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ZUG: Phönix-Geschäftsleiterin Yvonne Lüdi: «Wir haben uns positiv entwickelt»

Die Stiftung Phönix feiert das 40-jährige Bestehen. Heuer gibt es auch Veränderungen: Geschäftsleiterin Yvonne Lüdi scheidet nach 19 Jahren im Sommer aus.
Monika Wegmann
Yvonne Lüdi freut sich über das Jubiläum der Stiftung Phönix Zug. (Bild: Maria Schmid (Zug, 25. Januar 2018))

Yvonne Lüdi freut sich über das Jubiläum der Stiftung Phönix Zug. (Bild: Maria Schmid (Zug, 25. Januar 2018))

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

«Psychische Krankheiten treffen Menschen meist unvermittelt. Oft sind sogar junge Leute von schizophrenen Erkrankungen oder schweren Depressionen ­betroffen», stellt Yvonne Lüdi, Geschäftsleiterin der Stiftung Phönix Zug, fest. «Wir begleiten und betreuen Menschen mit psychischen Leiden mit verschiedenen Angeboten.» Die Institution leiste aber keine medizinische Behandlung oder Therapie, sondern trage dazu bei, dass diese Menschen, trotz gesundheitlichen Einschränkungen, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen könnten.

Mit gewissem Stolz verweist Yvonne Lüdi auf die inzwischen fünf Betriebe, welche die Stiftung Phönix heute führt: «Es gibt das Begleitete Wohnen, das Übergangswohnhaus und das Tageszentrum in Zug, das Wohnheim Rufin Seeblick in Oberwil und das Wohnheim Euw in Unterägeri.» Wie sie ausführt, habe die Stiftung 1982 mit einer Wohngemeinschaft begonnen, weitere seien dazugekommen, ab 1985 habe der Freizeittreff geöffnet.

Mehr Klienten, mehr Personal

«Das erste Begleitete Wohnen startete 1999, als ich als Assistentin des kürzlich verstorbenen Geschäftsführers René Burkhalter begann», sagt Lüdi und ergänzt: «In diesem Jahr wurden 40 Personen betreut, und zirka 100 besuchten das Tageszentrum. Heute begleiten wir jährlich zirka 100 Personen, und das Tageszentrum verzeichnet weiterhin rund 100 Klienten.»

Die Stiftung Phönix Zug, die heuer das 40-Jahr-Jubiläum feiert, habe sich sukzessive entwickelt. Dies zeige auch der Personalbestand: 1999 betrug er rund 30 Personen, heute sind es rund 60. Es sei jedoch zunehmend schwierig, gutes Betreuungsfachpersonal zu finden, so Lüdi. Die Mitarbeiter kämen aus verschiedenen beruflichen Richtungen, aus der Psychiatriepflege, der Psychologie, Sozial­pädagogik und Hauswirtschaft. Dies ermöglicht es laut Lüdi, die von psychischen Leiden betroffenen Menschen zu stärken und gemeinsam ihre Ressourcen zu mobilisieren. Die Geschäftsführerin: «Es braucht individualisierte Angebote. Eine gewisse Selbstständigkeit ist gewünscht. Doch die Krankheit setzt Grenzen, das löst oft grosse Ängste aus. Die Menschen wollen sich sicher fühlen und brauchen gewisse Unterstützung.» Durch die verschiedenen Phönix-Betriebe erhielten sie eine Tagesstruktur und würden notfalls rund um die Uhr betreut.

Mit der wachsenden Bevölkerung sei auch der Bedarf gestiegen. Yvonne Lüdi ist überzeugt, dass es prozentual heute nicht mehr Erkrankungen als früher gibt: «Aber es lassen sich mehr Leute behandeln, zudem besteht heute ein offenerer Umgang mit psychischen Erkrankungen. Eine Klinik ist aber kein Dauerwohnheim, manche unserer Leute waren schon zwei- bis dreimal dort. Wenn es nachher aber kein weiterführendes Angebot gibt, verkümmern die Menschen in ihren Wohnungen.»

Leistungsauftrag vom Kanton

Viele Klienten melden sich selber oder werden von anderen Stellen zugewiesen. Als wichtig erachtet Yvonne Lüdi, dass die Stiftung vom Kanton einen Leistungsauftrag erhalten hat. «Der Kanton hat ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Aber auch wir müssen kämpfen, denn der Bedarf ist da. Wir hatten vor längerer Zeit ein Ausbauprojekt, es wurde aber kein geeigneter Platz gefunden.» Derzeit werde mit dem Kanton Zug das Projekt «InBeZug» vorbereitet, das ihr designierter Nachfolger Fabian Felchlin weiterführen wird. Er gehört bereits zur Geschäftsleitung.

Auch für die Stiftung Phönix sind die Spender wichtig und ausserdem der ehrenamtlich wirkende Stiftungsrat, dem schon viele bekannte Persönlichkeiten angehört haben. «Die Stiftung Phönix ist ein grosses Gemeinschaftswerk», sagt Yvonne Lüdi. Sie arbeite auch deshalb so erfolgreich, weil sie im Kanton und in der Schweiz gut vernetzt sei. Sie werde vom Kanton und der Bevölkerung gut unterstützt. Yvonne Lüdi gibt zu bedenken: «Die psychische Krankheit ist kein einfaches Thema. Wir begleiten Leute, die es schwer haben. Umso wertvoller ist es, dass wir ihnen Unterstützung bieten – denn die braucht es.»

Hinweis

Zum 40-Jahr-Jubiläum der Stiftung Phönix Zug findet am Mittwoch, 31. Januar, eine Tagung im Lorzensaal in Cham statt. Von 13 bis 19 Uhr stehen mehrere Vorträge auf dem Programm.

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