ZUG: Massgeschneidertes aus Zucker

Sarah C. Bachmann hat ein Hobby zum Beruf gemacht. Die studierte Ökonomin entzückt ihre Kundschaft mit Zuckersüssem. Analytisch denkt sie trotzdem noch.

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Sarah C. Bachmann und ihre Cupcakes. Eine süsse Erfolgsstory mit Herz. (Bild Maria Schmid)

Sarah C. Bachmann und ihre Cupcakes. Eine süsse Erfolgsstory mit Herz. (Bild Maria Schmid)

Susanne Holz

Man erwartet es eigentlich nicht, wenn man den beschaulichen Lauriedhofweg im Zuger Guthirt-Quartier entlanggeht: das kleine Ladenlokal namens Sugar Couture, in dessen Schaufenster Cupcakes und Torten um die Wette leuchten. Andererseits aber scheint die zeitvergessene «Zuckerbäckerei» ganz gut in die friedliche Ruhe dieser Zuger Ecke zwischen Stadt und Land zu passen.

Torten, Cookies und Cupcakes

Sarah C. Bachmann liebt diese Gegend: Die gebürtige Luzernerin hat mal sieben Jahre hier gewohnt und bezeichnet sie als «meine Heimat». Heute wohnt die 37-Jährige zwar zusammen mit ihrem Mann in der Baarerstrasse – im Lauriedhofweg 3 verbringt sie dennoch sehr viel Zeit. Hier dekoriert und verkauft sie Torten, Cookies und vor allem Cupcakes. Hier unterrichtet sie zudem andere in der hohen Kunst der zuckersüssen Dekoration. Sarah C. Bachmanns Tage in der Sugar Couture sind oft sehr lang. Was der Jungunternehmerin aber nichts ausmacht, weil sie genau hier ihren Traum verwirklicht hat. «Ich wollte immer schon gerne ein eigenes Geschäft», erzählt Zugs Zuckerfee, «wusste aber lange nicht, was für eines.» Zuckerfee wird sie heute genannt, weil ihre Leidenschaft fürs Kochen und Backen und auch fürs Bewirten von Gästen sie schliesslich zum süssen Geschäft mit den Cupcakes geführt hat.

Eigentlich hatte ja schon ihr Urgrossvater vor vielen Jahren eine eigene Bäckerei – in Luzern. Das war der jungen Frau aber noch gar nicht bewusst, als sie nach der Berufsmatura erst mal den Bachelor in Business Administration machte, bei einer Bank im Finanz- und Marketingbereich arbeitete und anschliessend fünfeinhalb Jahre in einer internationalen Firma mit Zahlen jonglierte.

Im Sommer 2010 wünschte sich die frisch Verheiratete auch eine berufliche Veränderung: Sie schrieb sich an der Uni für Rechtswissenschaften ein. Schnell habe sie aber gemerkt: «Das ist nicht das, was mir gefällt.» Ihr Mann habe zu ihr gesagt: «Lass dir Zeit.» Es sollte aber nicht lange dauern, bis Sarah C. Bachmann sich entschied, aus einem Hobby eine Profession zu machen. «Wir hatten immer schon gerne Gäste im Haus, die ich bekoche und bewirte. Irgendwann meinten dann die Gäste, für so viel Engagement eigentlich etwas bezahlen zu müssen.» So sei die Idee mit dem Catering und den professionellen Tafelrunden im eigenen Heim entstanden. Beides bietet die passionierte Köchin auch heute noch an.

Zum Hauptgeschäft jedoch hat sich das 2013 eröffnete Ladenlokal Sugar Couture und damit verbunden das Herstellen von massgeschneiderten Cup­cakes entwickelt. Im Rahmen ihrer 2012 gegründeten «Rundumgenuss GmbH» kreiert und bäckt Sarah C. Bachmann Cupcake um Cupcake, Torte um Torte. Die Ideen scheinen ihr nie auszugehen. Zugs Zuckerfee schneidert ihr Gebäck passend zu Weihnachten, Halloween oder Ostern. So ziert den einen Cup­cake eine schwarze Spinne, den anderen ein gelbes Häschen.

Auch die Bäckerin selbst legt Wert auf ein passendes Outfit. Im Winter steht sie in einer massgeschneiderten Kochbluse in Schwarz hinter der bunt schimmernden Kühltheke, im Sommer ist die Bluse rosa oder violett. In den Haaren trägt die Selfmade-Konditorin stets ein schmückendes Headpiece. Hier merkt man der Zuckerfee die Marketing-Expertin an.

Analytisch, kreativ und zugewandt

Sie könne für ihren Traumjob sowohl ihre analytische als auch ihre kreative Seite gut gebrauchen, so die 37-Jährige. «Es kommt aber noch eine dritte Komponente hinzu: Ich höre den Kunden gerne zu, gehe auf sie ein, lese zwischen den Zeilen. Sind die Kunden glücklich, bin ich es auch.» Bei Sarah C. Bachmann bestellen die Kunden entweder via E-Mail oder über den Laden. Nostalgie und Moderne treffen sich.

«Ich habe mein Geschäft praktisch über Facebook aufgebaut», sagt die erfolgreiche Unternehmerin. Und erzählt gleich darauf, dass bereits ihre Eltern gerne Gäste bewirtet hätten und sie selbst schon als Kind den Kochlöffel geschwungen habe: «Rückblickend macht alles einen Sinn – mein Weg führte hierher, und meine Marketingkenntnisse möchte ich nicht missen.»

Genauso wenig möchten vermutlich die vielen Kantischüler, die inzwischen einen grossen Teil ihrer Laufkundschaft ausmachen, die Cupcakes der Zuckerfee missen. Sie biete den Kunden gerne ein individuelles Erlebnis, sagt Zugs Zuckerfee. Süsse Couture mit Köpfchen eben.

Hinweis

www.sugarcouture.ch

Sarah C. Bachmann in ihrem Laden. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Sarah C. Bachmann in ihrem Laden. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)