ZUG: Rebells bleiben wohl in der Herti

Nach dem Nein zur Halle verhandelt die Stadt mit der Korporation. Die Streethockeyaner sollen an ihrem heutigen Standort bleiben. Seitens des Klubs begrüsst man dies, stellt aber klare Forderungen.

Samantha Taylor
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Die Rebells haben in der Herti schon einiges erlebt. So holten die Oberwiler etwa im vergangenen Mai den Schweizer-Meister-Titel. (Archivbild / Christoph Borner-Keller)

Die Rebells haben in der Herti schon einiges erlebt. So holten die Oberwiler etwa im vergangenen Mai den Schweizer-Meister-Titel. (Archivbild / Christoph Borner-Keller)

Samantha Taylor

Die Oberwil Rebells werden wohl definitiv in der Herti ihre neue Heimat finden. Das geht aus dem Bericht des Stadtrates hervor, den dieser auf eine Motion der CVP-Fraktion verfasst hat. Die Motionäre forderten in ihrem Vorstoss vom Stadtrat, dass er so rasch wie möglich die Verhandlungen mit der Korporation Zug aufnehme. Dies mit dem Ziel, dass der Streethockeyklub im Raum Herti eine definitive Lösung erhalte. Auslöser für den Vorstoss war das Nein der Stadtzuger im vergangenen Mai zum Baukredit von 6,7 Millionen Franken für eine Streethockeyhalle in Oberwil. Die Rebells trainieren und spielen bereits seit rund sieben Jahren in der Herti, nachdem aufgrund einer Beschwerde auf dem Sportplatz des Schulhauses Oberwil kein Streethockey mehr gespielt werden durfte. Zur Verfügung steht ihnen ein Hartplatz, der sich auf dem Land der Korporation Zug befindet. Diese vermietet im Gebiet Herti Nord fast 40 000 Quadratmeter Land. Darauf befinden sich drei Fussballfelder, das Garderobengebäude, das Bocciodromo sowie die Streethockeyanlage. Der Mietvertrag der Stadt für die sportliche Nutzung läuft bis Ende 2032. Die Nutzung des Streethockeyplatzes wurde ebenfalls befristet erst bis Ende Juni 2014 und dann bis 2019.

Korporationsrat ist dafür

Doch diese Befristung soll nun aufgehoben werden. Der Stadtrat hat die entsprechende Aufhebung der Nutzungsbeschränkung bei der Korporation beantragt, so dass sicher bis 2032 im nördlichen Gebiet der Herti Streethockey gespielt werden könnte. «Aus Sicht des Stadtrats macht es durchaus Sinn, dass die Rebells in der Herti bleiben. Auch weil sich dort die Sportmeile befindet», sagt André Wicki, Vorsteher des Baudepartements.

Auch seitens der Korporation würde man die Nutzung durch die Rebells weiterhin begrüssen. «Der Korporationsrat unterstützt das Anliegen. Für uns würde sich nichts ändern», sagt Korporationspräsident Urban Keiser. Der Mietvertrag mit der Stadt bestehe ohnehin. «Es geht also lediglich darum, dass diese Nutzungsbeschränkung aufgehoben wird», führt Urban Keiser aus. Darüber wird die Korporationsgemeinde an ihrer Versammlung am 20. Juni befinden.

Infrastruktur soll ausgebaut werden

Damit sich die Rebells aber in der Herti auch wirklich zu Hause fühlen, bräuchte es noch einige Anpassungen. Diese hat der Klub dem Stadtrat in einer Projektstudie vorgelegt. Einerseits müsste das Spielfeld angepasst werden. Der Grund: Auf die Saison 2015/16 steht ein Wechsel des Reglements an. Neu wird mit fünf statt wie bisher mit vier Feldspielern gespielt. Damit einher geht ein neues Mindestmass für die Spielfelder von 52 mal 26 Meter. Daneben verlangt der Klub die Errichtung eines Infrastrukturgebäudes mit Garderobe, WC-Anlage, einem Klublokal mit Küche und je einen Technik- und Materialraum. Auch ob diese Anpassungen möglich sind, wird die Korporationsgemeinde im Juni befinden. «Wir sind froh, dass nun Bewegung in der Sache ist», sagt Maurus Schönenberger, Präsident der Oberwil Rebells. Dass die Herti zur definitiven Heimbasis werden solle, damit könne man leben. «Es ist für uns einfach wichtig, dass auch die entsprechenden Anpassungen vorgenommen werden. Vor allem in Bezug auf das Spielfeld», betont Schönenberger weiter.

Sollte die Korporationsgemeinde den Anpassungen Ende Juni zustimmen, wird die Stadt die Nutzungsbedürfnisse weiter prüfen. Das Projekt werde dann weiter vorangetrieben mit dem Ziel, genaue Kosten ins Investitionsprogramm 2016 aufzunehmen. Und schliesslich wird der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug über den Baukredit befinden.