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ZUG: Milliardär empfängt Zuger Links-Politikerin

Der Glencore-Chef gilt als verschwiegen und öffentlichkeitsscheu. Jetzt lädt er eine seiner schärfsten Kritikerinnen zum Gespräch. Dabei geht es auch um Geld.
Ernst Meier
Glencore-Chef Ivan Glasenberg. (Bild: Keystone/EPA (Archiv))

Glencore-Chef Ivan Glasenberg. (Bild: Keystone/EPA (Archiv))

Die Stadt Zug soll 100'000 Franken von ihren Steuereinnahmen an Hilfswerke in Rohstoffländer spenden. Das fordert die Zuger Grüne Jolanda Spiess-Hegglin. Kurz vor Weihnachten reichte sie eine Einzelinitiative im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug ein. Noch ist nicht klar, ob das Stadtparlament dem Vorschlag zustimmt. Trotzdem sorgt die Einzelinitiative bereits für Schlagzeilen: Der sonst öffentlichkeitsscheue Glencore Xstrata-Chef Ivan Glasenberg will nämlich zum Vorstoss Stellung nehmen. Er hat Jolanda Spiess-Hegglin zu einer Unterredung am Firmensitz in Baar eingeladen. Es ist das erste Mal, dass Glencore Xstrata eine Vertreterin der Alternative – die Grünen empfängt.

Folge des Börsengangs

Der politische Vorstoss ist die Zuger Antwort auf eine Solidaritätsaktion im Säuliamt: Dort haben die Einwohner von fünf Zürcher Gemeinden entschieden, Geld, welches sie aus dem Börsengang von Glencore erhalten haben, Hilfswerken zu spenden. 400'000 Franken kommen so Abbauländern zu Gute. Schon damals reagierte Glasenberg irritiert. Er wandte sich per Brief an die Initianten.

Die Öffnung gegenüber kritischen Stimmen könne man als Folge des Börsengangs von 2011 bezeichnen, sind sich Branchenkenner einig. An Glencore Xstrata sind heute grosse Staatsfonds beteiligt. Gleichzeitig will der Rohstoffkonzern auch für kleinere Anlageprodukte, in die Pensionskassen investieren, attraktiv bleiben. Und diese dürfen sich nur beteiligen, wenn das Unternehmen in Sachen Ethik und Nachhaltigkeit bestimmte Vorschriften erfüllt.

Mehrere Gesprächsthemen

Die Glasenberg-Einladung für Februar hat Jolanda Spiess-Hegglin ohne Zögern angenommen. «Ich habe die Bedingung gestellt, dass ich einen Parteikollegen sowie einen Vertreter einer Nichtregierungsorganisation zum Gespräch mitnehme», sagt die 33-Jährige. Sie wolle neben den Arbeitsbedingungen in den Abbauländern auch Glencores Millionensaläre sowie die Rolle des Konzerns in Baar thematisieren. «Ich bin gespannt, wie Ivan Glasenberg rechtfertigt, dass seine Firma auf Kosten der Ärmsten der Welt Gewinne in Milliardenhöhe schreibt.»

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