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ZUG: Open-Air-Kino bei Gewitter: Das Risiko eingehen oder nicht?

Ein Kino unter freiem Himmel. Diese romantische Vorstellung wird jäh zerstört, wenn sich ein Gewitter anmeldet. Macht nichts, oder?
Carmen Rogenmoser
Kinovergnügen unter freiem Himmel: das Open-Air-Kino in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

Kinovergnügen unter freiem Himmel: das Open-Air-Kino in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue LZ)

Pro

Sommer, Sonne, Sonnenschein – genau so fühlt sich die warme Jahreszeit in meiner Vorstellung an. Dass dem dann meistens doch nicht so ist und es häufiger kühl und nass ist, ignoriere ich grosszügig. Zum Sommer gehört für mich automatisch das Draussensein. Da finde ich es nur selbstverständlich, dass auch das Kino an die frische, sommerlich-schwüle Luft verlegt wird. Das Angebot nutze ich gerne.

Ferienstimmung gibt es dazu inklusive – ebenso wie eine Art 4D-Effekt. So ist es auch schon vorgekommen, dass während einer Filmszene mit einer wilden Verfolgungsjagd gleichzeitig eine Ambulanz mit Sirene und Blaulicht die nahe Strasse entlangjagte. Oder dass bei einer besonders traurigen Stimmung ein leichter Wind, der durch die Haare der Kinobesucher wehte, diese noch verstärkte.

Natürlich kann es vorkommen, dass genau am geplanten Outdoor-Kinoabend eine Gewitterfront aufzieht. Doch auch das kann mich nicht abhalten. So ein bisschen Regen macht mir nichts aus, und im Gegensatz zu Kollege Brandenberg fühle ich mich unter meiner Pelerine wohl, sogar geborgen. Zur Not packe ich dann halt eine warme Decke und eine Thermoskanne mit heissem Tee ein und halte mich so warm. Ein ganz spezielles Sommererlebnis bleibt das Open-Air-Kino sowieso.

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Contra

«Die Vorführungen beginnen mit dem Eindunkeln. Sie finden bei jeder Witterung statt.» Diese Sätze stehen auf der Website des Open-Air-Kinos Zug. Und mit dem Zweiten beginnt das Problem. «Bei jeder Witterung.» Mal allgemein: Was könnte man schon dagegen haben, wenn etwas, was sonst in stickigen oder aber unterkühlten Sälen stattfindet, draussen am See unter dem Sternenhimmel über die Bühne – sorry: Leinwand – geht? Sie haben es erraten: Ich traue der «Witterung» nicht.

Diese Skepsis hat gute Gründe. Denn von zehn Mal, an denen ich mich in meinem Erinnerungsvermögen auf die Tribüne eines Open-Air-Kinos gesetzt habe, begann es acht Mal zu regnen: entweder schon vor den lustigen Werbefilmchen oder spätestens, als alle Film­figuren eingeführt waren. Dann der Horror: alle diese durchsichtigen und hellblauen Pelerinen, das befeuchtete Popcorn, das gepanschte Bier, Leute, die aufstehen und die nasse Holztreppe runterfallen. Den Ton noch zu hören oder dem Film zu folgen, ist kaum mehr möglich.

Nicht ganz unschuldig an meiner Abneigung dürfte auch ein Trauma aus meiner Jugend sein. Mit 13 Jahren sah ich – unfreiwillig – den Fellini-Klassiker «Otto e mezzo» mit meinen Eltern. Ein verwirrender Film. Und langweilig. Und, ja: Es schüttete wie aus Kübeln.

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

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