ZUG: Ruhestätte erhält den Segen Gottes

Die Urnenwand auf dem Friedhof St. Michael erhielt rund 30 Jahre nach dem Bau ein neues Gesicht – vom gleichen Künstler wie damals.

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Der reformierte Pfarrer Andreas Haas (links) und sein katholischer Kollege Urs Steiner segnen die neugestaltete Wand ein. (Bild Stefan Kaiser)

Der reformierte Pfarrer Andreas Haas (links) und sein katholischer Kollege Urs Steiner segnen die neugestaltete Wand ein. (Bild Stefan Kaiser)

Vanessa Holenstein

Urs Steiner, katholischer Pfarrer vom Pfarramt Gut Hirt, und Andreas Haas, reformierter Pfarrer Zug West, haben gestern die neu gestaltete Urnenwand auf dem Friedhof St. Michael gesegnet. Die Anlage aus dem Jahr 1984 war in den vergangenen Monaten den Bedürfnissen der heutigen Zeit angepasst worden. Friedhofverwalter Thomas Rogg begründet die Erneuerung: «Die Friedhofkommission sprach sich für eine Annäherung an die Urnennischenwände aus dem Jahr 2005 aus. Diese weisen ein Sims auf, was sehr beliebt ist.» Nun habe man dieses Modell auf die Urnenwand adaptiert.

Zuger Bildhauer erneuert sein Werk

Bevor die erneuerte Ruhestätte gestern den Segen Gottes erhielt, wurde in der Kirche ein Gebet gesprochen. Neben den beiden Pfarrern waren noch der Friedhofverwalter Thomas Rogg, zwei Friedhofmitarbeiter und der Bildhauer der neuen Urnenwand anwesend. Eine Segnung sei wichtig, sagt Steiner. Denn: «Sie ist eine Heilzusage Gottes. Nach der Segnung wird die Urnenwand unter den Schutz Gottes gestellt.»

Schon das Bauwerk von 1984 wurde vom Zuger Bildhauer Albert Steiger entworfen. Nun, 31 Jahre später, war er erneut für dessen Gestaltung zuständig. Die aus grossen Sandsteinplatten bestehende Urnenwand wurde von Beschriftungstafeln aus Glas abgelöst und erhält dadurch einen modernen Anstrich. Zusätzlich hat der Bildhauer an jede Urnennische einen Sims angebracht, damit auch für Blumenschmuck Platz ist.

Da die Nischen für die Umbauarbeiten alle leer sein mussten, konnte mit dem Umbau erst begonnen werden, nachdem die Grabruhezeit von mindestens zehn Jahren bei allen erreicht worden war. Diese Urnen wurden alsdann in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt und neue nehmen künftig den Platz in der Wand ein.

Weiterer Umbau geplant

Nicht immer betrug die Grabruhezeit 10 Jahre. Sie wurde von 20 Jahren nun auf 10 gekürzt. Grund: Fehlender Platz auf dem Friedhof. Trotz des neuen Turnus’ kämpft der Friedhof weiter gegen Platzknappheit, wie neuste Zahlen belegen. Gab es im Jahr 2006 noch 40 Urnenbestattungen, waren es 2014 bereits 91.

Der Friedhof St. Michael hat auch noch in einem anderen Bereich ein Kapazitätsproblem: Vor wenigen Tagen bewilligte der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug einen Kredit in der Höhe von 1,15 Millionen Franken. Mit diesem Geld soll unter anderem ein neues Gemeinschaftsgrab erstellt werden. Die Sanierung eines Gräberfeldes soll zudem Platz für künftige Erdbestattungen schaffen. Schon Anfang November soll mit dem Bau des neuen Grabes begonnen werden. Stadtrat und Bauchef André Wicki sagte anlässlich der parlamentarischen Beratung, er rechne mit einer Bauzeit von rund einem halben Jahr.