Zug präsentiert sich an der 70. Olma

Die 70. Olma ist am Donnerstagmorgen in St. Gallen von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf eröffnet worden. Gastkanton ist neben Glarus auch Zug.

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Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf eröffnete am Donnerstag im Beisein von Christian Manser, Präsident der Olma-Tierschauen, die 70. Olma. (Bild: Keystone)

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf eröffnete am Donnerstag im Beisein von Christian Manser, Präsident der Olma-Tierschauen, die 70. Olma. (Bild: Keystone)

So funktionierts: Wenn man in den Lichtkegel tritt, sprechen die Personen auf der Leinwand. Für die Technik und Installation der Wand ist die Luzerner Firma Auviso zuständig. (Bild: Christen Visuelle Gestaltung)

So funktionierts: Wenn man in den Lichtkegel tritt, sprechen die Personen auf der Leinwand. Für die Technik und Installation der Wand ist die Luzerner Firma Auviso zuständig. (Bild: Christen Visuelle Gestaltung)

Glarus und Zug sind in diesem Jahr Gastkantone. Kern ihres gemeinsamen Auftritts ist die Sonderschau «ZUGLARUS», ein interaktives Filmpanorama. Lebensgross stehen Personen aus dem Zug auf der Leinwand und erzählen ihre Geschichten. Grosses Spektakel verspricht der Tag der Gastkantone am kommenden Samstag, an dem sich ein riesiger Umzug mit 40 Themendarstellungen durch die Gastgeberstadt wälzen wird. Der Umzug hat Tradition. Neben Althergebrachten zeigen sich auch die Beresina-Grenadiere der Harmoniemusik Zug oder die jungen Seilspringakrobaten der Showgruppe «Skip ’n’ Joy». Zahlreiche Zuger Züchter erhalten während der elftägigen Ausstellung ihr Schaufenster.

«Das ist das Schöne an der Olma: Gegen 400'000 Menschen sprechen und lachen zusammen, freuen sich an Tieren, landwirtschaftlichen und gewerblichen Produkten», sagte Eveline Widmer-Schlumpf. «Und alle essen eine Olma-Bratwurst». Da würden für einen Moment alle «E», E- Mail, E-Government und E-Commerce, verblassen, sagte sie.

Es würde nichts schaden, wenn sich noch etwas mehr Menschen an der Olma ein Bild der Landwirtschaft machen würden, sagte Eveline Widmer-Schlumpf. Für einige sei Landwirtschaft gleich bedeutend mit Subventionen, mit Stillstand, mit teuren Lebensmitteln - die man ja sowieso viel billiger importieren könnte, so die Bundespräsidentin.

«Wichtiger Fixpunkt»

Doch für andere sei klar: Die Landwirtschaft sei ein wichtiger Fixpunkt. Sie produziere das, wovon wir alle lebten: Lebensmittel. Sie hege das, was wir alle liebten: Hügel, Wiesen und Wälder. Sie denke auch so, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

Die Ausgaben des Bundes für die Landwirtschaft seien gemessen an den Gesamtausgaben seit Jahren rückläufig. In der Landwirtschaft sei Bewegung, Stillstand sehe anders aus, so Widmer-Schlumpf. Der nächste Schritt auf dem Weg in die Zukunft sei die Agrarpolitik 2014 - 2017, die der Nationalrat gerade ausführlich behandelte.

«Swissness» bringe Vorteile

Autarkie und Selbstversorgung sei nicht das Ziel des Bundesrates. «Aber eine Importstrategie ist noch viel weniger unser Ziel!», betonte die Bundespräsidentin. Die Chancen der Schweizer Landwirtschaft lägen in einer «Qualitätsstrategie». Man müsse dafür sorgen, dass wo «swiss made» draufsteht auch «swiss» drin sei.


Die Landwirtschaft verfolge auch Ziele, die sich am Markt und im Wettbewerb nicht auszahlten, sagte Widmer-Schlumpf. Diese ökologischen Ziele seien nicht beliebig, sondern in der Verfassung verankert. «Auf diese wollen wir die Direktzahlungen an die Landwirtschaft in Zukunft ausrichten», sagte die Bundespräsidentin.

Reform hin oder her: der finanzielle Rahmen für die Landwirtschaft bleibe auch in Zukunft bestehen. Dazu stehe sich auch als Finanzministerin, sagte Widmer-Schlumpf. Wie bei der Landwirtschaft wolle der Bundesrat auch bei der Energie eingreifen und steuern, um ökologische Ziele zu erreichen - mit der «Energiestrategie 2050».

Energie- und Landwirtschaftspolitik seien nicht das Gleiche, aber es gebe Parallelen, sagte Widmer-Schlumpf: «Wir wollen bei beidem die Umwelt schützen und die Eigenständigkeit und Sicherheit der Versorgung erhöhen». Zur Demokratie gehöre, dass gestritten werde, welches die besten Instrumente sind, um die Ziele zu erreichen.

Die Ausstellungsfläche der 70. Olma beträgt knapp 50'000 Quadratmeter. Rund 640 Aussteller aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland präsentieren in diesem Jahr ihre Produkte und Dienstleistungen. Umrahmt wird die Messe von einer Vielzahl von Sonderschauen. Erstmals wird der Olma-Singtag veranstaltet.

Zur Olma gehören traditionellerweise Tiervorführungen, Schwingwettkämpfe, Ländlermusik, bäuerliches Hand- und Kunstwerk, aber auch die Degustation von Speisen und Tranksame.

sda