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ZUG: Neubau für 100 Asylbewerber mitten in Baar

Die Firma Hotz Obermühle AG baut im Auftrag des Kantons in der Obermüli in Baar Wohnungen für Asylbewerber. Ab Herbst 2016 sollen bis zu 100 Asylbewerber einziehen.
Auf dem Areal der Obermühle in Baar soll eine Asylunterkunft gebaut werden. (Bild: Google Maps)

Auf dem Areal der Obermühle in Baar soll eine Asylunterkunft gebaut werden. (Bild: Google Maps)

Nach einer öffentlichen Ausschreibung hat die Zuger Regierung entschieden, wer in ihrem Auftrag in Baar Wohnungen für Flüchtlinge und Asylbewerber realisieren und dem Kanton zur Verfügung stellen soll.

Der Zuschlag geht an die Hotz Obermühle AG. Sie besitzt ein geeignetes Grundstück in Baar und wird darauf einen Neubau realisieren. Sobald eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, soll mit dem Bau von 17 identischen Wohnungen in einem dreigeschossigen Gebäude auf dem Areal «Obermüli Süd» begonnen werden. Dies teilt die Direktion des Innern am Montag mit.

Eine Wohnung soll Platz für mindestens sechs Personen bieten. Dadurch hätten rund 102 Personen Platz. Da es sich um vorgefertigte Module handelt, rechnet der Kanton mit einer kurzen Bauzeit von lediglich neun Monaten.

Pro Person und Monat wird der Kanton Zug der Hotz Obermühle AG knapp 380 Franken ausrichten, was jener Pauschale entspricht, die der Bund pro Flüchtling an die Kantone bezahlt. Die Anlage soll dem Kanton auf zehn Jahre fest vermietet werden.

Widerstand bereits angekündigt

Die SVP des Kantons Zug hatte bereits am 20. August angekündigt, ein Asylzentrum im Baarer Dorfzentrum verhindern zu wollen (Zum Artikel »). Die Partei hatte Kenntnis erhalten von der Bauanfrage, die - im Gegensatz zu einem Baugesuch - vertraulich zu behandeln ist. Der Gemeinderat von Baar hat deshalb eine Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung gegen unbekannt eingereicht.

In den Fall involviert ist auch Bundesratskandidat Thomas Aeschi, Vorstandsmitglied der SVP Baar. Er hatte sich Ende August in einem <strong>Leserbrief in der &laquo;Neuen Zuger Zeitung&raquo; </strong>sehr deutlich gegen das geplante Asylzentrum ausgesprochen und den Gemeinderat aufgefordert, sich «aktiv gegen noch mehr Asylanten einzusetzen».

Offen ist, wer dafür verantwortlich ist, dass die Bauanfrage für das geplante Asylzentrum in Baar an die Öffentlichkeit gekommen ist. Die Zuger Strafverfolgungsbehörden haben dafür nun eigens eine Staatsanwältin eingesetzt.

80 Asylbewerber pro Monat

Nicht nur der Bund musste im Laufe der letzten Wochen und Monate seine Kapazitäten in den Bundesasylzentren erhöhen. Der Druck nimmt auch bei den Kantonen zu. Gegenwärtig weist der Bund den Kantonen zwischen 1200 und 1500 Personen pro Woche zu. Davon muss der Kanton Zug gemäss aktuellem Verteilschlüssel 1,4 Prozent aufnehmen, was rund 60 bis 80 Personen pro Monat entspricht.

«Die aktuelle Situation zwingt uns, alle Instrumente zu nutzen, die für die Unterbringung der Asylbewerber zur Verfügung stehen. Weil sämtliche durch den Kanton gemieteten Wohnungen und Unterkünfte belegt sind und die Zuweisungen durch den Bund vermutlich weiter ansteigen werden, hat sich die Zuger Regierung für eine Ausschreibung entschieden», so Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard, Vorsteherin der Direktion des Innern. Es sei das erste Mal, dass der Kanton eine öffentliche Ausschreibung für eine Asylunterkunft publiziert habe. Weichelt-Picard zeigte sich auf Anfrage überrascht, dass gleich zwei Offerten eingegangen sein. «Wir waren nicht sicher, ob sich überhaupt jemand melden würde».

Im Kanton Zug befinden sich aktuell rund 1240 Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich. Untergebracht sind sie in 73 verschiedenen Unterkünften in allen Zuger Gemeinden. «Wir sind ständig am neue Liegenschaften akquirieren», sagte Weichelt-Picard.

Letzte Woche ist ein ehemaliges Altersheim als Asylzentrum eröffnet worden. Im Oktober waren zwei Geschosse des ehemaligen Kantonsspitals für den gleichen Zweck umfunktioniert worden.

Mehr zum Thema am 24.11 in der Neuen ZZ.

pd/rem/sda

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