ZUG: Mehr Licht auf Zuger Fussgängerstreifen

Auf dem Kantonsstrassennetz hat die Zahl der Personenunfälle auf Fussgängerstreifen in den letzten fünf Jahren zwar abgenommen. Um die Übergänge in Zukunft aber noch sicherer zu gestalten, will der Kanton Zug die «Zebrastreifen» weiter optimieren.

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Die Zuger Fussgängerstreifen sollten besser beleuchtet werden. Im Bild ein gutes Beispiel: Fussgängerstreifen auf der Sinserstrasse bei der Heiligkreuzstrasse in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Zuger Fussgängerstreifen sollten besser beleuchtet werden. Im Bild ein gutes Beispiel: Fussgängerstreifen auf der Sinserstrasse bei der Heiligkreuzstrasse in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Vor gut zwei Jahren machte das Thema landesweit Schlagzeilen: die Häufung von Personenunfällen auf Fussgängerstreifen. Obwohl sich das Phänomen im Kanton Zug nicht beobachten liess, beschloss die Bau- und Sicherheitsdirektion Anfang 2012, die Fussgängerstreifen im Bereich der Zuger Kantonsstrassen von externen Fachleuten überprüfen zu lassen.

Insbesondere sollte die Beleuchtung der «Zebrastreifen» unter die Lupe genommen werden. Denn die Lichtverhältnisse sind für die Sicherheit an diesen neuralgischen Stellen ganz entscheidend, speziell in den Wintermonaten und bei schlechter Witterung. Nun liegen die Ergebnisse vor. Baudirektor Heinz Tännler und Sicherheitsdirektor Beat Villiger präsentierten die Befunde am Dienstag im Rahmen einer Medienkonferenz.

Aktuelle Beleuchtung kein Sicherheitsrisiko

Die beauftragten Fachleute untersuchten im vergangenen Jahr alle 325 Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen sowie jene 133 Übergänge auf Gemeindestrassen, die sich im Einmündungsbereich von Kantonsstrassen befinden. Demnach entsprechen rund 60 Prozent der insgesamt 458 Fussgängerstreifen den Normen, die im Strassenbau zu beachten sind. Die übrigen 183 Übergänge weichen laut Expertenbericht in einzelnen Punkten von den Planungsvorgaben ab. Jedoch handle es sich laut Baudirektor Heinz Tännler bei den Normabweichungen nicht um Sicherheitsrisiken. Vielmehr gebe es bei den betreffenden Fussgängerstreifen noch Möglichkeiten, die Beleuchtung zu optimieren. Etwa durch einen Austausch der Lampen oder eine bessere Ausrichtung der Beleuchtung.

Beleuchtung in keinem Zusammenhang mit Unfällen

Dass die Fussgängerstreifen entlang der Kantonsstrassen kein Sicherheitsproblem darstellen, gehe auch aus den statistischen Zahlen der Zuger Polizei hervor: Diese zeigen, dass sich an den markierten Übergängen in den letzten fünf Jahren immer weniger Unfälle mit Personenschaden ereignet haben. Die Ursachen der registrierten Kollisionen sind laut Sicherheitsdirektor Beat Villiger sehr vielfältig. Es lasse sich aber kein Zusammenhang mit der Beleuchtung am jeweiligen Fussgängerstreifen erkennen.

Präventiv handeln

Dennoch wollen die Direktionen präventiv handeln. So werden gemäss Tännler an 50 Streifen entlang der Kantonsstrassen noch in diesem Jahr Sofortmassnahmen ergriffen – etwa die Leuchtstärke optimieren, die Reflektoren besser einstellen oder die Höhe der Lampen verändern. Für weitere 36 Standorte mit Beleuchtungsmängeln bestehen bereits Sanierungsprojekte, die in den kommenden Jahren ausgeführt werden.

Ganzheitliches Sanierungsprogramm

Bei den restlichen 97 Fussgängerstreifen mit Optimierungspotenzial will die Baudirektion umfangreichere Massnahmen ergreifen. Darunter zählt etwa das Versetzen von Kandelabern. Die Baudirektion will solche Massnahmen im Rahmen der laufenden Sanierungen realisieren. «Wir sind ja schon seit 2006 daran, die Fussgängerstreifen wo nötig auch verkehrstechnisch zu verbessern, sprich: die Sichtweiten zu vergrössern, Mittelinseln zu bauen oder die Signalisation zu optimieren. Es macht deshalb Sinn, die umfangreicheren Beleuchtungsarbeiten in dieses Sanierungsprogramm zu integrieren», so Baudirektor Heinz Tännler.

pd/nop