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ZUG: Nachbarn gehen an die Decke

Ein Trampolin sorgt in einem Stadtzuger Quartier für Ärger. Das Spielgerät und die Kinder, die es benutzen, sind einigen Bewohnern zu laut. Die Stadt reagiert.
Samantha Taylor
In den Sportferien ist das Trampolin beim Schulhaus Maria Opferung abmontiert worden. (Bild: Maria Schmid (Zug, 19. Februar 2018))

In den Sportferien ist das Trampolin beim Schulhaus Maria Opferung abmontiert worden. (Bild: Maria Schmid (Zug, 19. Februar 2018))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Es ist eine Quartierposse, wie sie im Buch steht: Die einen fühlen sich gestört durch Lärm, die anderen wiederum stören sich an jenen, die sich am Lärm stören. Im Zentrum dieser Posse steht der Spielplatz der Tagesschule Maria Opferung zwischen Bohl- und Kirchmattstrasse am Stadtzuger Hang. Stein des Anstosses ist ein Trampolin, das die Stadt vor rund acht Jahren auf dem Spielplatz montiert hat. Der Lärm, der von diesem Spielgerät ausgeht, ist für einige Nachbarn offenbar unerträglich geworden. Vor allem, dass auf dem Trampolin auch nach der Schulzeit, an Wochenenden oder in den Ferien gehüpft wird, dass es selbst quietscht und Kinder dazu bringt, ganz ähnliche Geräusche von sich zu geben, bringt Anwohner in Rage. Sie möchten nicht mit Namen genannt werden, erzählen aber, dass man aufgrund dieses Lärms die schulfreien Zeiten kaum geniessen könne.

Die Nachbarn, es handelt sich um mehrere Parteien, haben sich darum an die Stadt gewandt mit der Forderung, etwas gegen dieses Treiben zu unternehmen. Mit Erfolg. Hinter dem Spielgerät wurde eine Tafel angebracht, die die Zeiten der Benutzung regelt. «Trampolin für Kinder» lautet der Titel des Hinweisschildes und darunter folgt, neben anderen Hinweisen, die Regel: «Leider nein – ab 18 Uhr, an Wochenenden und in den Ferien». Während der Schulferien ist das Gerät nun sogar abgebaut worden.

Sicherheit steht im Vordergrund

Dass das Trampolin für Diskussionen und vor allem einen regen Mailverkehr zwischen der Stadt und den Nachbarn sorgt, bestätigt Bildungschefin Vroni Straub-Müller. Sie erhalte regelmässige und detaillierte Berichte aus der Nachbarschaft über die Aktivitäten auf dem Spielplatz. Auch bestätigt sie, dass man in Sachen Trampolin mit den Nachbarn einen Kompromiss eingegangen sei. «Wir haben uns in Absprache mit der Schulleitung bereit erklärt, das Trampolin während der Ferien abzubauen.» Die Sache mit dem Lärm sei dabei allerdings nur ein Faktor für diesen Entscheid gewesen, ein nebensächlicher, wie Vroni Straub betont. «Es geht vor allem um die Sicherheit.» Das Trampolin sei ein spezielles Spielgerät und bedürfe deshalb einer gewissen Aufsicht. Es sei darum auch im Interesse der Stadt, dass das Trampolin vor allem von den Schülern der Tagesschule und während der Schulzeiten benutzt werde, wenn eben eine gewisse Aufsicht vorhanden sein. Man sei nun daran auch eine Lösung für die Abende und die Wochenenden zu finden, damit das Trampolin in diesen Zeiten unbenutzbar gemacht werden könne, zum Beispiel mit einem Schloss oder Ähnlichem. «Das wird auch andernorts so gehandhabt», sagt Vroni Straub. Die Stadträtin räumt aber gleichzeitig ein, dass es in all den Jahren, in denen das Trampolin auf dem Spielplatz gestanden hat, kaum oder sogar keine Unfälle mit dem Gerät gegeben hat.

Kinder, Eltern und Lehrer werden zurecht gewiesen

Es ist aber offenbar nicht allein das Trampolin, das in der Nachbarschaft für Ärger sorgt. Der Spielplatz – der seit rund 20 Jahren zum Schulhaus gehört – und die spielenden Kinder generell kommen nicht bei allen Quartierbewohnern gut an, wie es aus einer anderen Ecke der Nachbarschaft heisst. Kinder, Eltern und sogar Lehrer würden zurechtgewiesen oder sogar beschimpft, auch wenn das Trampolin nicht benutzt werde, weiss eine Anwohnerin zu berichten, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden möchte. Es seien an Wochenenden auch schon ganze Familien vertrieben worden. «Unglaublich, so was.»

Vroni Straub bestätigt, dass der Lärm vom Spielplatz allgemein ein Thema ist. So sei aus der Nachbarschaft auch die Forderung gekommen, die Fussballgoals an den Wochenenden oder während der Ferien abzuräumen. Das kommt für die Bildungschefin aber nicht in Frage. «Pausenplätze sind öffentliche Plätze, auf denen sich Kinder auch in der Freizeit austoben sollen und die sicher nicht abgeschlossen werden.»

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