ZUG: Primarlehrer – ein Auslaufmodell

An den Primarschulen unterrichten über 80 Prozent Frauen. Der Kanton will Gegensteuer geben. Doch die Kampagnen zeigen bis jetzt wenig Wirkung.

Silvan Meier
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Als der Lehrer in der Regel noch ein Mann war: Lang ists her. (Bild: Getty)

Als der Lehrer in der Regel noch ein Mann war: Lang ists her. (Bild: Getty)

Dass der tiefe Männeranteil auf Primarschulstufe nicht ideal ist, haben die Bildungsdirektion und die Pädagogische Hochschule Zug (PH Zug) schon länger erkannt. Vor knapp drei Jahren haben sie eine Kampagne, unterstützt, die mehr Männer für den Lehrerberuf begeistern sollte. Vor einem Jahr doppelten männliche Studenten der PH Zug nach. Sie gestalteten Plakate, die sie einerseits in ihren früheren Berufen und andererseits im Klassenzimmer zeigten. Der Erfolg? «Gleich Null», sagt Barbara Kurth-Weimer, Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrervereins des Kantons Zug (LVZ). Auch Luc Ulmer von der PH Zug ist vorsichtig, wenn es um die Beurteilung des Kampagnenerfolgs geht. Fakt sei, dass sich nach Kampagnenbeginn mehr Männer für den Lehrerberuf interessiert hätten. Die zwei Kampagnen seien insofern ein Erfolg gewesen, weil sie in den Medien eine hohe Beachtung fanden und somit eine breite Öffentlichkeit sensibilisiert haben.

Für Barbara Kurth setzt die Plakataktionen am falschen Ort an. «Strukturelle Mängel lassen sich mit Kampagnen nicht beseitigen.» Ihr Rezept sieht anders aus: «Es braucht eine Lohnerhöhung und die Arbeitsbelastung muss gesenkt werden.»