ZUG: Post lässt sich für Lösung Zeit

Der Stadtrat strebt fürs Postgebäude im Zentrum eine zur Lage passende künftige Nutzung an. Der Gelbe Riese hat jedoch einen langfristigen Fahrplan.

Marco Morosoli
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Wie die Zuger Hauptpost dereinst genutzt werden soll, ist laut der Schweizerischen Post weiterhin «in der Schwebe». Derzeit werde geprüft, wie das Gebäude nach dem Auszug der Poststelle genutzt werden könne. (Bild Werner Schelbert)

Wie die Zuger Hauptpost dereinst genutzt werden soll, ist laut der Schweizerischen Post weiterhin «in der Schwebe». Derzeit werde geprüft, wie das Gebäude nach dem Auszug der Poststelle genutzt werden könne. (Bild Werner Schelbert)

Marco Morosoli

Der Stadtrat hat sich zum wiederholten Male mit der Zukunft der Zuger Post am gleichnamigen Platz im Herzen Zugs befasst. In einem kürzlich ver­öffentlichten Bericht zu einem Postulat von Susanne Giger (parteilos) hat sich die Exekutive nochmals mit der Schliessung der Zuger Hauptpost im vergangenen November befasst. Dieser Schritt der Post hat in der Bevölkerung einigen Missmut verursacht.

Giger hat in ihrem Vorstoss festgehalten, dass der Wegfall der Poststelle im Stadtzuger Zentrum «einen klaren Abbau des Service public in diesem Stadtteil» bedeute. Deshalb müsse sich die Exekutive des Hauptortes «mit vollen Kräften dafür einsetzen, dass die Poststelle im Gebäude der Hauptpost am Postplatz erhalten bleibt».

Die Exekutive schreibt an die Adresse von Susanne Giger: «Trotz des nicht vorhandenen Handlungsspielraums hat es der Stadtrat nicht unterlassen, sich für eine möglichst gute Lösung einerseits in Bezug auf die postalische Grundversorgung in der Altstadt und andererseits hinsichtlich einer attraktiven Nachnutzung des ehemaligen Postgebäudes einzusetzen.»

Der Behauptung Gigers, dass es das Einverständnis des Stadtrates brauche, um eine Poststelle aufzuheben, widerspricht die Exekutive: «Eine eigentliche Mitwirkung kommt den Gemeinden nicht zu. Ist die postalische Grundversorgung gewährleistet, bestehen zudem keine Erfolg versprechenden Möglichkeiten, sich gegen eine Schliessung oder eine Verlegung zu wehren.»

Jedoch versichert der Stadtrat, dass er darauf «beharrt, dass die Post in der Altstadt eine Agenturlösung realisiert».

Die Schweizerische Post will sich derweil nicht auf einen verbindlichen Fahrplan festlegen. Wie das Gebäude der ehemaligen Zuger Hauptpost dereinst genutzt werden soll, ist laut dem Postsprecher Oliver Flüeler weiterhin «in der Schwebe». Derzeit entwickle die Post «ein Vorprojekt». Dabei handle es sich um eine Art Marktanalyse: «Wir wollen herausfinden, was am Standort der alten Post möglich ist.» In welche Richtung, kann Flüeler aber noch nicht sagen.

Da hat die Stadt Zug schon klarere Vorstellungen. Dies zeigt die Postulatsantwort: «Einerseits ist ein langjähriger Leerstand nicht erwünscht, andererseits muss die künftige Nutzung klar im Sinne einer belebten Altstadt ausfallen. Zur Erhöhung der Attraktivität müsse eine publikumsorientierte Nutzung wie Läden, Restaurants, Ateliers, Schaufenster und dergleichen vorgesehen werden. Dies schon deshalb, «weil mit der Umgestaltung des Postplatzes im Jahre 2018 dieser innerstädtische Bereich noch an Zentrumsqualität gewinnen wird».

Die Sache mit dem Provisorium

Post-Sprecher Oliver Flüeler versichert, dass eine Agenturlösung angestrebt werde: «Wir sind mit verschiedenen Partnern im Gespräch. Es sind aber noch keine Verträge unterschrieben.» Die Stadt bringt dabei das neue Bistro Speck am Kolinplatz 21 ins Gespräch. Das Gebäude, in dem das Café betrieben werden soll, ist derzeit im Bau. Flüeler sagt, dass der gegenwärtige Zustand mit der Poststelle mit reduziertem Angebot aufrechterhalten werde, bis eine definitive Lösung gefunden worden sei. Deshalb sei ja auch von einem «Provisorium» die Rede.