ZUG: Rockmusik lebt – für einen Abend

Coverbands unterhalten die Zuschauer mit grossen Songs aus der Musikgeschichte. Dies ist die Idee von «Top of Cover». Einige Innerschweizer Bands zeigen an diesem Anlass, dass guter Rock noch immer funktioniert.

Haymo Empl
Drucken
Teilen
Die Band Bigger Trigger rockte das Publikum in der Chollerhalle. (Bild: Jakob Ineichen (Zug, 3. März 2017))

Die Band Bigger Trigger rockte das Publikum in der Chollerhalle. (Bild: Jakob Ineichen (Zug, 3. März 2017))

Haymo Empl

redaktion@zugerzeitung.ch

Das musikalische Gefäss «Top of Cover» fand am Freitag bereits zum fünften Mal in der Chollerhalle Zug statt. Die Idee: Drei Coverbands spielen sich durch die Rockmusikgeschichte. Diese simple Idee lässt viel Freiraum; gerade der Begriff «Coverband» ist ein sehr dehnbarer. Er kann für eine drittklassige Hochzeits­combo verwendet werden, genau so aber für herausragende Musiker, die bestehende Kompositionen, welche Musikgeschichte geschrieben haben, neu und vielleicht sogar besser interpretieren. Am Freitag wurde auf Letzteres gesetzt, denn alle drei Bands spielten weit über dem Durchschnittsniveau einer Coverband.

Kurz nach 20.30 Uhr trat die erste Gruppe auf. Es handelte sich um die Innerschweizer Bigger Trigger. Gemäss eigener Definition spielen die sechs Männer «Southern Rock». Also eine Musikrichtung, die aus einem Amerika kommt, welches vielleicht irgendwann mal cool war. Be­ziehungsweise «hot». Es gab ja tatsächlich mal eine kurze Phase, in der das so war – in den 1970er- Jahren –, und aus dieser Dekade bedienten sich Bigger Trigger musikalisch. Sie machten das gut, solide und souverän. Frontmann Kili Fleischli lag stimmlich nie daneben, seine rauchige Stimme passte bestens zu den Arrangements, und überhaupt merkte man die Professionalität und die langjährige Bühnenerfahrung der Band sofort an. Dennoch sprang der Funke nicht gleich über, das Publikum brauchte eine gute Viertelstunde, bis es sich auf die Band einliess. Apropos Publikum: Der Sänger stellte fest, dass der Applaus eher einer Theater­audienz gleiche und weniger dem eines Rockkonzertes. Das wiederum warf die Frage auf, wer denn eigentlich im Jahr 2017 noch an ein Rockkonzert geht. Nun – irgendwie alle. Da waren welche mit einem AC/DC-T-Shirt oder Typus «interessierte Businessfrau». Da und dort Mid-Twens und Freitag-Taschen-Träger gab es auch welche – und zwei Headbanger. Allerdings konnte man den einen wegen nachlassender Haarpracht ausschliessen.

Nach dem ersten Set von gut einer Stunde Dauer mit Bigger Trigger folgte eine Umbaupause. Dadurch hatte die zweite Band, die Zuger Gruppe 7tcover, ebenfalls wieder zuerst die Aufgabe, einen Spannungsbogen aufzubauen und eine Connection zum Publikum herzustellen. Dies gelang schnell. Seit beinahe 30 Jahren ist 7tcover in wechselnder Besetzung ein fester Bestandteil der Szene. Das Repertoire war breit mit Fokus auf 1970er-Jahre-Rock. Frontmann Roger Z. erinnerte mit seiner Stimme ein bisschen an den neuen Leadsänger der schottischen Band Nazareth, Carl Sentance. Weniger die Stimmfarbe an sich, eher die Gesangstechnik und das Timbre. 7tcover orientierte sich bei der Titelauswahl an anspruchsvollen Nummern. Mindestens vier Titel erwiesen Grössen der ersten Hardrock-Generation die Reverenz.

Rockmusik auf hohem Niveau

Danach folgten zu späterer Stunde schliesslich Pink Willy. Diese Coverband ist ebenfalls eine feste Grösse in der Innerschweiz und mittlerweile darüber hinaus. Jede der drei Bands brachte ihre eigenen Fans mit, alle drei agierten auf hohem Niveau und bedienten innerhalb der Rockmusik die verschiedenen Subgenres.