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ZUG: Neuer Chef aus der Gründerfamilie für Bossard

Im Frühling 2019 wird es bei der Zuger Bossard-Gruppe zu einem Wechsel an der Spitze kommen. Für den langjährigen CEO David Dean übernimmt Familienmitglied Daniel Bossard.
Das moderne Logistikzentrum von Bossard. (Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 21 Februar 2013))

Das moderne Logistikzentrum von Bossard. (Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 21 Februar 2013))

Livio Brandenberg

Bei Bossard ist David Dean schon seit 1992. Seit 14 Jahren führt er das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen, in letzter Zeit von Spitzenresultat zu Spitzenresultat. Wie Bossard am Montag mitteilte, wird im April des nächsten Jahres nun aber Schluss sein. Dean (59) wird das CEO-Amt auf eigenen Wunsch hin abgeben und stellt sich zur Wahl in den Verwaltungsrat. Sein Nachfolger als operativer Chef wird Daniel Bossard. Die Wahl im Verwaltungsrat sei «einstimmig» erfolgt.

Der 48-jährige Bossard entstammt der Besitzerfamilie und hat seit dem Jahr 2000 verschiedene Managementfunktionen im Unternehmen innegehabt. Er verkörpert somit die siebte Familiengeneration, die im Unternehmen tätig ist. Von 2003 bis 2006 leitete er die Geschäfte von Bossard Dänemark in Kopenhagen. In den Jahren 2006 bis 2008 war der promovierte Ökonom für die Verkaufsstrategien und für die Entwicklung internationaler Kundenbeziehungen in der Bossard-Gruppe verantwortlich. Seit 2009 ist Daniel Bossard Mitglied der Konzernleitung. In dieser Rolle übernahm er die Leitung der Marktregionen Nord- und Osteuropa. Unter seiner Führung habe das Unternehmen in den Ländern dieser Regionen «überdurchschnittliches Umsatzwachstum und hervorragende Profitabilität» erwirtschaftet. Vor seiner Zeit bei der Bossard-Gruppe arbeitete Bossard gut zwei Jahre als Berater bei Accenture. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Hünenberg See.

Klares Bekenntnis der Familie

Mit dem Wechsel zu Daniel Bossard an der Spitze kehrt der weltweit agierende Schraubenhändler zurück zu einer althergebrachten Konstellation. Denn David Dean ist der erste operative Gesamtverantwortliche in der Bossard-Geschichte, der nicht zur Familie gehört. Übernommen hatte Dean das Amt im Dezember 2004, nachdem der Konzernchef Heinrich Bossard – Daniel Bossards Vater – bei einem Flugzeugabsturz in Neuseeland ums Leben gekommen war. Unter Deans Führung ist die Bossard-Gruppe stetig gewachsen und vermochte ihre Rentabilität deutlich zu verbessern. Dafür dankt ihm der Verwaltungsrat und man freue sich, «mit David Dean als Verwaltungsrat auch in Zukunft zusammenzuarbeiten» und damit «sein grosses Wissen» weiter nutzen zu können.

Dass jetzt wieder ein Familienmitglied in die erste Reihe nachrückt, ist vor dem Hintergrund der Konzerngeschichte also nicht weiter erstaunlich. Mit dem Wechsel von der sechsten zur siebten Generation hätte die Familie «ein klares Bekenntnis» abgegeben, im Unternehmen eine aktive Rolle übernehmen zu wollen, sagt Bossard-Finanzchef Stephan Zehnder. Das langfristige Denken der Unternehmer- familie zeige sich auch hier. «Die Suche nach einem Nachfolger für David Dean war ein mehrmonatiger Prozess seitens des Verwaltungsrats», so Zehnder weiter. Bei der Evaluation habe der Verwaltungsrat verschiedene – externe wie auch interne – Kandidaten einbezogen. Bis zum Wechsel auf den CEO-Posten wird Daniel Bossard seine bisherigen Funktionen weiter ausüben. Per sofort abgeben wird er allerdings seine Mandate als Verwaltungsrat der Kolin Holding AG und als Stiftungsratspräsident der Bossard Unternehmensstiftung. Die Kolin Holding AG – die sich zu 100 Prozent im Besitz der Familie Bossard befindet – kontrolliert zusammen mit der familieneigenen Unternehmensstiftung einen Stimmrechtsanteil von 56,1 Prozent – bei 28 Prozent des Kapitals – der börsenkotierten Bossard Holding AG.

«Manager am Tag, Aktionär bei Nacht»

Dass Daniel Bossard nun von seinen Mandaten bei der Kolin Holding AG und der Bossard Unternehmensstiftung zurücktrete, sei «nur konsequent», sagt CFO Zehnder. Mit diesen Rücktritten trage Daniel Bossard der Bedeutung einer guten Corporate Governance Rechnung. «Das war seine Entscheidung und widerspiegelt auch die Philosophie der Familie: ‹Man ist Manager am Tag und Aktionär bei Nacht›.»

Die ersten Reaktionen von Finanzanalysten zum Wechsel an der Managementspitze der Gruppe fielen gestern positiv aus. Entsprechend gewertet wurde, dass der heutige CEO dem Unternehmen als Verwaltungsrat erhalten bleibe und auch, dass der neue Chef mit dem Konzern bestens vertraut sei. Auf die langfristige Strategie von Bossard dürfte der Wechsel daher kaum Auswirkungen haben. So erging es am Montag auch dem Aktienkurs der Bossard Holding: Die Titel schlossen bei 243.40 Franken – was exakt dem Vortagesschluss entspricht.

Zu einem Wechsel im Bossard-Verwaltungsrat wird es bereits an der diesjährigen Generalversammlung kommen: Helen Wetter-Bossard wird nach 16 Jahren im Gremium nicht mehr zur Wahl antreten. Am 9. April soll für sie der Zuger Martin Kühn als VR gewählt werden. Kühn ist Finanzchef der Tiefbau- und Baumaterialfirma Kibag.

Bei Bossard übernimmt mit Daniel Bossard die siebte Generation das Firmenruder. (Bild: PD)

Bei Bossard übernimmt mit Daniel Bossard die siebte Generation das Firmenruder. (Bild: PD)

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