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ZUG: Nur Verdichten bringt Segen

12 Hektaren Bauzone sind im Kanton 2015 überbaut worden. Die Bevölkerung hat aber trotzdem zugenommen. Das erstaunt, hat aber einen einfachen Grund.
Marco Morosoli
In der Stadt Zug braucht jeder Einwohner und jeder Beschäftigte im Durchschnitt nur 61 Quadratmeter Bauzonenfläche. Dies gelingt nur durch bessere Ausnützung der Bauzonen. (Bild Stefan Kaiser)

In der Stadt Zug braucht jeder Einwohner und jeder Beschäftigte im Durchschnitt nur 61 Quadratmeter Bauzonenfläche. Dies gelingt nur durch bessere Ausnützung der Bauzonen. (Bild Stefan Kaiser)

Marco Morosoli

Ein Blick in die Statistiken des Kantons zeigt: Zug ist ein beliebter Wohnsitz. Am Ende des letzten Jahres hat die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Zug 122 113 Personen betragen. Ein Bevölkerungsszenario des Bundes geht davon aus, dass sich diese Zahl in 15 Jahren auf über 140 000 Bewohner erhöhen könnte (Ausgabe vom 13. Mai). Dieser Wert liegt über der Marke von 135 000 Einwohnern, welche der Kantonsrat im aktuellen Richtplan festgelegt hat.

Die Baudirektion des Kantons Zug hat nun gestern aktuelle Zahlen über die Nutzung der bestehenden Bauzonen in den Gemeinden veröffentlicht. Im Vorjahr sind in den Gemarkungen des Kantons Zug rund 12 Hektaren überbaut worden. Im Kanton Zug leben 1,7 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung (aktuell sind es 8,1 Millionen Einwohner) oder sind im Kanton beschäftigt. Wird dieser Wert mit dem der pro Jahr neu in der Schweiz überbauten Siedlungsflächen von 24,3 Quadratkilometer in Verbindung gebracht, «hätte der Kanton Zug ein theoretisches Kontingent von ungefähr 40 Hektaren». Aktuell sind es nur gerade 12 Hektaren. Auf die Fläche herunterbrechen lässt sich diese Statistik jedoch nicht. «Das macht keinen Sinn, weil verschiedene Kantone über grosse nicht nutzbare Flächen verfügen», sagt René Hutter, Kantonsplaner im Amt für Raumplanung.

Land sorgsam nutzen

«Diese Erhebungen und Abschätzungen zeigen, dass der Kanton Zug sorgsam mit dem Boden umgeht», sagt der Zuger Baudirektor Urs Hürlimann. Und das ist von der Politik so gewollt. Der Kantonsrat hat im Richtplan den Weg aufgezeigt: Im Rahmen der nächsten Ortsplanungen sollen keine neuen Einzonungen mehr vorgenommen werden. Das Wachstum soll innerhalb der bestehenden Bauzonen geschehen. Dabei bestehen innerhalb der elf Zuger Gemeinden starke Unterschiede (siehe Tabelle). Mit 68 respektive 63 Hektaren weisen Zug und Baar absolut betrachtet am meisten Baulandzonenreserven aus. Prozentual betrachtet haben jedoch Steinhausen (23,8 Prozent), Walchwil (18,7 Prozent) und Unterägeri (17,7 Prozent) die grössten Baulandreserven. Dabei ist zu beachten, dass Steinhausen Reserven vor allem im Bereich Arbeitszonen hat.

Zug wächst eher in die Höhe

Erhellend ist dabei, wie mit den Bauzonen in den Gemeinden verfahren wird. Diese nutzt die Gemeinde Zug am effizientesten: Jeder Einwohner und jede Beschäftigte konsumiert im Durchschnitt nur 61 Quadratmeter Bauzonenfläche. Spitzenreiter in dieser Hinsicht sind Walchwil (146 Quadratmeter) und Neuheim (144 Quadratmeter). Das erstaunt nicht: Zug ist dicht überbaut, in Walchwil und Neuheim sind Einfamilienhäuser mit Umschwung typisch. Doch Walchwils Gemeindepräsident Tobias Hürlimann sagt, dass dieser hohe Baulandverbrauch in Bezug auf die Einwohnerzahl in Zukunft sinken wird: «Wir haben schon in der Ortsplanung 2006 diesbezüglich Anpassungen vorgenommen. Werden bestehende Liegenschaften abgebrochen, dann kann das Grundstück beim Neubau besser ausgenutzt werden.» Doch bis diese Umschichtung statistisch spürbar werde, «geht es mehr als zehn Jahre». Für den hohen Wert in der Zuger Riviera verantwortlich ist auch, dass Mehrfamilienhäuser nicht so zahlreich sind wie in Zug oder Baar. «Wir sind ein Wohn- und kein Arbeitsort», sagt der Walchwiler Gemeindeobmann.

Menzingen hat keine Reserven

Nur noch im Inneren wachsen kann Menzingen. Im Dorf gibt es nur noch sechs Parzellen, auf denen gebaut werden kann. «Und die sind nicht auf dem Markt», schränkt der Menzinger Bauchef Martin Kempf ein. Oder andersherum: «Freies Bauland gibt es in der Gemeinde nicht mehr.» Das zeigt sich auch darin, so Kempf, dass die Einwohnerzahl seiner Gemeinde seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren nicht mehr gewachsen ist. «Wir haben eher weniger Einwohner als damals», fügt der Menzinger Bauverantwortliche an. Und er sagt auch: «Bei einem Hochhaus einen Stock mehr zu bauen, geht noch, bei einem Zweifamilienhaus ist das eher schwierig.» Die Quintessenz fasst Kempf so zusammen: «Menzingen ist fertiggebaut.»

Erschwerend kommt in Menzingen noch hinzu, dass die ganze Gemeinde wegen der Moränenhügel dem Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung gehört. Mehr Bauland einzuzonen, geht nicht. Also bringt auch hier nur das Verdichten Segen.

Und auch in der Stadt Zug will man von diesem Planungsinstrument nicht lassen. «Die Stadt hat raumplanerisch gut gearbeitet. Wir haben aber noch Potenzial», sagt der Zuger Bauchef André Wicki. Er spricht dabei auf das Gebiet rund um den Zuger Bahnhof und an der Achse Baarer- und Zugerstrasse an. Es soll laut dem Bauchef eruiert werden, «welche Verdichtung für die fraglichen Orte städtebaulich verträglich ist».

Das Verdichten sei im Kanton Zug kein Lippenbekenntnis, wie der Kantonsplaner René Hutter betont: «Der Flächenverbrauch hat in Zug in den letzten 20 Jahren massiv abgenommen.»

Und das Engerzusammenrücken entspricht einem Trend, denn in der gestern präsentierten Statistik finden Projekte wie die «Papieri» (plus 1800 bis 2400 Menschen) in Cham oder das Gebiet «Zimel» (700 Einwohner) in Unterägeri noch keinen Niederschlag. Beide Überbauungen sind im September Gegenstand von Volksabstimmungen. Und auch im Unterfeld (Baar/Zug) ist eine grosse Überbauung geplant.

Bevölkerung kann mitreden

Im Herbst beginnt die Diskussion über das Baudirektion-Papier «Grundzüge der räumlichen Entwicklung». Diese Schrift enthält die zentralen Leitgedanken für die nächsten 20 Jahre Raumplanung im Kanton. Die Stossrichtung ist für den Zuger Baudirektor Urs Hürlimann klar: «Die haushälterische Bodennutzung muss weiter intensiviert werden, gleichzeitig gilt es, mehr Optionen für die bauliche Verdichtung zu schaffen.»

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