ZUG: Politik vertreibt die Sportvereine

Während zweier Wochen sollen Spitzensportler Zugs Sporthalle nicht benutzen können. «Ein Skandal», findet ein Meistertrainer.

Charly Keiser
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Vor kurzem hatten die Sportlerinnen des LK Zug (im Bild Sibylle Scherer und Annina Ganz) in der Sporthalle noch allen Grund zum Jubeln. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Vor kurzem hatten die Sportlerinnen des LK Zug (im Bild Sibylle Scherer und Annina Ganz) in der Sporthalle noch allen Grund zum Jubeln. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

«Man stelle sich vor, die Bossard-Arena wird beschlagnahmt. Der EVZ kann den Trainingsbetrieb mit allen Teams einstellen und das Meisterschaftsspiel gegen den ZSC findet in Seewen statt. Unvorstellbar! Unvorstellbar? Doch genau das geschieht nun beim amtierenden Schweizer-Handballmeister und Cupsieger LK Zug.»

Der Grund für die dramatischen Zeilen, des als sehr besonnen geltenden Peter Stutz, ist eine Ankündigung des Stadtrats. Denn dieser will die Zuger Sporthalle in der Herti vom 23. September bis zum 6. Oktober als Auswertungslokalität für die Gesamterneuerungswahlen brauchen. «Missbrauchen», wie Stutz das nennt. Denn die Nutzervereine würden kurzerhand aus der Trainings- und Spielhalle geworfen, obwohl bereits alle Spielpläne zumindest der Handballerinnen für die kommende Saison erstellt seien.

Keine Alternative gefunden

«Es wurden nochmals eingehend verschiedene Alternativen zur Belegung der Sporthalle geprüft», schreibt der Stadtrat an die IG-Sportvereine der Stadt Zug. Doch leider hätten diese Abklärungen zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt. Wegen des Majorzwahlsystems brauche es mehr Platz. «Und sehr viele Lokalitäten» stünden wegen feuerpolizeilichen Bestimmungen nicht zur Verfügung. «Aus diesem Grund sehen wir uns definitiv gezwungen, die Auswertung in der Sporthalle vorzunehmen.»