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ZUG: Quantensprung im Zuger Kantonsspital

Einer der modernsten Operationssäle der Schweiz ist seit acht Wochen im Zuger Kantonsspital in Betrieb. Bald will das Spital weiter investieren.
Charly Keiser
Ende Juni wurde der neue 3-D-High-End-Operationssaal in Betrieb genommen – zur Freude der Chefärzte Christoph M. Honegger (rechts) und Michael Zünd. (Bild Werner Schelbert)

Ende Juni wurde der neue 3-D-High-End-Operationssaal in Betrieb genommen – zur Freude der Chefärzte Christoph M. Honegger (rechts) und Michael Zünd. (Bild Werner Schelbert)

Charly Keiser

Diese Investition hat die Arbeit der Ärzte im Zuger Kantonsspital massiv vereinfacht: Ende Juni nahm das Spital einen 3-D-Operationssaal in Betrieb. Gebraucht wird dieser routinemässig durch die Gynäkologie und bei Bedarf auch durch die Chirurgie für grosse laparoskopische Operationen (Operationen durch kleine Öffnungen in der Bauchdecke). Damit verfügt das Spital über den ersten voll digitalen und komplett integrierten 3-D-Saal.

Schärferes Bild

«Die neue Technik ist ein Quantensprung», schwärmt Christoph M. Hon­egger, Chefarzt der Frauenklinik. Michael Zünd, Chefarzt der Chirurgischen Klinik, pflichtet ihm bei. Der Unterschied zwischen den zwei- und dreidimensionalen Bildern sei enorm. «Einen guten Vergleich liefert die Entwicklung der Fernseher. Sah man vor kurzem einen Golfball im Fernseher nicht, ist dieser mit den heutigen Geräten auch im Flug gut auszumachen», veranschaulicht Zünd. Für die tägliche Arbeit der Ärzte bedeutet dies konkret: «Man sieht jetzt beim Operieren die Bewegungen, die zuvor leicht verzögert zu sehen waren. Und die Schärfe und Farben sind um ein Vielfaches besser als mit der alten Technik», so Zünd weiter.

«Eine geniale Sache»

Alle Geräte seien verbunden und steuerbar, erklärt Honegger: «Das ist wirklich eine geniale Sache. Die unglaublich hohe Auflösung erleichtert vor allem das Nähen. Wir können so viel schneller und deutlich präziser nähen.» Michael Zünd ergänzt: «3-D vereinfacht das räumliche Sehen enorm, was besonders dann gebraucht wird, wenn man im Bauch nähen muss.»

Der neue 3-D-Saal sei wie der Film «Avatar» im Kino. Tumoroperationen, Gebärmuttereingriffe und Senkungsoperationen könnten schneller, genauer und präziser durchgeführt werden, erklärt Honegger. So sei neu und dank der 3-D-Technik zum Beispiel eine gleichzeitige Bauch- und Gebärmutterspiegelung möglich.

Kosten: 900 000 Franken

Dieser technische Quantensprung habe aber auch seinen Preis, sagt Christoph M. Honegger. Der neue Saal habe knapp 900 000 Franken gekostet, wobei aber schon etliche Anpassungen gemacht worden seien, damit zwei weitere Säle mit der neuen Technik ausgestattet werden könnten. Deren Aufrüstung, die bereits geplant wird, kostet je etwa 550 000 bis 600 000 Franken.

Das Zuger Kantonsspital wurde erst vor acht Jahren eröffnet, nun werden über 2 Millionen Franken in die Operationssääle investiert. Michael Zünd gibt jedoch zu bedenken, dass die 3-D-Technik beim Bau des Spitals noch gar nicht vorhanden war. «Dank des Zuwartens haben wir genau genommen sogar Geld gespart.» Die Technik sei günstiger und besser geworden.

Grössere Schnitte nötig

Für den Patienten hat die neue Technik jedoch einen Nachteil: Bislang genügte ein Fünf-Millimeter-Schnitt, um die Instrumente in den Körper einführen zu können. «Für die zwei parallelen 3-D-Optiken muss nun ein Zehn-Millimeter-Schnitt gemacht werden», sagt Zünd. Dafür könne der Arzt besser arbeiten. Das Operieren am Monitor sei fürs Auge viel entspannter, erklärt Zünd: «Man muss sich viel weniger konzentrieren, um die Strukturen und Details optimal zu erkennen.»

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