ZUG: Ohne Wald wären Zuger Gefahren ausgesetzt

Schutzwald verbindet man meist mit dem Hochgebirge. Fast die Hälfte der Waldfläche im Kanton Zug hat jedoch Schutzfunktion.

Andreas Faessler
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Kantonsförster Martin Winkler am Steilhang bei der Nüflue. Hier hat der Schutzwald eine besonders wichtige Funktion. (Bild Stefan Kaiser)

Kantonsförster Martin Winkler am Steilhang bei der Nüflue. Hier hat der Schutzwald eine besonders wichtige Funktion. (Bild Stefan Kaiser)

Zwar ist Zug kein Gebirgskanton, aber weil er über eine hohe Siedlungsdichte und viele Steilhänge verfügt, braucht es gut gepflegten Schutzwald. Am Hang des Zugerbergs beispielsweise findet man einen klassischen Schutzwald, erklärt Kantonsförster Martin Winkler. Am See wohnen Menschen, eine Kantonsstrasse und die SBB-Bahnlinie führen unten entlang. «Das Schadenspotenzial ist also gross, wenn die Hänge hier ins Rutschen kommen. Ein Wald wird nämlich dann als Schutzwald eingestuft, wenn ein solches Schadenspotenzial vorhanden ist.» Doch der Wald am Zugerberg stabilisiert nicht nur die steilen Hänge, er schützt gleichsam vor Steinschlag. Es gibt hier einige prekäre Stellen, wo sich Nagelfluh oder anderes Gestein lösen und ins Tal rollen kann – so bereits geschehen, doch dank dem Wald ist niemand zu Schaden gekommen.

Die Pflege des Schutzwaldes ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Und wegen des tiefen Holzpreises können diese nicht gedeckt werden. Der Ausgleich des Defizits wird von Bund und Kanton – bezahlt. Doch Martin Winkler weiss, wie die Zuger Bevölkerung dem entgegenwirken kann: «Wer Zuger Holz kauft, unterstützt die Waldpflege und hilft auf diesem Weg mit, die Staatskasse zu entlasten.»