Zug
Promenade statt Tunnel – Stadtrat sucht nach einer Verkehrsstrategie

Der VCS hat das Konzept «Promenade Zug» ausgearbeitet, die Fraktion ALG-CSP hat dieses im Februar zum Gegenstand einer Interpellation gemacht. Der Stadtrat wird in seiner Antwort nicht konkret, wie die künftige Verkehrsplanung aussehen soll.

Harry Ziegler
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Dass der Verkehr in der Stadt Zug diverse Probleme verursacht, stellt in der Politik niemand in Abrede. So stimmen die übergeordneten Ziele des vom VCS ausgearbeiteten Konzepts «Promenade Zug» mit den Zielen des Stadtrats überein: Es sind laut stadträtlicher Antwort die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, die Förderung des Langsamverkehrs und die Verflüssigung des motorisierten Individualverkehrs (MIV). «Diese Ziele stehen denn auch bei den weiteren Planungen für eine übergeordnete Verkehrsstrategie im Fokus.»

Langer Einbahnring als Nachteil

Allerdings wäre ein langer Einbahnring, wie ihn das VCS-Konzept zwischen Postplatz und Gubelstrasse vorsieht, laut Stadtrat ein «entscheidender Nachteil». Denn: «Die vorgeschlagene Verkehrsführung erschwert einerseits die direkten Fahrbeziehungen für den gesamten MIV und führt dazu, dass der Ziel- und Quellverkehr innerhalb des Zentrums je nach Startpunkt gezwungen wird, weite Umwege in Kauf zu nehmen.» Dies wiederum führe zu unerwünschtem Mehrverkehr in den umliegenden Quartieren.

Auf die Frage, wie das VCS-Konzept in die aktuelle Phase der Ortsplanungsrevision einfliesse, antwortet der Stadtrat in schönster Beamtenschreibe: «Die zukünftige Mobilitäts- und Freiraumstrategie der Stadt Zug wird einen integrativen Ansatz beinhalten, der darauf abzielt, die Thematik im Gesamtkontext mit der Ausgestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums zu setzen.» Heisst: Noch wissen wir nicht, wohin die Reise gehen wird. Das VCS-Konzept wird nicht weiterverfolgt.

Ein einfacher Zentrumstunnel

Nicht vom Tisch ist eine Tunnellösung, auch sechs Jahre nach dem Nein der Zugerinnen und Zuger zum Stadttunnel. Dabei steht ein «einfacher Zentrumstunnel» im Vordergrund, «welcher das Zentrum zu Gunsten der Lebens- und Aufenthaltsqualität auch langfristig zu entlasten vermag. Dieser ‹einfache Zentrumstunnel› ist vorerst mittels Richtplaneintrag zu sichern und bedarf zum gegebenen Zeitpunkt einer vertieften Planung». Mit einer solchen Entlastungsinfrastruktur wäre das Entwickeln einer Vision eines verkehrsarmen Zentrums möglich.

Dass die Umsetzung dieser Vision etappenweise erfolgen soll, scheint klar. Der Stadtrat schlägt denn auch vor, zuerst Kurzfristmassnahmen und die Zentrumsplanung auszuarbeiten. In einer zweiten Etappe soll die Zentrumsplanung umgesetzt werden und gleichzeitig eine Langfristplanung (inklusive Prüfung eines Zentrumstunnels) erfolgen, die dann in die Umsetzung der Vision eines verkehrsarmen Zentrums führt.

In einem ersten Schritt wird der Stadtrat die räumliche Gesamtstrategie dem Stadtparlament vorlegen, danach wird die Zentrumsplanung mit dem Richtplan Verkehr an die Hand genommen. «Dies wird der Zeitpunkt sein, um aufgrund belastbarer Verkehrsmodelle über konkrete Lösungsansätze für das Stadtzuger Zentrum zu diskutieren und entscheiden.»