ZUG: Mit Leib und Seele bei der Sache

Das Seniorentheater St. Johannes feiert sein 25-Jahr-Jubiläum. Die Schauspieler sind motiviert wie eh und je. Beim Stück «Diamante im Stroh» überzeugen sie mit erfrischendem Humor und authentischem Auftreten.

Nils Rogenmoser
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Miriana Huber, Anna Maria Horat und Peter Vögeli vom Seniorentheater sind mit viel Elan bei der Sache. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 2. März 2017))

Miriana Huber, Anna Maria Horat und Peter Vögeli vom Seniorentheater sind mit viel Elan bei der Sache. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 2. März 2017))

Nils Rogenmoser

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Die Vorfreude war bereits bevor das Licht ausgegangen ist und die Vorhänge zum ersten Mal aufgezogen wurden spürbar. Man plauderte miteinander oder las das Programmheft – und dann ging es los. Von Beginn weg erreichten die Schauspieler mit ihrem selbstbewussten Auftreten das Publikum. Die gesprochene Mundart wirkt höchst authentisch und verleiht dem Stück Charakter und einen urchigen Touch.

Schauplatz des Stücks «Diamante im Stroh» ist ein Schweizer Bauernhof, wo man sich kennt und Fremde sehr genau inspiziert werden. Miriana Huber verkörpert Barbara Mosimann, die seit dem Tod ihres Mannes den Bauernhof alleine bewirtschaftet. Ihre Nachbarin Line Bölsterli (Anna Maria Horat) ist der strikt konservativen Auffassung, dass ohne einen Mann auf dem Bauernhof alles «den Bach ab» gehe. Mit kernigem Humor kontert Mosimann ihre Argumente – die Zuschauer sind begeistert. Während laufend neue Charaktere ins Zentrum des Geschehens rücken, spitzt sich die brisante Situation rund um Barbara Mosimann zu. In ihrem Stall nächtigen nämlich dubiose Gäste, die möglicherweise sogar in Zusammenhang mit einem Diamantenraub stehen.

Moderne Themen in historischer Kulisse

Das Stück spielt zwar in den 1940er-Jahren, beleuchtet jedoch moderne Themen wie die Rolle der Frau, Homosexualität oder Sexualität im religiösen Umfeld auf humorvolle und federleichte Weise. Conny Hotz von der Theatergruppe Neuheim ist begeistert: «Die Aufführung war wirklich sehr lustig und unterhaltsam. Ich bin von den Senioren beeindruckt.»

Zum zweiten Mal in Folge war Kurt Studer für die Regie zuständig. Zusammen mit Regie­assistentin Ursula Geu entwickelte er das Stück. Studer sieht sich als Gegner von klassischen Seniorentheatern: «Die meisten Seniorentheater beschäftigen sich mit den gleichen, traurigen Themen. Ich bin der Meinung, dass erfrischende und humorvolle Stücke besser ankommen und ein breiteres Publikum erreichen. Diamante im Stroh› stellt die Leute auf.» Er weiss, wem in erster Linie zu danken ist: «Es gilt vor allem die Leistung und Hingabe der Schauspieler hervorzuheben. Sie zeigten eine grosse Portion Selbstinitiative –ausserdem wird es mit zunehmendem Alter nicht einfacher, sich Dinge zu merken.» Die einzelnen Charaktere seien alle miteinander verbunden, und das Stück funktioniere nur im Team. «Ich bin stolz, dass sich die investierte Zeit nun ausbezahlt», freut sich der Regisseur.

Auf das 25-Jahr-Jubiläum ist man beim Theaterverein stolz. Der Eintritt ist gratis, dafür ist man aber auf Kollekten angewiesen, um auch in den nächsten Jahren begeistern zu können. Bevorzugt knistert statt klingelt es dabei in der Kollekte, heisst es mit einem Augenzwinkern – auch hier ist der Humor erkennbar.

Hinweis

Weitere Informationen sowie Auftrittsdaten finden Sie online unter www.seniorentheater.ch.