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ZUG: Mörder zweier Frauen steht vor Zuger Obergericht

Vor dem Zuger Obergericht hat sich ab heute Donnerstag ein Mann zu verantworten, der erstinstanzlich des Mordes an zwei Frauen schuldig gesprochen worden war. Sein Verteidiger wirft nun die Frage auf, ob nicht alles anders gewesen sein könnte. Der Prozess ist auf zwei Tage angelegt.
Eine Reporterin filmt den Tatort beim Penthouse am Eschenring in Zug. (Bild Werner Schelbert)

Eine Reporterin filmt den Tatort beim Penthouse am Eschenring in Zug. (Bild Werner Schelbert)

Das Zuger Strafgericht sprach am 30. Oktober 2013 den heute 50-jährigen Mann des mehrfachen Mordes, des Raubes, der Brandstiftung und verschiedener weiterer Delikte schuldig. Es verurteilte den Schweizer zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und ordnete eine Verwahrung des Mannes an.

Damit folgte das Gericht weit gehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte allerdings eine lebenslängliche Verwahrung gefordert. Jene Art des Wegsperrens also, bei der im Unterschied zur herkömmlichen Verwahrung nicht periodisch überprüft wird, ob die Fortführung noch gerechtfertigt ist.

Noch im Gerichtssaal hatte der Verteidiger Berufung angemeldet. Er hatte sich vehement gegen eine Verwahrung seines Mandanten gewehrt. Inzwischen hat der Beschuldigte seinen Rechtsvertreter gewechselt. Der neue Verteidiger bekämpft zwar auch die Verwahrung. Er geht aber noch weiter.

Kein alternativer Sachverhalt geprüft

Wie Anwalt Daniel U. Walder im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda sagte, kritisiert er, dass nie ein alternativer Sachverhalt geprüft worden sei. Er werde deshalb «ausleuchten, wie es auch gewesen sein könnte». Ein Freispruch sei allerdings «kein Thema», sagte Walder.

Im Verfahren geht es um den 17. April 2009. Gemäss erstinstanzlichem Urteil betrat der Beschuldigte an jenem Tag in Zug die Wohnung einer vermögenden 54-jährigen Frau, die ihn als Handwerker kannte. Mit eigens mitgebrachten Schnüren fesselte und erdrosselte er die Frau. Die 36-jährige Haushaltshilfe tötete er, indem er ihr ein Wäschestück um den Hals zurrte.

Aus der Wohnung raubte er verschiedene Wertgegenstände und Kreditkarten und legte anschliessend einen Brand, der die Spuren vernichten sollte. Das Feuer erstickte allerdings von selbst. Am 23. April 2009 wurde der Mann verhaftet und sitzt seither in Haft - seit einiger Zeit im vorzeitigen Strafvollzug.

Der in Deutschland aufgewachsene Schweizer ist kein unbeschriebenes Blatt. Wegen Raubtaten, Körperverletzung und dergleichen war er in Deutschland mehrmals inhaftiert, bevor er in die Schweiz abgeschoben wurde.

sda

Hinweis: Die Online-Redaktion hält Sie über den Prozessauftakt auf dem Laufenden.

Hinter diesen Mauern wird über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Hinter diesen Mauern wird über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

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