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ZUG: Poetry-Slam in Zug: Auf der Suche nach dem Meister der Savanne

Am Mittwoch startete die Frühlingstrilogie der Zebrafanten-Poetry-Slam-Show in der Chicago Bar. Erfahrene Poeten und wagemutige Neulinge zeigten ihr Können mit dem gesprochenen Wort.
Wolfgang Meyer
Der bekannte Slam-Poet Tommy Trixa aus Dresden am Anlass in der Chicago Bar. (Bild: Maria Schmid (Zug, 21. Februar 2018))

Der bekannte Slam-Poet Tommy Trixa aus Dresden am Anlass in der Chicago Bar. (Bild: Maria Schmid (Zug, 21. Februar 2018))

Zebrafant ist der erste Kulturverein im Kanton Zug, der sich der Förderung von Poetry-Slam widmet. Der Dichtsport verbindet eine breite stilistische Palette von Dadaismus über Shakespeare bis zu Tupac. Nur die engen Beinklei­der und die klobigen Turn­tables bleiben zu Hause: Keine Requisiten, nur selbst geschriebener Text, heisst die Regel. Maximal sechs Minuten am Stück. Und bei den Zebrafanten darf es gerne auch mal der erste Text sein.

Denn auch für Erstlinge und Newcomer bietet die Bühne wohlwollend Platz. Raphael Baumann ist einer jener, die am Mittwoch zur Auftaktveranstaltung der aktuellen Zebrafanten-Poetry-Slam-Reihe in der Chicago Bar den Schritt ans Mikro wagten. Mit Pseudonymen eher durchsichtig verschleiert trägt er eine berührend ehrliche Liebeserklärung vor. Das Publikum kann nur vermuten, dass die Worte Partnerin und Kindern gewidmet sind.

Dem Publikum ans Herz gewachsen

Baumanns Nervosität beim Ablesen vom zitternden Blatt liegt spürbar in der Luft. Wem der Poet während dieser Worte nicht ans Herz gewachsen ist, der hat keines. Und so entlädt sich die Anspannung des Moments in wohlwollendem Applaus. «Es ist wunderbar, die ersten Erfahrungen als Slam-Poet vor so einem respektvollen und solidarischen Publikum machen zu dürfen», meint der Baarer nach seinem Auftritt. «Die Wärme und das Wohlgefühl, das sich nach dem gewagten Sprung einstellt, ist einfach unvergleichlich.» So soll es auch sein, denn: «Wir zelebrieren hier die Texte jedes Literaten, und wenn sich jemand das erste Mal hinters Mikrofon traut, dann hat er nur schon allein für seinen Mut einen mordsmässigen Applaus verdient,» sagt Robert Henrik von Dewitz. Zusammen mit Debora Baumgartner ist er Mitinitiant der Zebrafanten-Reihe. Beide schreiben auch selber Texte. «Als wir damals mit dem Gymnasium nach Zürich in die Rote Fabrik fuhren, um Poetry- Slam zu sehen, ist der Virus auf mich übergesprungen», erinnert sich von Dewitz.

Das Künstlerduo Hoffnung+Kiwi moderiert derweil und leitet zum nächsten Poeten über. «Wir versuchen die verschiedenen Poeten und ihre Texte in einen Rahmen zu fassen, der dem Zuhörer kurz Zeit gibt, das Gehörte zu verarbeiten und sich auf das Neue einzustellen. Hier geht es nicht um uns, sondern um die Literaten,» erklärt Severin Hofer vom Duo. Insgesamt trugen sieben Poeten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Texte vor. Darunter sattel­feste Word-Poeten, deren Texte unter die Haut gingen, wie Joel Perrin, der mit griffigem Flow tiefschürfende Themen bespielt. Der Medizinstudent schildert den stoischen Kampf eines Patienten, der an zystischer Fibrose leidet und auf einen Lungenspender wartet. Oder er schmettert ein aufrüttelndes Plädoyer für Authentizität in der Gesellschaft und Mut zur Demaskierung des Ichs. Keine leichte Kost. Aber hervorragend serviert. Der Publikumsliebling am Anlass wird jeweils zum «Meister der Savanne» ernannt.

Das nächste Mal gastieren die Zebrafanten am 21. März wieder in der Chicago Bar und das übernächste Mal am 18. April. Sie suchen noch mutige Newcomer für den Anlass.

Wolfgang Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch.ch

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