Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Mit Farbe gegen die gradlinige Strenge

Hans Potthof verstand es, die bleierne Schwere eines tragenden Mauerwerks mit einfachen Mitteln aufzulösen. So verwandelte er die offene Halle des Zollhauses am Kolinplatz einst kurzerhand in ein beschwingtes Kunstwerk.
Andreas Faessler
Hans Potthof (1911–2003) hat die offene Halle des Zollhauses am Kolinplatz zu einem in Farbe und Formen lebendigen Ort ausgestaltet. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 26. September 2017))

Hans Potthof (1911–2003) hat die offene Halle des Zollhauses am Kolinplatz zu einem in Farbe und Formen lebendigen Ort ausgestaltet. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 26. September 2017))

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Das sogenannte Zollhaus dominiert zusammen mit dem Zytturm die Westseite des Kolinplatzes. Mit seinem Staffelgiebel und gotischen Formen fügt sich das Gebäude ins mittelalterliche Stadtbild ein. Doch hat es mit dem eigentlichen Zollhaus aus dem 16. Jahrhundert nichts mehr zu tun – an dessen Stelle wurde der heutige Bau im Jahre 1868 im historisierenden Stil als Stadtkanzlei neu errichtet. Im Zuge des Umbaus im Jahre 1983 erhielt das Zollhaus seine grosszügige offene Halle im Erdgeschoss.

Dieser frei gewordene öffentliche Raum mit gradlinigen architektonischen Formen und einer Holzdecke im Flechtstil sollte einer künstlerischen Gestaltung unterzogen werden. Einen Entwurf lieferte kein Geringerer als der international bekannte Zuger Künstler Hans Potthof (1911–2003). Er bemalte alle Innenwände der Halle sowie die Wände der fünf Durchbrüche mit Acryl. Grossflächig schuf er klar voneinander abgegrenzte Farbfelder in Violett, Rot, Grün und Weiss. Die Linien, welche sie trennen, verlaufen geschwungen, ziehen sich grosszügig über die gradlinigen Mauerkanten hinweg und durchbrechen so die vorwiegend strenge Rechtwinkligkeit der Halle.

Die ausladenden homogenen Farbflächen werden stellenweise mit silhouettenhaften Figurenstaffagen belebt, welche erbauenden Tätigkeiten nachgehen wie Musizieren, Tanzen oder Tiere füttern. Auch sind weniger auffällige Elemente zu finden wie Blätter, eine Sonne, eine Mondsichel sowie auch abstrahierende Sujets aus der Natur, die sich unterschiedlich deuten lassen.

Hans Potthof schafft es hier, mit einfachen Mitteln die Mächtigkeit des tragenden Mauerwerkes aufzulösen. Das Grau und die klaren Formen der beiden Pfeiler der in der Halle platzierten Sandsteinelemente und des Plattenbodens setzten einen starken Kontrapunkt zu der sie vollständig umspielenden, schwungvollen Acrylmalerei Potthofs, welche dem architektonisch klar begrenzten Raum eine optische Tiefe geben. Dieser Eindruck des erweiterten Raumes wiederum hängt vom je nach Tageszeit einfallenden Licht ab. Das Potthof-Werk am Zollhaus trägt keinen Titel. Bei Bauarbeiten am Gebäude im Jahre 1996 wurde die Malerei teilweise stark beschädigt. Der Menzinger Künstler Sepp von Rotz hat das Kunstwerk daraufhin wiederhergestellt und restauriert.

Hinweis

Mit «Hingeschaut» gehen wir Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach. Frühere Beiträge finden Sie online unterwww.zugerzeitung.ch/hingeschaut.

Das Zollhaus in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 26. September 2017))

Das Zollhaus in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 26. September 2017))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.