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ZUG: Mit oder ohne Handicap: Das Comedytheater begeistert

Schauspielerinnen und Schauspieler mit und ohne Handicap verblüfften in der Gewürzmühle in Zug mit herzerfrischendem Comedytheater. Das Publikum war tief beeindruckt.
Martin Mühlebach
Die Darsteller des Theaterensembles Comedyexpress am letzten Freitag auf der Bühne der Gewürzmühle in Zug. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 16. März 2018))

Die Darsteller des Theaterensembles Comedyexpress am letzten Freitag auf der Bühne der Gewürzmühle in Zug. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 16. März 2018))

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Am Freitagabend gastierte der Comedyexpress in der Gewürzmühle in Zug. Das integrative Theaterensemble aus dem Thurgau, mit Schauspielerinnen und Schauspielern mit und ohne Handicap, begeisterte das Publikum mit seiner Eigenproduktion «Hotel Gäx on the Beach».

Das tief in der Kreide steckende Hotel schuldet Victor Smirnoff die letzte Schutzgeldrate. Der Kopf des berüchtigten Petersburger Kartells, der wild entschlossen ist, das ausstehende Geld einzutreiben, hat dem Hotel seinen Besuch angekündigt. Im «Gäx on the Beach» bricht Panik aus, als das Radio verkündet: «Smirnoff ist gestern in Zürich gelandet. Die Polizei bittet, die Stadt Zug wegen einer Demo grosszügig zu umfahren.» Fantasievolle Dolmetscherversuche des Hotelboys, ein missglückter Flirt des Bodyguards und eine verhängnisvolle Verwechslung zweier mysteriöser Koffer sorgen für zusätzliche Turbulenzen. Unerklärbare nächtliche Ereignisse wecken den Verdacht, dass es hier nicht mit rechten Dingen zu- und hergeht. Das beherzte Eingreifen von drei unerschrockenen Damen scheint die Wende zum Guten herbeizuführen. Doch dann spitzt sich die Lage dramatisch zu. Das Publikum kommt in den Genuss eines witzigen Spektakels.

Unter der Regie des bekannten Thurgauer Theatermachers Peter Wenk, der auch für die Dramaturgie zuständig ist, glänzen die mehrere Rollen innehabenden Schauspieler mit grossartigen Auftritten.

Verschiedene Rollen eindrücklich verkörpert

Angeführt vom professionellen Impro-Künstler Mario Müller wachsen die mit einem Handicap belasteten Protagonistinnen und Protagonisten förmlich über sich hinaus. Sie interpretieren ihre Rollen nicht nur, sie verkörpern die Charaktere des Hoteldirektors, des Hausmädchens, des Musikers, des Butlers oder des Gangsterbosses auf eindrückliche Art und Weise. Das von den schauspielerischen Leistungen beeindruckte Publikum meint unisono: «Es ist herzerfrischend, sympathisch, herrlich witzig und schön – schlicht und einfach gesagt sensationell – wie gekonnt uns die Comedyexpress-Truppe unterhalten hat.»

Rebeca Walker, der Kulturkoordinatorin der Gewürzmühle, ist mit der Verpflichtung des Comedyexpress ein grosser Wurf gelungen, zumal Marlies Sager, die Präsidentin von Insieme Zug, erklärt: «Uns bieten solche Veranstaltungen die Gelegenheit, den von uns betreuten Behinderten etwas Gutes bieten zu können.» Der Theaterleiter und Regisseur Peter Wenk betont: «Menschen mit einer geistigen Behinderung sehen nicht nur anders aus, sie sprechen auch anders und sind anders sozialisiert. Sie bereichern gerade dadurch die gängigen Ausdrucksformen des Theaters.»

Sprachliche Defizite durch Mimik kompensiert

Sprachliche Defizite würden durch eine schier unglaubliche Mimik und Gestik kompensiert. «In ihrer Unmittelbarkeit, mit der sie sich ausdrücken, halten sie dem Publikum einen Spiegel vor.» Das ganz grosse Plus von Theater spielenden Menschen mit einer Behinderung sei, dass sie frisch von der Leber weg spielten und mit ganzem Herzen bei der Sache seien.

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