ZUG: «Rock the Docks»: Frischer Wind im Hafen

Das Festival «Rock the Docks» feiert Jubiläum. Beschenkt wurde das Spätsommerfestival dazu allerdings mit Pleiten, Pech und Pannen.

Wolf Meyer
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Am Samstagnachmittag gab es am «Rock the Docks» am Zuger Jachthafen gute Unterhaltung für Klein und Gross. (Bild: Werner Schelbert)

Am Samstagnachmittag gab es am «Rock the Docks» am Zuger Jachthafen gute Unterhaltung für Klein und Gross. (Bild: Werner Schelbert)

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

Von Freitag bis Sonntag bespielte das Gratis-Festival «Rock the Docks» das Gelände zwischen «Podium» und dem Siehbachsaal zum zehnten Mal mit Konzerten, einem Skatecontest, einem Kindernachmittag, Visuals und ehrlich verratztem Katerbrunch danach. Für die geistige Mutter des Zuger Open Airs, Eila Bredehöft, war es das letzte «Rock the Docks» als Leiterin des Organisationskomitees. Mit Martin Riesen als Nachfolger weiss sie den mittlerweile zur Institution gewordenen Event aber in guten Händen. «Wäre ich mir nicht sicher, dass das Projekt kompetent fortgeführt wird, hätte ich es nicht abgegeben.» Die Geschäftsleiterin der Galvanik macht zwar Platz für neuen Wind im Team, ihr «kulturelles Baby» liegt ihr aber nach wie vor am Herzen. «Ich wünsche mir sehr, dass das ‹Rock the Docks› in Zug weiterbesteht.»

Ein nettes Dankeschön als Abschied bereitet ihr das Festival leider nicht. Am Freitag setzt der Regen mit dem ersten Konzert ein und lässt erst wieder nach, als alle längst in ihren Betten liegen. Dazu muss auch noch der Headliner für den Samstag kurzfristig absagen. Shantel & Bucovina Club Orkestar stecken in Polen fest und schaffen es nicht rechtzeitig nach Zug. Als Ersatz springt kurz entschlossen die Zuger Band Träumer rund um Etienne Bühler ein. Auch der Skatecontest musste wegen des Regens auf den Sonntag verschoben werden. «Mein geliebtes ‹Rock the Docks› hat sich zum Abschied nochmals so richtig zickig gezeigt. Gleichzeitig merke ich aber auch, wie viel Unterstützung von allen Seiten da ist», lässt Bredehöft die Tage Revue passieren. «Wenn dann die Zuger trotz strömendem Regen vor der Bühne stehen und den Abend geniessen, dann ist das einfach toll.»

Vor dem finanziellen Aus steht das Festival wegen des schlechten Wetters aber nicht. Denn zum grössten Teil wird es von der öffentlichen Hand finanziert. Diese zeichnete die Arbeit von Bredehöft und ihrem Team dieses Jahr auch mit dem Hauptpreis der Kulturschärpe aus, der mit 7500 Franken dotiert ist.

Schmelztiegel der Zuger Kultur

Für Martin Riesen ist klar: «Ich werde dafür sorgen, dass das ‹Rock the Docks› weiterbestehen kann.» Riesen ist mit seiner Visual-Jockey-Crew «Rec.Design» und anderen Projekten stark in der Zuger Kulturszene verwurzelt und schätzt das «Rock the Docks» auch wegen seines Potenzials als «Melting Point», also Schmelztiegel, für ebendiese. «Bei uns im Backstage begegnen sich Kulturschaffende aus allen Sparten und tauschen sich aus. Das verbindet und schafft neue Ideen», schwärmt Riesen. Den durchaus intensiven und ehrenamtlichen Posten des Leiters des «Rock the Docks» übernimmt er, weil er sich für die Zuger Kulturszene weiter engagieren möchte. «Oft hört man, in Zug sei nichts los. Das ist aber einfach nicht wahr. Man muss nur hinschauen – und sich einbringen.» Der Zuger «Kultur­kuchen» sei wirklich sehr aktiv und begeistere auch immer wieder jüngere Zuger. «Dazu möchte ich meinen Teil beitragen.»