ZUG: Säumige Gemeinden sollen bestraft werden

Die 600 Asylsuchenden im Kanton Zug sind sehr ungleich auf die elf Gemeinden verteilt. Nun sollen die unkooperativen Gemeinden bestraft werden.

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Bewohner eines Asylheims wurden in Bösch festgenommen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Bewohner eines Asylheims wurden in Bösch festgenommen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Während zwei Gemeinden seit Jahren keinen einzigen Flüchtling mehr beherbergt haben, bieten andere Platz für 100 Personen. Wie die Gemeinden konkret bestraft werden sollen, ist noch unklar. Eine Möglichkeit wäre, gewisse Mehrkosten, die durch die Unterbringung der Asylbewerber entstehen, von den kooperativen Gemeinden auf die säumigen Orte abzuwälzen. Die Regierung wird mögliche Sanktionen nun prüfen und dem Kantonsrat vorlegen.

Gemeinden ohne günstige Unterkünfte

Die ungleiche Verteilung besteht seit langem. Die Gemeinden Walchwil und Neuheim haben seit Jahren keinen Asylbewerber mehr aufgenommen und begründen dies beide damit, dass günstige Unterkünfte fehlen würden. In Unterägeri, das gemäss Verteilschlüssel nur gegen 50 Asylsuchende aufnehmen müsste, leben hingegen knapp 100.

Auslöser dieser Debatte waren eine SVP- und eine CVP-Motion, die beide eine Lösung für das Ungleichgewicht verlangten. Die Vorstösse wurden aber am Donnerstag vom Zuger Kantonsrat beide als nicht erheblich erklärt, weil die Regierung von sich aus bereit war, im Umgang mit den Gemeinden eine härtere Gangart einzuschlagen. Bisher versuchte sie es ausschliesslich mit Gesprächen.

sda