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Zug: Das üble Kraut ist an der Wurzel zu packen

Auch der Kanton Zug kämpft jetzt intensiv gegen das Erdmandelgras. Dessen Gefahr lauert im Boden und ist ziemlich resistent.
Marco Morosoli

Die Verwaltungssprache ist nüchtern. Wenn der Staat dieses selbst gewählte sprachliche Korsett über Bord wirft, ist wirklich Gefahr im Verzug. So schreibt das Landwirtschaftsamt des Kantons Zug (LBBZ) am 27. August 2019 in einer Verfügung: «Wer auf seinem Grundstück Erdmandelgras feststellt, hat dieses unverzüglich zu bekämpfen.» Zusätzlich muss er den Fund dem kantonalen Pflanzenschutzdienst anzeigen. Diese Meldungen laufen bei Raymond Gmünder zusammen. Er ist Prorektor des Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum in der Schluecht in Cham.

Dass der unmissverständliche Warnhinweis des Kantons seine Berechtigung hat, zeigte sich in der vergangenen Woche. Raymond Gmünder begutachtete nach einer Meldung ein Feld in der Lorzenebene. «Mit diesem Befund haben nun vier Zuger Bauernbetriebe die Existenz von Erdmandelgras gemeldet.» Namen wie Ambrosie, Goldruten und Staudenknöterich sind inzwischen sprachliches Allgemeingut. Das Erdmandelgras fehlt in dieser Kategorie noch. Es handelt sich bei all den oben genannten Unkräutern um Grünzeug, das nicht in unsere Breiten gehört.

Im Boden lauert beim Erdmandelgras die Gefahr

Das Erdmandelgras gehört zur Familie der Sauergräser. Sein Stängel kann bis zu 70 Zentimeter lang werden. Die Blütenstände sind gelblich oder bräunlich und ähneln einer Weizengarbe. Die eigentliche Gefahr dieses Unkrauts geht jedoch von den Mandelknöllchen aus, welche die Pflanze im Erdreich bildet. Mag der sichtbare Teil beim ersten Frost absterben, erweisen sich die Mandeln als sehr widerstandsfähig. Aus diesen Überbleibseln bilden sich im kommenden Jahr bei warmen Temperaturen wieder junge Triebe. Diese wiederum bilden neue Knollen. Eine einzige Pflanze kann mehrere Hundert solcher Knöllchen heranbilden. Der Rest ist ganz einfache Mathematik. Die Mandeln des üblen Grases sind bis zu sechs Jahre keimfähig. Ausreissen alleine ist noch nicht die Lösung. Eine wirksame chemische Keule existiert auch noch nicht. Für Raymond Gmünder ist die effektivste Methode zur Bekämpfung des Erdmandelgrases «eine Kombination von Massnahmen». Bei kleinflächigem Befall könne Erdreich bis auf 50 Zentimeter abgetragen werden. Dieser Aushub gehöre dann auf eine spezielle Deponie. Die Situation des Augenscheins in der Lorzenebene beschreibt Raymond Gmünder knapp aber klar: «Es hat schlimm ausgesehen.» Ohne konkret zu werden, sagt der Fachmann: «Diese Fläche wird den Landeigentümer wohl noch zehn Jahre beschäftigen.»

Vorbeugen ist effizienter als die beste Kur

Da die Bekämpfung des Erdmandelgrases mühsam ist und einen langen Atem braucht, ist Vorbeugen der Schlüssel, der Erfolg verspricht. In einer zunehmend auf Maschinen setzende Landwirtschaft müssten, so Gmünder, alle Beteiligten bei der Sache sein. Mähdrescher und dergleichen Hilfsgeräte seien noch auf einem mit Erdmandelgras verseuchten Feld fachmännisch zu reinigen. Vielleicht gehören bald auch Hochdruckreiniger zur Standardausrüstung solcher Erntehelfer. Auch das Schuhwerk muss gereinigt werden. Mit Erdreich aus einem von Erdmandeln verseuchten Gebiet verschmutzte Wege und Strassen, sind zu säubern.

Der Aufruf des Kantons richtet sich an alle. Sie sollen mit offenen Augen herumlaufen, denn das Erdmandelgras kann ebenso in Privatgärten, öffentlichen Grünflächen, Wald-, Naturschutzgebieten und Gewässern und ihren Uferbereichen auftreten. Der Zuger Experte Raymond Gmünder sagt bestimmt: «Das Erdmangelgras ist ein gemeingefährlicher Schädling.» Alle seien gehalten, ihren Beitrag zur Bekämpfung zu leisten.

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