ZUG: Manuela Weichelt: «Für mich bist du auch ein verirrtes Schaf»

Die SVP der Stadt Zug lud am vergangenen Freitag zu ihrem 25-Jahr-Jubiläum. Mit Roger Köppel als Gastreferent und Manuela Weichelt als Gast waren Rednerpult wie Zuhörer hochkarätig besetzt.

Charly Keiser
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Beehren die Stadtzuger SVP beim 25-Jahr-Jubiläum: Roger Köppel, Manuela Weichelt und Hans Durrer. (Bild: Charly Keiser (Zug, 19. Mai 2017))

Beehren die Stadtzuger SVP beim 25-Jahr-Jubiläum: Roger Köppel, Manuela Weichelt und Hans Durrer. (Bild: Charly Keiser (Zug, 19. Mai 2017))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Exakt 25 Jahre sei es her, dass die SVP der Stadt Zug im Saal des Restaurants Löwen in Zug gegründet worden sei, sagte der SVP-Präsident der Stadt Zug, Philip C. Brunner, am letzten Freitag nach der Begrüssung und Aufzählung der Gäste zum Jubiläumsanlass im Saal des «Brandenbergs».

Dannzumal hätten Mitglieder der CVP und FDP auf dem Landsgemeindeplatz argwöhnisch beobachtet, wer in den «Löwen»-Saal marschiert ist – dieser war dann letztlich «proppenvoll».

Konkurrenz sitzt am Tisch

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Freitag auch der Saal im «Brandenberg». Doch im Gegensatz zu 1992 sass in diesem Jahr die politische Konkurrenz an den Tischen. So sind nebst SVP-Bauchef André Wicki auch Stadtpräsident Dolfi Müller (SP), Vroni Straub (CSP), Karl Kobelt (FDP) und Urs Raschle (CVP) anwesend. Geladen und erschienen sind auch der höchste Stadtzuger Hugo Halter (CVP), Stadtweibelin Gabriela Kottmann,­Benny Elsener, städtischer CVP-Fraktionschef und Parteipräsident Stefan Moos (FDP-Fraktionschef) sowie Patrick Mollet (FDP-Parteipräsident).

Doch nicht nur das: Mit Thomas Aeschi und Roger Köppel waren zwei SVP-Nationalräte und mit Stephan Schleiss und Heinz Tännler die beiden Zuger SVP-Regierungsräte sowie mit Frau Landammann Manuela Weichelt-Picard (ALG) die Regierungschefin zugegen. Mit Margit Moser-Szeless feierte auch die Zuger SVP-Bundesrichterin das Jubiläum der Ortssektion. «Weltwoche»-Chef Roger Köppel gratulierte den Stadtzugern und staunte ob dem «who is who» von Zug, das anwesend war. «Ich bin beruhigt, dass die Türen verriegelt sind», witzelte er und erzählte die Geschichte seiner ersten Nationalratsrede, bei der die – in der Stadt Zug geborene – SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga zusammen mit ihrer Fraktion den Saal verliess.

Finanzdirektor Heinz Tännler dankte den Hauptorganisatoren Theo Biedermann, Philip C. Brunner, Raphael Tschan sowie Hauptsponsor und Ehrenpräsident Hans Durrer.«Die jetzige SVP-Politikgeneration steht auf dem Fundament der alten Garde», sagte er. Mit Argwohn beobachte der Rest des Kantons die Stadt Zug, die anderen Stände den Kanton Zug und Europa die Schweiz. «Zu wenig werden die Anliegen der Stadt und des Kantons Zug sowie der Schweiz respektiert», betonte Tännler und sagte: «Es lebe die SVP des Kantons und der Stadt Zug.»

Vom gemeinsamen Rötel-Essen

Er habe seine «Freundin der letzten Wahlen» eingeladen, begann Durrer seinen Gruss an die Anwesenden und zwinkerte Frau Landammann Weichelt zu. Durrer erzählte, warum aus ihm von einem EWR-Befürworter ein EWR-Gegner geworden sei und versprach: «Wenn wir über einen Rahmenvertrag mit der EU abstimmen müssen, ziehe ich als Wanderprediger durchs Land, um dagegen anzukämpfen.» Durrer verriet, wie er Weichelt beim Rötel-Essen schätzen gelernt habe und zu ihr sagte: «Du bist ein verirrtes Schaf.» Mit einem Blick zum damals anwesenden Bischof von Basel ergänzte er: «Gälled Sie, Herr Bischof. Man muss verirrte Schafe immer wieder versuchen, zur Herde zurückzubringen.» Weichelt lachte und sagte schlagfertig: «Weisch Hans, für mich bist du auch ein verirrtes Schaf.»

Auf die Reden folgte stehend das Singen der ersten drei Strophen des Schweizerpsalms. Es zeigte sich, dass nicht nur Schweizer Spitzensportler den Text der Nationalhymne nicht auswendig können.