ZUG: Polizei beendet illegale Demo

Mit Verspätung begann gestern die unbewilligte Anti-WEF-Demonstration auf dem Bundesplatz. Mit einem Grossaufgebot verhinderte die Polizei jegliche Eskalation.

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Die unbewilligte anti-WEF-Demonstration startete kurz nach 15 Uhr. Die Polizei beendete die Kundgebung kurze Zeit später. (Bild: Keystone)

Die unbewilligte anti-WEF-Demonstration startete kurz nach 15 Uhr. Die Polizei beendete die Kundgebung kurze Zeit später. (Bild: Keystone)

Auf dem Bundesplatz in Zug formiert sich eine Kundgebung von wenigen Personen gegen Kapitalismus. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
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Nachdem die Kundgebung doch durchgeführt wird, sichern Einsatzkräfte der Polizei das Gebiet um den Bundesplatz in Zug grossräumig ab (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Grosses Polizeiaufgebot an der Anti-WEF-Demonstration "Wipe Out WEF" am Samstag, 23. Januar 2016, in Zug. (Bild: Keystone/ALEXANDRA WEY)
Die Polizei auf dem Bundesplatz in Zug. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Die Polizei im Einsatz bei der Anti-WEF Demo auf dem Bundesplatz in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Die Polizei kontrollierte auch am Bahnhof. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Ein grosses Aufgebot von Sicherheitskräften war bei der unbewilligten Demo vor Ort. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Der Bundesplatz in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Auf Plakaten stand: "Smash WEF". (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Hier haben sich die Demonstranten vor dem Coop City versammelt. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Anti-WEF Demo auf dem Bundesplatz in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Die Menschen demonstrierten gegen das WEF. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Die Polizei und Securitas-Mitarbeiter waren vor Ort. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Die Polizei war einsatzbereit. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Eine Demonstrantin auf dem Bundesplatz. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Einige Demonstranten stehen vor dem Coop City in Zug. (Bild: Charly Kaiser)
Die Lage in der Stadt Zug ist vor der Demo noch ruhig. (Bild: Charly Kaiser)
Die Polizei steht vor der Demonstration bereit und markiert Präsenz. (Bild: Charly Kaiser)
Einige Polizeiautos in der Nähe des Bahnhofs. (Bild: Charly Kaiser)
Es sind vor der Demonstration kaum Menschen unterwegs. (Bild: Charly Kaiser)
Auch hier wartet die Polizei auf ihren Einsatz. (Bild: Charly Kaiser)
Menschenleer präsentiert sich die Stadt Zug am Samstagnachmittag. (Bild: Charly Kaiser)

Auf dem Bundesplatz in Zug formiert sich eine Kundgebung von wenigen Personen gegen Kapitalismus. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))

Charly Keiser

«High Noon» heisst der bekannte Western aus dem Jahr 1952 mit Gary Cooper und Grace Kelly. Genauso, wie im Film das Kleinstädtchen Hadleyville gebannt auf die Ankunft eines Banditen wartet, erwartete Zug gestern jeden Zug, der ab 14 Uhr in den Bahnhof einfuhr.

Dutzende Polizeifahrzeuge stehen rund um den Bahnhof und den Bundesplatz. Die Polizei markiert mit einem Grossaufgebot Präsenz, und kein Demonstrant kann unbehelligt aus dem Bahnhofgebäude marschieren. Schon früh werden einzelne Personen abgeführt.

Die Aufmerksamkeit verlagert sich auf den Bundesplatz. Es ist schon Viertel nach drei, und noch ist von einer Demonstration nichts zu sehen. Der Platz ist gerammelt voll. «Hier hats ja mehr Gaffer als Demonstranten», sagt einer. Der Nachbar nickt. Doch sind die Mehrzahl der Leute wirklich nur Zaungäste? Man sieht und hört gut, dass es sehr viele «Besucher» sind, die den Weg nach Zug gefunden haben. Die Polizei wird später von rund 250 sprechen – eine Zahl, die sehr plausibel erscheint. Bis zu 600 Demonstranten, ein Drittel gewaltbereit, hätten sie gemäss der Nachrichtenlage erwartet, sagt Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Strafverfolgungsbehörden, und ergänzt: «Auf diese Vorgabe und Ausgangslage haben wir uns entsprechend vorbereitet.» Immer wieder werden Demonstranten von Polizisten in voller Montur aus der Menge geholt und überprüft.

Unverständliche Rede

15.25 Uhr, jetzt gehts los. Vor dem Haupteingang zum Coop-City werden Tücher mit antikapitalistischen Parolen aufgespannt. Eine Frau schreit in ein Megafon. Kein Mensch versteht ein Wort. Mehr belustigt und amüsiert verfolgen die Zaungäste das Tun. Als die Frau das Megafon zur Seite legt, applaudieren deren Sympathisanten. Alle Teilnehmer der Demonstration, und damit auch die Gaffer, werden von der Polizei gefilmt und fotografiert. Der harte Kern um die Frau mit dem Megafon wird von den Einsatzkräften langsam in Richtung Kreuzplatz gedrängt und eingekesselt. Immer mehr werden von der Polizei separiert. 22 Personen werden festgenommen, 100 mit einer Wegweisung belegt. Immer weniger Volk steht auf dem Bundesplatz. Ein Mann packt die Gitarre aus und stimmt ein Protestlied an. Der mittlerweile kümmerliche Rest der Sympathisanten applaudiert.

Mit der aufkommenden Dunkelheit sinkt die Temperatur. Es scheint, als hätten sich die Hitzköpfe abgekühlt.

Hat Zug Glück gehabt, das Ziel erreicht? Ist der grosse Aufwand der Sicherheitskräfte gerechtfertigt oder zu gross? Die Überschaubarkeit und geringe Grösse scheint gestern viel beigetragen zu haben. «Es wäre das Ziel, dass sich Zug heute als ungeeigneter Ort für Demonstrationen herausgestellt hat», sagt Stadtrat und Sicherheitschef Urs Raschle und ergänzt: «Hoffentlich kann nun der traditionelle Fackelzug der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt werden. Etwas, was uns wichtig ist.» Doch Raschle freut sich zu früh. Kurz danach wird der Umzug abgeblasen.