ZUG: Moritz Schmid reicht Baugesuch ein

Der Zuger Kantonsratspräsident soll in Arth ohne Bewilligung gebaut haben. Erst verneinte er. Nun lenkt der Walchwiler aber ein.

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Das Ferienhaus von Kantonsratspräsident Moritz Schmid im Staldi in Goldau. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Ferienhaus von Kantonsratspräsident Moritz Schmid im Staldi in Goldau. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Der höchste Zuger gibt nach: Der Walchwiler Kantonsratspräsident Moritz Schmid (SVP) hat vor wenigen Tagen ein nachträgliches Baugesuch für die Anpassungen an seinem Wochenend- und Feriendomizil am Fusse der Rigi in der Gemeinde Arth eingereicht.

Zur Erinnerung: Gegen Moritz Schmid läuft im Nachbarkanton ein Verfahren. Grund: Der SVP-Kantonsrat soll ohne Bewilligung gebaut haben. Moritz Schmid ist gemeinsam mit seiner Frau Eigentümer von zwei nebeneinanderliegenden Grundstücken. Das grössere erstreckt sich über rund 14 000 Quadratmeter, das kleinere über rund 1000 Quadratmeter. Auf Letzterem steht auch das Ferienhaus, an dem Schmid bauliche Veränderungen vorgenommen haben soll. Ein Spaziergänger hatte die Gemeinde Arth Anfang Jahr darauf aufmerksam gemacht. Diese wurde aktiv, nahm eine rudimentäre Überprüfung vor und eröffnete ein Rechtsverfahren gegen den Eigentümer, in dem sie ihn aufforderte, ein Baugesuch nachzureichen.

Laut der Gemeinde wurde der Vorplatz erneuert, begradigt und vergrössert. Weiter seien kleine Mauern erstellt worden. Der Spaziergänger äusserte ausserdem, dass der Grundstückbesitzer Bachverbauungen und eine Begradigung des Gewässers vorgenommen sowie einen rund vier Meter breiten Waldstreifen im nordöstlichen Bereich des kleineren Grundstücks entfernt habe. Seitens der Gemeinde konnte man zu diesen Aussagen bislang keine Stellung nehmen.

Frist ist verstrichen

Moritz Schmid seinerseits war mit der Aufforderung und dem Vorgehen der Gemeinde nicht einverstanden. Er liess die gesetzte Frist Ende März unbenutzt verstreichen und reichte kein Gesuch nach. Gleichzeitig ersuchte er aber die Gemeinde um ein Gespräch. Dieses hat nun am Donnerstag stattgefunden. «Der Grundstückeigentümer hat sich kooperativ gezeigt», sagt Erich Vokinger, Leiter der Abteilung Bauplanung der Gemeinde Arth. Schmid habe sich verständnisvoll gezeigt und habe sich zudem bereit erklärt, ein Gesuch einzureichen. «Welche Teile dieses behandelt, wissen wir noch nicht», so Vokinger weiter.

Grenze im Bach

Moritz Schmid bestätigt das. «Ich habe das Gesuch geschrieben und werde es demnächst abschicken», sagte er am Freitag gegenüber unserer Zeitung. Es beziehe sich allerdings lediglich auf die Neugestaltung seines Vorplatzes und die Sanierung der Stützmauer. «Mit der Bachverbauung habe ich nichts zu tun.» Es sei zwar richtig, dass der Bach durch seine Liegenschaft fliesse. Aber: «Die Grundstückgrenze geht mitten durch den Bach, und die Verbauung befindet sich auf dem Nachbargrundstück», betont der Walchwiler. Zum Vorwurf, er habe Wald entfernt, äussert sich Schmid nicht weiter. Allerdings sagte er gegenüber unserer Zeitung bereits Anfang April, dass er keinen Wald gerodet habe.

Prozess dauert rund 60 Tage

Das Baugesuch wird vom Kanton Schwyz behandelt. Dies, weil sich die betroffene Liegenschaft ausserhalb der Bauzone befindet. «Wir erteilen am Ende zwar die Bewilligung. Geprüft wird das Gesuch aber vom Kanton», sagt Vokinger. Die Gemeinde leite die Eingabe an die kantonale Baugesuchszentrale weiter, und diese kläre dann ab, welche Ämter involviert werden müssten. Die Ämter würden dann ihre Berichte und Entscheide wiederum an die Gemeinde weiterleiten. «Der ganze Prozess dauert etwa 60 Tage», so Vokinger. Fällt der Kanton einen positiven Entscheid, wird eine Baubewilligung erteilt. Fällt der Entscheid negativ aus, muss zurückgebaut werden.

Ob Moritz Schmid überdies mit einer Busse für das Bauen ohne Bewilligung zu rechnen hat, kann Vokinger derzeit noch nicht sagen. «Dazu brauchen wir erst den Gesamtentscheid. Dann können wir prüfen, ob eine Busse ausgesprochen werden muss.»

Samantha Taylor