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ZUG: Peter Schulthess referierte zum Thema Leben und Sterben in der Fremde

Im Rahmen der Vortragsreihe zur Ausstellung «Anders. Wo. Zuger Aus- und Einwanderungsgeschichten» referierte Autor Peter Schulthess über das Leben zweier Auswanderer. Einer von ihnen kämpfte im Pazifikkrieg.
Vanessa Varisco
Der Autor Peter Schulthess berichtete über das Leben der beiden Auswanderer. (Bild: Stefan Kaiser)

Der Autor Peter Schulthess berichtete über das Leben der beiden Auswanderer. (Bild: Stefan Kaiser)

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

«Vom Leben und Sterben in der Fremde – die Auswanderer Heinrich Zollinger und Josef Hediger» – unter diesem Titel präsentierte der Autor Peter Schulthess eindrücklich zwei Lebensgeschichten von Auswanderern. Heinrich Zollinger, ausgewandert nach Java und Botaniker, lebte im 19. Jahrhundert. Josef Hediger hingegen war erst im 20. Jahrhundert als Melker nach Kalifornien ausgewandert.

Jedoch hatten die beiden Auswanderer auch einige Gemeinsamkeiten, so sind beide zurückgekehrt in die Schweiz, schliesslich aber in der Fremde gestorben. Auch haben beide ihr Leben ausführlich dokumentiert, Zollinger mit Tausenden Seiten in Tagebücher und Skizzen und Hediger mit über tausend Fotos. «Spannend ist besonders, wie wir vom Leben dieser Auswanderer erfahren, welche Mittel sie zur Verfügung hatten, um zu dokumentieren», findet Peter Schulthess, der an einer biografischen Website zu Heinrich Zollinger arbeitet. Mit viel Herzblut und Leidenschaft gestaltet er seinen Vortrag, weiss stets eine kleine Anekdote und bettet die Geschichten der Auswanderer auch in den historischen Kontext ein.

Mit dem Schiff ins neue Leben

Zollinger und Hediger sind jeweils mit dem Schiff gereist, wobei Zollinger vier Monate auf dem Segelschiff verbracht hat. Zur Verpflegung war eine Kuh ebenso wie Hühner an Bord. «Eine Reise mit dem Schiff ist eine ganz andere als mit dem Flugzeug, das kann man sich heute nur noch schwer vorstellen», berichtet Peter Schulthess. Zollinger ha in der Fremde Pflanzen für Forscher in Europa gesammelt, Vulkane bestiegen und Kartenmaterial erstellt. Gestorben ist er noch relativ jung auf seiner Plantage an den Spätfolgen von Malaria.

Von Josef Hediger kann Referent Peter Schulthess ausführlich berichten, auch viele Fotos aus dem Album des Auswanderers präsentiert er dem Publikum. «Eine Familiengeschichte aufzuarbeiten erfordert einiges an Recherche», weiss der Referent. «Josef ist als Melker in die USA ausgewandert, hat im Pazifikkrieg gekämpft, schliesslich in der Schweiz geheiratet und ist dann zurück nach Amerika, wo er auf einem kleinem Bauernhof lebte.

Schweizer Kolonien in den USA

Die Kombination von Peter Schulthess leidenschaftlichen Ausführungen, packender Präsentation und den Fotos aus dem Album, erlaubt es dem Publikum tief einzutauchen in die Lebensgeschichte von Josef Hediger. «Lebensgeschichte ist plötzlich erlebte Geschichte», meint Peter Schulthess, «Und das begeistert und fasziniert mich.» Spannend zu erfahren ist auch, dass es «Schweizer Kolonien» in den USA gab, wie Peter Schulthess sie nennt. «Die Schweizer wollten sich nicht integrieren, sie blieben unter sich, haben ihre Feste gefeiert und die ganze Kultur in die Fremde hinübergetragen», erklärt er.

Zwei Leben zweier Schweizer Auswanderer, die einzigartig dokumentiert sind und bemerkenswert von Peter Schulthess aufgearbeitet und präsentiert wurden. Am 25. Januar findet nun der nächste Vortrag der Reihe statt und am Dienstag, dem 30. Januar, schliesslich der letzte unter dem Titel «Einsiedeln anderswo – Präsenz eines Schweizer Dorfes in der amerikanischen Stadt Louisville, Kentucky.»

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