ZUG: Mit Geduld und Strategie passt auch New York zusammen

Yves Peltier und Martine Kolischer haben ein gemeinsames Hobby: Sie setzen Puzzles zusammen. Zuletzt eines der weltweit grössten überhaupt. Und bereits gibt es weitergehende Pläne.

Marco Morosoli
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Martine Kolischer und Yves Peltier mit dem gigantischen New-York-Puzzle. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 29. März 2018))

Martine Kolischer und Yves Peltier mit dem gigantischen New-York-Puzzle. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 29. März 2018))

Im Wohnzimmer der beiden Ingenieure Yves Peltier (58) und Martine Kolischer (58) in Zug muss derzeit jeder Schritt mit Bedacht gemacht werden. Dort liegt ein Puzzle, welches die Skyline von New York zeigt. Das Puzzle ist 1,92 Meter hoch und 5,44 Meter lang. Die Schachtel dazu nennt 32000 Teile. Yves Peltier korrigiert: «Um ganz genau zu sein, sind es 32256 Teile.» Das Prädikat Superlativ hat aber auch die Fotografie. Es handelt sich um das grösste je als Puzzle umgesetzte Foto der Welt. Und mittlerweile gibt es sogar Puzzles, die 40320 Teile haben.

Doch auch um die Skyline von New York Teil für Teil zusammenzusetzen, ist Geduld gefragt. Am 7. Januar dieses Jahres war das Werk vollbracht. Das letzte eingesetzte Teil war eines aus dem Fensterrahmen, erzählt Martine Kolischer. Dieser Rahmen alleine ist eine wahre Geduldsprobe gewesen, umfasst er doch mehr als tausend Teile. Hauptsächliches Merkmal: Schwarz. Mit Farbnuancen arbeiten geht also nicht. Aber mit sehr viel Stehvermögen haben die beiden letztendlich alles zusammengefügt. Dafür benötigten sie 18 Monate. «Das ist etwas länger, als wir es erwartet haben», sagt Yves Peltier.

Die beiden Puzzler haben ihre Aufgabe noch erschwert

Martine Kolischer sagt: «Um ein Puzzle zusammenzusetzen, braucht es eine Strategie. Um die ganze Aufgabe noch zu komplizieren, haben die Puzzle-Enthusiasten die acht gelieferten Säcke mit je 4000 Teilen oder etwas mehr Teilen gemischt. Also hat es einen Haufen mit 32256 Puzzle-Teilchen gegeben. «Wir haben wochenlang nur sortiert», erinnert sich Martine Kolischer. Dabei sei es wichtig, Kategorien zu bilden. Blauer Himmel, schwarze Balken, weisse Steine und anderes mehr. Und dann muss berücksichtigt werden, dass bei der New Yorker Skyline oftmals ein Gebäude alleine 1000 Teile umfasst. Und Wolkenkratzer hat es dort ja einige. Das Empire State Building mit seiner speziellen Spitze sticht wenigstens etwas heraus.

Martine Kolischer erzählt, dass «wir Teilaspekte des Rätsels auch manchmal in die Bündner Berge mitgenommen haben, wo wir eine Ferienwohnung haben.» Die Utensilien, um einen solchen Transport zu machen, gehören zum Rüstzeug eines jeden Puzzlers. Martine Kolischer rät: «Es kommt auf die kleinen Details an.» Ebenso wichtig sei es, genügend Kartonplatten griffbereit zu haben. Diese dienen einerseits dazu, kleine Flächen zusammenzufügen, und andererseits, um die zu «verbauenden» Teile gut sichtbar aufreihen zu können.

Aber auch hier sei Vorsicht wichtig, denn schnell ist ein Teilchen verloren. Immerhin seien Puzzles des deutschen Herstellers Ravensburger hinterher noch zu retten. Dort könnten fehlende Teile ersetzt werden.

Eine Idee für ein neues Puzzle gibt es schon

Yves Peltier und Martine Kolischer geniessen es, zusammen ein Puzzle zu machen. Sie hat schon in der Kindheit Puzzles gemacht. «Ich hatte ein Puzzle mit allen 102 französischen Departementen. Ich habe dieses so oft gemacht, dass ich es blind zusammensetzten konnte.» Yves Peltier hat die Puzzle-Leidenschaft erst spät entdeckt, ist jetzt aber mit Herzblut dabei.

Jetzt machen die beiden aber vor allem einmal eine Pause. Eine Idee für ein neues Puzzle-Sujet haben sie schon: ein Bild von Keith Haring in 40000 Teilen. Des Problems dabei ist sich Martine Kolischer schon bewusst: «Bei diesen Bildern könnte ich wohl die Farben sortieren, aber da verschiedene einfarbige Flächen sehr gross sind, wird es nicht einfacher.»

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch