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ZUG: Onlinekäufe zwingen Zuger Ladenbetreiber zur Aufgabe

Mit dem Elsener Media@Home-Shop gibt Ende Jahr ein weiterer Ladenbetreiber wegen der übermächtigen Konkurrenz im Internet auf. Dies betrifft aber nur den Laden, denn die Beratung soll für die Kunden weiterhin gewährleistet sein.
Charly Keiser
Sonja und Giacomo Elsener testen in ihrem Laden an der Baarerstrasse einen Lautsprecher. (Bild: Stefan Kaiser (11. Dezember 2017))

Sonja und Giacomo Elsener testen in ihrem Laden an der Baarerstrasse einen Lautsprecher. (Bild: Stefan Kaiser (11. Dezember 2017))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Aus und vorbei. Und dies am 31. Dezember und nach 34 Jahren. Wer kennt ihn nicht, den ­Elsener Media@Home-Shop an der Baarerstrasse 19, der zuvor Sony Center Elsener hiess?

Manch einer hat sich in den letzten Jahren gefragt, wie Sonja und Giacomo Elsener ihren Laden an bester Lage profitabel betreiben können. Denn kaum ein Monat vergeht, an dem nicht neue Hiobsbotschaften für den Detailhandel publiziert werden.

Sinkende Margen und Umsätze

Elseners Unterhaltungselektronik-Shop hat weniger unter dem Frankenschock als dem Internet gelitten, wie Giacomo Elsener ­erklärt, der die Schliessung des Shops «vor allem auf zwei Gründe» zurückführt. «Die Marge für die Produkte, die wir verkaufen, ist über die Jahre hinweg laufend kleiner geworden. Und auch der Umsatz ist wegen des Preiszerfalls kontinuierlich zurückgegangen. Wir können den Laden nicht mehr mit Gewinn betreiben und hören darum auf, bevor wir drauflegen müssen.»

Der zweite Grund sei die mangelnde Zeit. Denn es sei ihm nicht möglich, gleichzeitig im Laden zu stehen und bei den Kunden zu sein, sagt Elsener, und Gattin Sonja ergänzt: «Und rund die Hälfte der Leute, die sich von uns im Laden beraten lassen, ­kaufen dann nicht bei uns.» Das Internet sei zweifelsohne die grösste Konkurrenz, ergänzt Giacomo Elsener. «Und der Verkauf im World Wide Web ist in den letzten Jahren extrem einfach geworden. Heutzutage kann bald jeder alles im Internet kaufen und sich gratis nach Hause liefern lassen. Da können wir preislich nicht mithalten.» Sonja Elsener fügt an: «Viele unserer Produkte können im Internet sogar unter un­serem Einstandspreis erstanden werden. Da geht die Rechnung für uns einfach nicht mehr auf.»

«Darum haben wir entsprechend reagiert»

Der Strukturwandel sei unaufhaltbar, zeigt sich Giacomo Elsener realistisch. «Und darum haben wir entsprechend reagiert.» Er werde ein wenig kürzertreten, sagt der 62-Jährige, der im Januar 63 Jahre alt wird. «Ich konzentriere mich auf meine Spezialitäten Heimberatung, Support sowie die Lieferung und Installation der von uns verkauften Unter­haltungselektronik.» Dank des Home-Office und der Zeit, die durch die Aufgabe des Ladens vorhanden sei, könne er einerseits weiterhin die High-End-Elektronik liefern und andererseits individuell zugeschnittene Lösungen anbieten. Schon heute sei es so, dass 90 Prozent der Kunden die Ware geliefert haben wollten. Die rund 3000 Personen zählende Stammkundschaft werde auch künftig periodisch angeschrieben, und er sei weiterhin während der normalen Bürozeiten erreichbar, betont er.

Mehr Chance als Problem

Für Sonja Elsener ist der Schnitt mehr Chance als Problem. «Ich mache heute schon Verschiedenes», sagt sie. «Ich bin persönliche Assistentin eines Finanzanalysten, arbeite für die Firma Jura als Fachberaterin für Kaffeemaschinen, bin hier im Geschäft und habe seit neuestem noch Stellvertretungen als Primarlehrerin übernommen. Ich mache alles, was mir Freude macht.» Auf einer Seite spüre sie schon Wehmut, bekennt die 55-Jährige. «Aber auf der anderen Seite freue ich mich riesig, mich noch einmal neu orientieren und vom Druck befreien zu können.» Denn als Selbstständiger habe man eine riesige Verantwortung und sei zeitlich dauernd angebunden. «Irgendwie freue ich mich, wenn der Laden zu ist. Sicher werden mir auch einige Sachen fehlen, wie zum Beispiel unsere treuen Kunden.»

Seit vergangenen Samstag läuft bei Elseners der Ausverkauf, und nach dem Ende bleibt mit der Zimmermann Radio TV Elektronik AG in der Chollermühle ein einziger Fachhändler-Laden in der Stadt Zug, der keinem der Grossen oder einer Kette gehört.

Nachfolger seit kurzem bekannt

Das Ende des Elektronik-Ladens ist für die Knecht Mode AG das grosse Glück. «Wir haben ein bisschen früher Weihnachten als andere», sagt denn auch Geschäftsführerin Myriam Sekandari, die vom jetzigen Standort am Bahnhofplatz per Anfang Juli als neue Mieterin einziehen wird. Das Haus am Bahnhof, in dem sie eingemietet ist, wird bekanntlich abgerissen. «Wir fassten lange auch ein Provisorium ins Auge und dachten daran, nach dem Neubau in unsere alte Lokalität zurückzugehen», erklärt Sekandari. «Aber jetzt haben wir den perfekten Platz gefunden – der Bahnhof ist für uns Geschichte.»

Hinweis
Infos unter: www.elsener-ag.ch und www.knecht-mode.ch

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