lacht der 49-Jährige. «Man muss ja das Strassenbild optisch aufbessern.»