ZUG: Rütihof-Unfälle: Experte fordert Massnahmen

Ist das Autobahnkreuz Rütihof ein neuer Hotspot? Nein, sagt die Polizei. Die Zahlen weisen auf anderes hin. Ein Verkehrspsychologe mahnt.

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Unfall im Morgenverkehr: Der Lenker knallte ins Heck dieses Autos. Schuld war Unaufmerksamkeit. (Bild: Zuger Polizei)

Unfall im Morgenverkehr: Der Lenker knallte ins Heck dieses Autos. Schuld war Unaufmerksamkeit. (Bild: Zuger Polizei)

Am Mittwoch und Donnerstag hat es auf der Autobahn bei Rotkreuz gleich zweimal gekracht. Schuld daran war zweimal Unaufmerksamkeit, schreibt die Polizei. Eine zusätzliche Signalisation, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erhöhen, ist laut Polizeisprecher Marcel Schlatter an dieser Stelle nicht vorgesehen.

Auch Esther Widmer, Kommunikationsbeauftragte des Bundesamts für Strassen (Astra), ist sich sicher, dass die Verzweigung Rütihof kein Unfallschwerpunkt sei. Sie räumt immerhin ein, dass rund 60'000 Fahrzeuge täglich im Schnitt an der Verzweigung passieren. «Und gemäss Verkehrsmanagementzentrale Emmen gibt es dort temporäre Verkehrsüberlastungen während den Hauptverkehrszeiten – aber nicht täglich.»

Dabei ist «Rütihof» längst ein Dauerbrenner im Radio. Wie Viasuisse – die nationale Kompetenzzentrale für Verkehrsinformationen – nachweist, ist die Verzweigung im letzten Jahr 85 Mal im Radio wegen Verkehrsproblemen erwähnt worden, 2014 bereits 19 Mal: Wegen Stau, Verkehrsüberlastung, stockendem Verkehr, Unfällen.

Keinerlei Massnahmen werden ergriffen, um die Unfallzahlen, den stockenden Verkehr und Verkehrsüberlastungen an der Verzweigung Rütihof zu reduzieren. Aus Sicht von Verkehrspsychologe, Andreas Widmer, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Verkehrspsychologie, unverständlich. Der kritische Ort sollte unbedingt beobachtet und analysiert werden, sagt er.

wh/kuy/rem