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ZUG: Nach Busse für legale Hanf-Zigarette: Der Geruch ist das Problem

Kürzlich wurde eine Frau gebüsst, weil sie eine Zigarette mit Hanf rauchte. Laut ihr handelte es sich jedoch um eine Zigarette der Marke Heimat mit legalem Gras. Wie gehen Zuger Raucherlokale mit diesem neuen Produkt um?
Die grünen Zigaretten der Marke Heimat sind zwar legal, werden aber nicht überall toleriert. (Symbolbild: Maria Schmid (18. September 2017))

Die grünen Zigaretten der Marke Heimat sind zwar legal, werden aber nicht überall toleriert. (Symbolbild: Maria Schmid (18. September 2017))

Sie sieht aus wie eine normale Zigarette, beinhaltet aber nicht nur Tabak, sondern auch Hanf, jedoch nicht solches mit dem illegalen THC, sondern mit dem legalen Cannabidiol (CBD): die neue ­Tabak-Hanf-Zigarette der Schweizer Manufaktur Heimat (siehe «Nachgefragt»), die diese als Erste dieser Art weltweit anpreist. Verkauft wird sie beim Schweizer Lebensmittelhändler Coop

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Auch die 51-jährige Karin Fischer raucht diese Zigaretten. Wie sie unserer Zeitung sagte, würde das Cannabidiol, um das seit längerer Zeit ein regelrechter Hype besteht, gegen ihre Krankheit helfen (wir berichteten). Die Polizei hat jedoch Schwierigkeiten, das legale und illegale Gras auseinanderzuhalten, denn beides riecht gleich und ein entsprechender Schnelltest befindet sich derzeit noch in der Testphase. Fischer wurde also gebüsst, ficht die Busse aber an.

Schlimmer als der Geruch normaler Joints

Wie gehen Zuger Raucherbeizen oder solche mit Raucherbereich mit dem neuen Produkt um? In der Mantra Bar beim Bahnhof Zug, die über einen abgetrennten Raucherbereich verfügt, setzt man auf einen pragmatischen Umgang. «Wir hatten zwar bisher meines Wissens nach noch nie die Situation, dass jemand solche Zigaretten bei uns konsumiert hat oder konsumieren wollte, wäre es aber der Fall, käme es auf die jeweilige Frequenz an», sagt Derren O’Healey. «Wenn viel Betrieb ist und wir keine Zeit haben, zu klären, ob die anderen Gäste sich vom Geruch gestört fühlen oder ob es überhaupt eine legale Hanfzigarette ist, würden wir den Gast wohl bitten, darauf zu verzichten.» Sei hingegen wenig Betrieb und keine anderen Gäste würden sich am Geruch stören, sehe er kein Problem. Ein Problem damit hat hingegen ­Jonny Azizi, Geschäftsführer des «Plaza» beim Zuger Postplatz, wo zu gewissen Tageszeiten geraucht werden darf. «Ich hatte schon zweimal die Situation, dass Gäste diese neuen Zigaretten bei mir geraucht haben, beides Mal habe ich die Gäste gebeten, damit aufzuhören, da sie sonst gehen müssten.» Dies sei akzeptiert worden. Er selbst sei Nichtraucher, und ihm käme der Geruch noch schlimmer als der von normalen Joints vor. «Der Geruch dieser Zigaretten ist einfach störend und passt nicht zum Ambiente», so Azizi.

Doch darf ein Beizer überhaupt eine legale Zigarette in einer Raucherbeiz wegen des Geruchs verbieten? Man könnte sagen, dass man es in der Beiz nicht akzeptiert, rein rechtlich sei dies aber wahrscheinlich schwierig durchzusetzen, sagt Barbara Schneider, die Präsidentin von Gastro Zug. Sie selbst sieht die ­Tabak-Hanf-Zigaretten von «Heimat» ebenfalls aufgrund des Geruchs kritisch. «Rückmeldungen habe ich ­jedoch von unseren Mitgliedern bisher noch keine erhalten.» Im Gasthaus zum Rössli, wo Schneider wirtet, kann in der Lounge geraucht werden. «Ich selbst arbeite nicht dort, ich denke aber, dass mein Mann, der zuständig ist, weniger Freude an diesem Produkt haben würde.»

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

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