ZUG: Mit der Kollegin zur Schule statt mit Mamis Auto

Kinder im Hertiquartier sollen den Weg zur Schule zu Fuss bestreiten, so will es ein Pilotprojekt in der Stadt Zug. Eine erste Bilanz fällt positiv aus.

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Kinder laufen in Gruppe - begleitet von einer erwachsenen Person - zum Kindergarten. (Bild: PD)

Kinder laufen in Gruppe - begleitet von einer erwachsenen Person - zum Kindergarten. (Bild: PD)

Im Zuger Hertiquartier gehen Kinder in einer Gruppe zu Fuss ihren Weg zur Schule bzw. dem Kindergarten und werden dabei von einer erwachsenen Person begleitet. Dies geschieht im Rahmen des Projekts Pedibus, Schulbus auf Füssen. Auf diese Weise sollen die Kinder nicht mehr von ihren Mamis zur Schule gebracht werden, wie die Stadt Zug in einer Mitteilung schreibt. Zudem lernen die Kinder den richtigen Umgang mit Gefahren im Strassenverkehr.

Umgesetzt wurde das Projekt von Eltern und Lehrern des Herti-Quartiers in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Soziokultur der Stadt Zug, nachdem bekannt wurde, dass in diesem Schuljahr 20 Kinder aus dem Hertiquartier aus Platzgründen in den Kindergarten im Schulhaus Letzi eingeteilt wurden. «Der Schulweg für diese Kinder ist nun deutlich länger und führt über die stark befahrene St. Johannesstrasse», sagt Claudia Kaplan von der Gruppe. «Wir wollten den Eltern eine Lösung bieten, damit sie ihre Kinder nicht täglich zur Schule begleiten müssen». Auch soll vermieden werden, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.

Die Eltern der mitlaufenden Kinder wechseln sich als Begleitperson ab und übernehmen auch die Koordination der Einsätze selbst. «Ziel ist, dass die Kinder genügend Sicherheit bekommen, um den Schulweg in Zukunft ohne erwachsene Begleitung zu gehen. Und das klappt gut», so Kaplan, «die Kinder laufen mittlerweile schon alleine vom Kindergarten aus nach Hause.»

Nach einer dreiwöchigen Testphase im Herbst 2013 hat die Stadt Zug den Pedibus definitiv in Betrieb genommen. Auch im Schuljahr 2014/15 soll das Projekt fortgesetzt werden.

Initiiert hat das Projekt Pedibus der Verkehrsclub der Schweiz (VCS). Schweizweit gibt es rund 50 solcher Angebote, darunter auch in Giswil, Buochs, Oberkirch und Triengen.

pd/rem