Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Pflanzen und Förster im Stress

Die kalte Jahreszeit war viel zu warm. Die Vegetation kam deshalb kaum zur Ruhe. Die Förster mussten besonders viel Aufwand betreiben.
Christian Glaus
Forstwart Thomas Arnold bei der Arbeit im Herrenwald bei Lindencham. Weil der Boden nicht gefroren ist, kommen die grossen Maschinen nur selten zum Einsatz. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Forstwart Thomas Arnold bei der Arbeit im Herrenwald bei Lindencham. Weil der Boden nicht gefroren ist, kommen die grossen Maschinen nur selten zum Einsatz. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Der milde Winter hat den Rhythmus der Pflanzen kräftig durcheinander gebracht. Die ersten Bäume in den Zuger Wäldern treiben schon wieder, wie Kantonsförster Martin Winkler festgestellt hat. «Die Vegetation ist etwa zwei bis drei Wochen voraus», sagt er. Die Pflanzen seien in diesem Winter kaum zur Ruhe gekommen, weiss Ruedi Bachmann, Bereichsleiter Forstbetrieb bei der Korporation Zug: «Doch eine gute Winterruhe wäre wichtig. So sind die Pflanzen gestresst.» Gleiches stellt Roman Merz, Forstverwalter der Korporation Unterägeri, fest. «Die Bäume stecken dies aber gut weg, wenn es nur vereinzelte milde Winter sind. Wenn die Winter wegen der Klimaerwärmung längerfristig milder werden, dann werden sich auch die Wälder verändern», erklärt der Fachmann.

Kälteeinbruch sprengt Bäume

Schlecht wäre allerdings, wenn es nochmals richtig kalt wird und viel Schnee fällt. Die Triebe und Knospen würden dann erfrieren. «Eine richtige Kältewelle könnte die Bäume gar sprengen», sagt Martin Winkler. Weil die Bäume schon wieder zu wachsen beginnen, ist Wasser in den Stämmen. Dieses dehnt sich aus, wenn es gefriert und kann so die Stämme sprengen.

Grossen Einfluss hatte der milde Winter vor allem auf die Arbeit der Förster. Sie nutzen jeweils die kalte Jahreszeit, um die Bäume zu fällen und aus den Wäldern zu transportieren. Doch dies gestaltete sich schwierig: «Es war katastrophal. Ständig war es feucht-warm», fasst Ruedi Bachmann zusammen. Weil die Böden nie richtig gefroren waren, konnten sie mit den schweren Maschinen nicht befahren werden. «Die Arbeit war deshalb viel aufwendiger. Gewisse Holzschläge können wir gar nicht erst machen», sagt Bachmann. Sein Fazit ist eindeutig: «Das war ein schlechter Winter.»

Marge schrumpft

Bei der Korporation Unterägeri, die etwa 1000 Hektaren Wald bewirtschaftet, ist man froh, dass wenig Schnee gefallen ist. Die Bäume konnten so zwar einfacher gefällt werden. Viele Stämme liegen nun aber immer noch im Wald. «Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass der Boden nochmals zufriert. Nun warten wir darauf, dass er trocknet, bevor wir das Holz aus dem Wald holen», sagt Roman Merz. Sonst würden grosse Schäden entstehen.

Die Korporationen Zug und Unterägeri gehen davon aus, dass sie ihre Abnehmer mit genügend Holz versorgen können. «Wir sind zwar etwas im Rückstand, das können wir aber noch aufholen», gibt sich Merz optimistisch. Allerdings dürften die Margen schrumpfen. «Weil der Aufwand grösser ist, wird der Holzschlag teurer», sagt der Forstverwalter. «Das rentiert fast nicht mehr.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.