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ZUG: Monetas ist Konkurs

Das auf Blockchain-Technologie spezialisierte Jungunternehmen Monetas ist am Ende. Monetas befindet sich seit mindestens einem Jahr in Schieflage.
Johann Gevers, einer der beiden Gründer von Monetas.

Johann Gevers, einer der beiden Gründer von Monetas.

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch

Schon seit Monaten steht es schlecht um das Zuger Jungunternehmen Monetas. Nun ist klar: Am 5. Dezember hat der Einzelrichter am Zuger Kantonsgericht über die Gesellschaft den Konkurs eröffnet; demnach ist die Gesellschaft aufgelöst, wie das Zuger Konkursamt auf Anfrage bestätigt. Die Beschwerdefrist läuft allerdings noch bis zum 15. Dezember.

Die Firma will Menschen ohne Zugang zu einem eigenen Bankkonto mit Hilfe von Blockchain-basierten Finanztechnologien die Abwicklung alltäglicher Finanzgeschäfte via Smartphone ermöglichen. Gegründet wurde Monetas im Jahr 2013 vom gebürtigen Südafrikaner Johann Gevers. Er war heute für eine Stellungnahme zum Konkurs nicht erreichbar. Ende Oktober schrieb er den Investoren: «Es ist sehr enttäuschend, dass uns die Mittel fehlen, um interessante Geschäftsmöglichkeiten nun auszuschöpfen.» Obwohl seit geraumer Zeit also klar ist, dass es der Firma finanziell schlecht geht, zeigen sich Personen aus dem Umfeld von Monetas überrascht über den Konkurs. Im letzten Investorenbrief Ende November habe nichts darauf hingedeutet, dass Monetas kurz vor dem Konkurs stehen könnte.

Dem Vernehmen nach haben über 200 Investoren insgesamt zehn Millionen Franken in Monetas investiert. Allerdings soll das Investment nicht über die Monetas AG geflossen sein, sondern über eine Mutterfirma mit Sitz in Kanada. Eine Bestätigung hierfür gibt es aber nicht. Gevers gründete Monetas, als er noch im kanadischen Vancouver lebte.

Gescheitertes Vorzeigeprojekt

Monetas befindet sich seit mindestens einem Jahr in Schieflage. Ein Vorzeigeprojekt mit der Poste Tunisienne, bei dem die Technologie der Zuger Softwarefirma zur Ausgabe einer elektronischen Variante der Landeswährung Dinar hätte zum Einsatz kommen sollen, wurde damals auf Eis gelegt. Ende 2016 verliessen die meisten der ehemals 25 Angestellten die Firma (Artikel vom 5. November). Mit Hilfe einer Finanzierung Ende 2016 konnte Gevers die ausstehenden Löhne begleichen und sicherstellen, dass keine Gläubiger zu Schaden kamen. Doch die gegen zehn Millionen Franken, welche ein privater Investorenkreis einst in Monetas gesteckt hatte, gingen zur Neige, ohne dass ein marktfähiges Produkt hervorgebracht werden konnte.

Gevers befindet sich darüber hinaus seit Monaten unter Beschuss wegen seiner Rolle als Präsident der Zuger Stiftung Tezos. Über diese Stiftung ist im Sommer eine der weltweit grössten Finanzierungsrunden für junge Krypto-Unternehmen abgewickelt worden. Doch Gevers liegt mit dem Gründer-Ehepaar Arthur und Kathleen Breitman im Streit um eine Bonuszahlung. In dieser Sache soll es in den kommenden Tagen zu einem Entscheid kommen.

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