ZUG: Parlament will Zuger Altstadt sanieren

Der Grosse Gemeinderat will das Kolingeviert als Ganzes sanieren – obwohl die Sanierung teuer ist und die Liegenschaft keine Traumrendite abwerfen wird.

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So soll das Kolingeviert dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll das Kolingeviert dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Das Kolingeviert ist eine mittelalterliche Blockrandbebauung in der Altstadt von Zug. 1999 zerstörte ein Brand eines der Objekte im Kolingeviert, das Haus am Kolinplatz 21, bis auf das Erdgeschoss. Seither klafft eine Lücke im Geviert. 2012 hat der Grosse Gemeinderat einen Projektierungskredit für den Wiederaufbau der Brandruine zu einem «Haus für junge Menschen» bewilligt. Gleichzeitig hat sich der Stadtrat mit weiteren städtischen Liegenschaften im Kolingeviert befasst, die allesamt stark sanierungsbedürftig sind.

Studien zeigen, dass das Geviert als Ganzes für rund zwölf Millionen Franken saniert werden soll. «Es geht hier um ein zentrales Stück Zuger Heimat, das identitätsstiftenden Charakter hat. Das Erfolgsmodell Zug braucht diese Identität», betont Stadtrat André Wicki, Vorsteher des Baudepartements.

Es handle sich um eine dringende Stadtreparatur, um den Erhalt eines Altstadtteils und um die Belebung der Altstadt, sagt Urs Bertschi (SP) im Namen der Bau- und Planungskommission. Gemäss Philip C. Brunner (SVP), Präsident der Geschäftsprüfungskommission, ist die Kommissions-Mehrheit der Meinung, dass bei diesem Projekt kein Luxus auszumachen sei.

Die Fraktionen waren sich weitgehend einig: «Man macht damit etwas für die Jugend und zur Belebung der Altstadt.» (Franz Weiss für die CVP). «Den return on investment erhalten wir in Form eines schönen, intakten und neuerlich belebten Teils der Zuger Altstadt.» (Ignaz Voser für die Alternative-CSP). «Es ist erfreulich, dass der Stadtrat die Sanierung dieses Aushängeschilds an die Hand nimmt. Es darf keine sofortige Rendite erwartet werden.» (Manfred Pircher für die SVP). «Wir sind bereit, für diese dringende Altstadtreparatur die Verantwortung zu übernehmen.» (Urs Bertschi für die SP).

Die Mehrheit der FDP-Fraktion hingegen lehnte das Projekt ab. Sie störte sich am Investitionsbetrag von rund 12 Millionen Franken, der laut Barbara Hotz mehr als einen Drittel des jährlichen Investitionsbudgets ausmacht. Und sie warnte, dass die Liegenschaft jährliche Verluste verursache. «Sie dürfen bereits heute sicher sein, dass wir mit einem Ja zu diesem Geschäft unseren Nachkommen eine Hypothek aufbürden, indem sie Jahr für Jahr einen Verlust in Höhe von mindestens von 100'000 Franken zu tragen haben werden.»

pd/rem