ZUG: Ökihof-Pläne werden konkreter

Die Entsorgungsstelle kann definitiv noch bis Ende 2016 am heutigen Standort betrieben werden. Und das ist nicht die einzige gute Nachricht.

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Beim alten Unterwerk Herti könnte ab 2017 der neue Ökihof der Stadt Zug stehen. (Bild Stefan Kaiser)

Beim alten Unterwerk Herti könnte ab 2017 der neue Ökihof der Stadt Zug stehen. (Bild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Die Tage des Stadtzuger Ökihofs an seinem heutigen Standort sind gezählt. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass sich die Stadt nach einem neuen Zuhause umsehen muss. Eine Lösung, die vorsah, die Entsorgungsstelle im Göbli anzusiedeln, musste verworfen werden. Der Grund: Das Stadtparlament hatte ein dafür nötiges Landtauschgeschäft im Februar 2014 abgelehnt.

Nun gibt es gute Neuigkeiten, und zwar gleich von zwei Seiten. Zum einen kann die Stadt den Ökihof definitiv noch ein Jahr länger am heutigen Standort beim Güterbahnhof betreiben. Der Mietvertrag mit der Grundeigentümerin, den SBB, wurde bis Ende 2016 verlängert. «Die Frist wurde erstreckt, damit die Stadt Zug genügend Zeit hat, einen geeigneten Ersatzstandort zu finden», erklärt Lea Meyer, Mediensprecherin der SBB. Die Grundeigentümerin will danach den südlichen Teil des Areals überbauen voraussichtlich mit Wohn- und Gewerbebauten. Der nördliche Teil ist für den Verlad von Gütern vorgesehen. Der entsprechende Bebauungsplan soll laut Angaben der SBB ab Mitte des nächsten Jahres bearbeitet werden. «Die Bauarbeiten zur Verlegung des Freiverlades im nördlichen Teil beginnen Mitte 2017. Mit der Bebauung im südlichen Teil wird voraussichtlich 2021 gestartet», führt Meyer aus.

Intensive Gespräche

Die Fristerstreckung der SBB ist nur ein Teil der guten Nachricht. Daneben konkretisieren sich die Pläne für einen neuen Standort, und zwar im Gebiet der Nordstrasse beim ehemaligen Unterwerk Herti auf einem Grundstück der Wasserwerke Zug (WWZ). Dass die Stadt diese rund 6000 Quadratmeter grosse Parzelle ins Auge gefasst hat, ist nicht ganz neu. Bereits Ende Oktober des letzten Jahres bestätigte Bauchef André Wicki, dass die Stadt diesbezüglich Gespräche mit den WWZ führe.

Wie nun aus der Gerüchteküche zu vernehmen ist, werden diese Pläne konkreter. «Die WWZ stehen mit der Stadt Zug in Vorverhandlungen über eine mögliche Ansiedlung des Ökihofs und des Brockenhauses auf dem Grundstück des alten Unterwerks Herti per Anfang 2017», bestätigt Nicole Nussberger, Departementssekretärin des Stadtzuger Baudepartements. Die genaue Ausgestaltung einer möglichen Partnerschaft zwischen Stadt und WWZ sei allerdings noch Gegenstand der Verhandlungen. «Genauere Informationen können wir nach Abschluss der Gespräche bekannt geben», so Nussberger weiter. Und das sei voraussichtlich im Herbst. Eine fast identische Auskunft gibt es seitens der WWZ. Auch sie verweisen auf die laufenden Verhandlungen.

Treten die WWZ als Investor auf?

Von anderer Seite ist zu hören, dass die Gespräche schon ziemlich weit fortgeschritten sind. Wie zu vernehmen ist, sei durchaus denkbar, dass die WWZ bei dem Vorhaben als Investor auftreten. Mit anderen Worten, sie würden das Grundstück bebauen und die Räumlichkeiten an die Stadt vermieten. Die Gespräche würden mit Hochdruck geführt. Dies wohl nicht zuletzt, weil die Stadt doch ziemlich unter Zeitdruck steht. Sie muss bis Anfang 2017 auf der grünen Wiese einen komplett neuen Ökihof realisieren.

Die beiden Verhandlungspartner geben sich auch in diesem Punkt noch zurückhaltend. «Die Stadt und die WWZ streben eine Zusammenarbeit im Sinne einer Private-Public-Partnership an», sagt Nicole Nussberger. Die genaue Ausgestaltung dieser Zusammenarbeit sei Gegenstand der laufenden Verhandlungen.

Brockenhaus bleibt dabei

Geeinigt hat sich die Stadt jedoch bereits mit einem anderen Partner. «Geplant ist, dass das Brockenhaus und der Ökihof auch in Zukunft am selben Standort sind», so Nussberger. Ob diese Zusammenarbeit weitergehen würde, war bisher unklar. «Dass die räumliche Nähe bestehen bleibt, ist für uns attraktiv. Es macht Sinn, die verschiedenen Entsorgungsmöglichkeiten an einem Ort zu konzentrieren», erklärt Hans Küttel, Leiter des Brockenhauses. Ganz in trockenen Tüchern sei die Zusammenarbeit aber noch nicht. «Es hängt alles auch etwas von den Kosten ab. Wir müssen unsere Finanzen im Auge behalten», so Küttel weiter. Aber man sei sehr zuversichtlich.

Baar hat erst davon erfahren

Nicht vorgesehen ist laut Angaben der Stadt eine Zusammenarbeit mit Baar. Gemäss dem Baarer Bauchef Paul Lan­genegger sei ein gemeinsamer Ökihof nicht möglich. «Das geht aufgrund der Grösse der beiden Gemeinden nicht. Zudem verfügen wir über einen gut funktionierenden Betrieb.» Dass die Stadt teilweise auf Baarer Boden ihre neue Entsorgungsstelle plant, hat der Bauchef mit einiger Verwunderung zur Kenntnis genommen. Denn: «Wir haben davon erst in den letzten Tagen erfahren. Wir sind schon etwas enttäuscht und leicht verärgert, dass man uns da nicht früher informiert hat.»