ZUG: Mehr Konkurseröffnungen im Kanton Zug

Im Jahr 2015 hat das Kantonsgericht des Kantons Zug 434 Konkurse eröffnet. Bei nicht ganz der Hälfte ist keine Überschuldung, sondern ein Organisationsmangel die Ursache für die Anordnung einer konkursamtlichen Liquidation.

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Im Kanton Zug wurden letztes Jahr gegen 434 Firmen Konkurse eröffnet. (Symbolbild Keystone)

Im Kanton Zug wurden letztes Jahr gegen 434 Firmen Konkurse eröffnet. (Symbolbild Keystone)

Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Zug 434 Konkurse neu eröffnet, das sind 32 Verfahren mehr als im Vorjahr. Davon sind 204 (Vorjahr: 197) auf einen Organisationsmangel gemäss den Bestimmungen des Obligationenrechts zurückzuführen. Somit hatten im Jahr 2015 insgesamt 230 Verfahren, also gut die Hälfte, ihren Ursprung im Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG); im Jahr 2014 waren es 205.

Der Gesamtbetrag der zu Verlust gekommenen Forderungen, für welche im Jahr 2015 ein Verlustschein ausgestellt wurde, erhöhte sich auf 775 850 974 Franken; im Jahr 2014 waren es noch 287 263 275 Franken. Die sehr hohe Verlustsumme von 775 850 974 Franken ist auf einzelne wenige im Jahr 2015 abgeschlossene Verfahren mit hohen Verlustbeträgen zurückzuführen.

Sehr viele Verfahren wegen Organisationsmängeln

Von den neu eröffneten Konkursen entfielen 400 Verfahren auf im Handelsregister eingetragene Firmen und Personen. Davon wurden 112 Verfahren aufgrund einer ordentlichen Betreibung eröffnet. 204 Konkurseröffnungen (Vorjahr: 197) hatten ihre Ursache in einem Organisationsmangel. Ein solcher liegt vor, wenn die Organisation einer Gesellschaft hinsichtlich ihrer Verwaltung, Vertretung oder der Revision nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht und dies zur konkursamtlichen Liquidation führt, falls der Mangel nicht rechtzeitig behoben wird.

Zusätzlich zu den vom Kantonsgericht eröffneten Konkursverfahren, wurden sieben Konkurse, welche von ausländischen Gerichten über Gesellschaften mit Sitz im Ausland eröffnet worden sind, auf das Gebiet der Schweiz ausgedehnt. Im Vorjahr gab es nur einen solchen Fall.

In vier Fällen erfolgte die Konkurseröffnung aufgrund der Insolvenzerklärung einer natürlichen Person. Im Vorjahr verlangten neun im Handelsregister nicht eingetragene Personen die konkursamtliche Liquidation ihres Vermögens.

Für 30 (Vorjahr: 38) von den Erben ausgeschlagene Erbschaften ordnete das Kantonsgericht Zug die Liquidation durch das Konkursamt an.

Zusammen mit den aus dem Jahr 2014 übernommenen 339 pendenten Verfahren, ergaben die 434 neu eröffneten Konkurse insgesamt 773 im Jahr 2015 zu behandelnde Konkursverfahren. Im Jahr 2014 waren es noch 700.

Von den 773 zu behandelnden Konkursverfahren wurden 121 (Vorjahr: 110) Konkurse nach durchgeführtem Verfahren geschlossen. 268 Verfahren gelangten nicht zur Durchführung und wurden mangels Aktiven eingestellt; im Vorjahr waren es noch 226. In sieben Fällen erfolgte ein Widerruf des Konkursverfahrens, nachdem sämtliche Forderungen getilgt oder von den Gläubigern zurückgezogen wurden. Dies sind acht Konkurswiderrufe weniger als im Vorjahr. Insgesamt 21 Konkurseröffnungen (Vorjahr: 10) wurden mittels Beschwerde erfolgreich angefochten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden mit 356 pendenten Verfahren 17 mehr auf das neue Jahr übertragen.