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ZUG: Reformierte Kirche: Eine umstrittene Wahl endet schliesslich mit Applaus

Eine Pfarrwahl sorgte an der Sitzung des reformierten Kirchenparlaments für Spannung. Erst der Stichentscheid des Präsidenten macht den Weg zur Wahl überhaupt frei.
Charly Keiser
Zug: Kirchturm der reformierten Kirche. (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Zug: Kirchturm der reformierten Kirche. (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Bei der Sitzung des Grossen Kirchgemeinderats der Reformieren Kirche vom Montag stand die Wahl von Inge Rother als Pfarrerin für den Bezirk Ägeri auf der Traktandenliste. Normalerweise sind solche Wahlen reine Formsache. Denn die Ausmarchung erfolgt in den Bezirken. So evaluiert und nominiert eine Pfarrwahlkommission des Bezirks den Pfarrkandidaten zu Handen der Bezirksversammlung. Die Versammlung nominiert dann in einer Wahl den Kandidaten, der dann durch das kantonale Parlament gewählt wird.

Doch im Fall Rother war alles anders. Denn die Geschäftsprüfungskommission (GPK) stellte den Antrag, auf das Wahlgeschäft nicht einzutreten, wie deren Präsident Andreas Blank ausführte. Dies mit der Begründung, dass Inges Rothers Ehemann, Pfarrer Jürg Rother, zwar während der Sitzung in den Ausstand getreten sei, dies aber erst, nachdem er die Berufung seiner Ehefrau in der Pfarrwahlkommission beantragt und auch begründet habe. Er sei somit zumindest an der Vorbereitung der Vorlage beteiligt gewesen und habe damit nach Einschätzung der Kommission seine Ausstandspflichten missachtet.

Unterschiedliche Interpretation

Jürg Rother sei als Pfarrer von Amtes wegen in der Pfarrwahlkommission gesessen, konterte Jürg Feurer, Vertreter des Bezirks Ägeri. «Und Jürg Rother war nur an den ersten zehn Minuten der ersten Sitzung anwesend. Dies auf Bitte der Pfarrwahlkommission, um seine Meinung darzulegen. «Darauf ist Jürg in den Ausstand getreten, obwohl das Reglement ihn rein rechtlich gesehen gar nicht dazu verpflichtet hätte.»

Der Bezirk Ägeri und Parlamentspräsident Max Gisler stellten sich auf den Standpunkt, dass die Nomination von Inge Rother in Ägeri nach den Vereinsstatuten des Bezirks erfolgt sei. Für die GPK unterstand die Nomination hingegen der Gemeindeordnung, die strengere Ausstandsregeln vorsieht.

Präsident wünscht christliche Beschlüsse

Eine erste Auszählung des Handmehrs zum Eintreten auf das Wahlgeschäft, ergab zwei fehlende Stimmen. Gisler, der dem Parlament zu Beginn «Beschlüsse im christlichen Sinne» gewünscht hatte, liess darum die Abstimmung wiederholen. Diese ergab ein Patt von 21 zu 21 Stimmen. Mit dem Stichentscheid Gislers trat der Rat auf das Geschäft ein.

Inge Rother sei von der Pfarrwahlkommission mit 10 zu 1 Stimmen empfohlen und von der Bezirksversammlung mit 74 zu 2 Stimmen und bei einer Enthaltung zur Nachfolgerin von Pfarrerin Martina Müller zu Handen des kantonalen Parlaments nominiert worden, warb darauf Hanspeter Kessler, Präsident der Bezirkskirchenpflege Ägeri. Sie habe während Monaten die kranke Martina Müller ersetzt, habe sich bestens eingelebt und sei im Bezirk äusserst geschätzt.

Deutliche Wahl

Die Spannung vor der geheimen Wahl war gross, die Wahlettel verteilt und wieder eingesammelt. Parlamentspräsident Gisler verkündete das Resultat. 24 Parlamentarier wählten Inge Rother, 11 sprachen sich gegen ihre Wahl aus und 8 enthielten sich der Stimme.

Als Max Gisler den Blumenstrauss für die Abwesende Inge Rother weiterrechte und ihr für die Wahl gratulierte, applaudierten alle. Auch die elf Mitglieder des Rats, die zuvor ein Nein auf den Wahlzettel geschrieben hatten. Ein christliches Zeichen nach einer spannenden Wahl.

Inge Rother tritt somit ab Anfang Oktober die Nachfolge von Müller an, die ab dann in Pension geht. Sie bekleidet ein 80-Prozent-Pensum.

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

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