ZUG: Müssen Bettler künftig in den Knast?

Laut neuem Übertretungsgesetz werden nicht nur Abfallsünder bestraft, sondern auch Bettler. Eine Frage ist, wie diese so eine Busse überhaupt bezahlen sollen.

Wolfgang Holz
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Wird künftig in Zug mit einer Geldbusse oder gar Gefängnis bestraft: Betteln. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

Wird künftig in Zug mit einer Geldbusse oder gar Gefängnis bestraft: Betteln. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

«Mit einer Busse wird bestraft, wer bettelt», sagt Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei, klipp und klar – und zitiert dabei wörtlich den entsprechenden Gesetzesparagraphen. Doch was bedeutet dies für den konkreten Alltag der Zuger Polizei? Sprich: Welche Art von Bettlern soll denn ab sofort gebüsst werden? Auch dies ist für die Zuger Polizei klar. Denn es sollen sowohl organisierte Bettler als auch jene 100 Franken Strafe zahlen müssen, die etwa im Bahnhof mal ihre Hand aufhalten und Passanten angehen.

Doch macht es denn überhaupt Sinn, von Bettlern 100 Franken zu verlangen? Diese gehen ja – egal, ob organisiert oder nicht – gerade deshalb betteln, weil sie nichts haben. Theoretisch können Bettler sogar in den Knast wandern – auch wenn dies unrealistisch ist. Denn: «Wird nach 30 Tagen dann noch immer nicht gezahlt, kann die Busse von der Gerichtskasse des Obergerichts umgewandelt werden – 100 Franken entspricht dabei einem Tag Bussenhaft», so Aklin.