ZUG: Prostituierte arbeiten mitten im Wohnquartier

Still und leise breitet sich im Kanton das Sexgewerbe aus – wie ein aktuelles Beispiel aus Steinhausen zeigt.

Luc Müller
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Prostitution ist im Kanton Zug erlaubt. Es gibt weder eigentliche Etablissements noch einen Strassenstrich, so die Polizei (Symbolbild). (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Prostitution ist im Kanton Zug erlaubt. Es gibt weder eigentliche Etablissements noch einen Strassenstrich, so die Polizei (Symbolbild). (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Diese Woche mitten im Dorfzentrum von Steinhausen. Um die Mittagszeit herrscht in der beschaulichen Nebenstrasse, in der viele Familien leben, reger Verkehr. Doch nicht Stau sorgt für rote Köpfe – sondern drei Damen aus Ungarn, die hier seit Januar ihre Liebesdienste anbieten. Was in der unscheinbaren Liegenschaft abläuft, ist inzwischen Dorfgespräch.

Ein Augenschein vor Ort. «Du suchen Linda?», fragt eine zierliche Brünette mit osteuropäischem Akzent, die eben aus dem Haus gekommen ist. Sie selber stellt sich als Lisa vor. Ja, hier sei man an der richtigen Adresse. Von aussen deutet nichts darauf hin, dass hier Prostituierte arbeiten. Kein rotes Lämpchen, kein Schild und am Briefkasten ist nur der Name einer Firma zu finden. Lisa legt den Zeigefinger auf die Lippen: «Nicht so laut. Nachbarn nichts wissen.» Die etwa 25-jährige Ungarin hält einen am Arm zurück – aus dem Haus huscht ein Freier, der danach in einem Geländewagen mit Schwyzer Nummernschild davon braust. Lisa bittet nun hinein. Dort steht nur eine mit einem Handtuch bekleidete Dame. Im oberen Stock gehe derweil die blonde Linda gerade ihrer Arbeite nach, wie ihre zwei Kolleginnen erklären. 10 Minuten kosten 100 Franken – so das Angebot von Lisa.

Die Gemeinde toleriert das Treiben: Man wisse vom Gewerbe. Im Dorf gebe es zudem noch zwei weitere einschlägige Adressen, wo Damen ihre Dienste anbieten. «Es ist alles legal. Die Tätigkeit der Frauen ist uns bekannt», erklärt der Steinhauser Gemeindeschreiber Thomas Guntli.