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ZUG: Scharmützel zwischen Fangruppen

Vor und nach dem Spiel des EV Zug gegen Genève-Servette kam es am Samstag zu Ausschreitungen. Eine Gastronomin spricht von wüsten Szenen. Die Polizei war über ein grösseres Zuschaueraufkommen aus der Westschweiz im Bild.
Am Samstag hatten Krawallbrüder das "Feldhöfli" heimgesucht. (Bild: Stefan Kaiser)

Am Samstag hatten Krawallbrüder das "Feldhöfli" heimgesucht. (Bild: Stefan Kaiser)

Der EV Zug feierte am vergangenen Samstagabend den achten Heimsieg in Serie – mit einem 3:0 gegen Genève-Servette. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung in der Bossard-Arena. Weniger schön ging es vor dem Match auf der Strasse zu und her. Wie unsere Zeitung erfahren hat, kam es zu Scharmützeln zwischen Genfer und Zuger Fans.

Vor dem «Feldhöfli» an der Feldstrasse ereignete sich eine Schlägerei, wie die Wirtin Doris Aegerter bestätigt. In der Quartierbeiz, die sich zehn Gehminuten von der Bossard-Arena entfernt befindet, trifft sich vor den Heimspielen jeweils eine Gruppe EVZ-Fans zum Pasta-Plausch. So auch vergangenen Samstag. «Die Stimmung war sehr friedlich, wie immer», berichtet Doris Aegerter. Kurz nach 19 Uhr hätten sich ihre Gäste auf den Weg gemacht in Richtung Stadion. Eine Gruppe von Genf-Fans, darunter zwei Maskierte, sei den Zugern draussen entgegengetreten und habe sie provoziert. «Das waren wüste Szenen, es ging drunter und drüber», berichtet Aegerter, die das Geschehen aus ihrem Café beobachtet hat. «Die Genfer Fans haben vor meinem Lokal Stühle umgestossen, einige Gläser und Aschenbecher gingen kaputt. Das Ganze dauerte etwa zehn Minuten», schildert die Wirtin.

Involviert seien etwa 15 bis 20 Leute gewesen. «Einige der Zuger Fans waren schon weg, als es passierte.» Sie habe einen EVZ-Fan versorgt, der eine Prellung abbekommen und dessen Nase geblutet habe, erzählt Aegerter weiter. «Von weiteren, gravierenden Verletzungen weiss ich nichts.» Nach den Ausschreitungen seien die Fans Richtung Arena gegangen.
Die Gastronomin, die seit rund einem Jahr im «Feldhöfli» wirtet, bedauert den Vorfall. «So etwas habe ich hier noch nie erlebt.» Sie vermutet, dass die Aktion der Genfer Fans geplant war. Ihre Gäste hätten davon nichts gewusst. «Sie waren sehr überrascht, auch eine gewisse Anspannung im Vorfeld war nicht zu spüren.» Doris Aegerter hofft, dass es das erste und das letzte Mal war, dass sich bei ihrem Lokal ein solch unschöner Vorfall ereignet. «Die jungen EVZ-Fans, die sich jeweils hier treffen, haben sich sogar bei mir entschuldigt. Mein Lokal ist ein friedlicher Treffpunkt für Jung und Alt. Ich möchte nicht, dass so etwas noch einmal passiert.»

Ständiger Austausch mit der Polizei

Wie äussert man sich beim EVZ zu den Vorkommnissen? Marisa Hürlimann von der Medienstelle sagt, dass es im Verantwortungsbereich des EVZ, im und direkt um das Stadion, am Samstag zu keinen Ausschreitungen gekommen sei. Zu allfälligen Vorkommnissen ausserhalb dieses Bereichs könne der Verein keine Stellung nehmen. «Die Sicherheitsverantwortlichen des EVZ hatten im Vorfeld Kenntnis davon, dass aufgrund eines Jubiläums mehr Genfer Fans als üblich nach Zug kommen. Aufgrund dessen haben wir unser Sicherheitsdispositiv dementsprechend angepasst», gibt Hürlimann weiter Auskunft. «Aus taktischen Gründen» könne man dazu keine näheren Angaben machen. Grundsätzlich stehe man in ständigem Austausch mit der Zuger Polizei, was die Spiele des EVZ betreffe.

Dies bestätigt der Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, Frank Kleiner. So verfüge die Zuger Polizei über einen dauerhaften Einsatzbefehl bei Heimspielen des EVZ. «Am Samstagabend wurde eine grössere Anzahl Fans von Genf Servette erwartet, darunter mehrere Personen mit Stadionverbot. Aus diesen Gründen war die Zuger Polizei aus dem ordentlichen Dienst von Beginn an im Stadtgebiet präsent», bestätigt Kleiner. Das Spiel sei aber nicht als Risikospiel eingestuft gewesen. Der Mediensprecher erklärt weiter: «Durch den kurzen und gezielten Einsatz der Zuger Polizei ist es auch gelungen, einzelne Auseinandersetzungen zwischen den beiden rivalisierenden Fangruppierungen rasch zu unterbinden.»

Angesprochen auf die Vorkommnisse an der Feldstrasse sagt Kleiner, dass es vor dem Spiel «zu kleineren Scharmützeln» zwischen den Fans gekommen sei. Er betont, dass die Provokationen gegenseitig, also aus beiden Fanlagern gekommen seien. «Die Zuger Polizei ist rasch eingeschritten und konnte diese Pöbeleien dadurch beenden. Die Genfer Fans wurden anschliessend ohne weitere Zwischenfälle zum Stadion begleitet. Nach dem Spiel suchten die beiden Fangruppierungen nochmals die direkte Konfrontation untereinander, was die Polizei aber verhindern konnte», so Frank Kleiner. Es sei weder zu Personen- noch zu Sachschäden gekommen. Ein Genfer Fan habe sich verletzt, nach eigenen Aussagen sei er gestolpert. «Bis jetzt sind bei der Zuger Polizei keine Anzeigen eingegangen», sagt Kleiner.

Rahel Hug und Andrea Muff

redaktion@zugerzeitung.ch

Am Samstag haben sich ein paar EVZ-Fans zum "Pasta-Plausch" im "Feldhöfli" getroffen. Danach kam es zu Ausschreitungen. (Bild: Stefan Kaiser)

Am Samstag haben sich ein paar EVZ-Fans zum "Pasta-Plausch" im "Feldhöfli" getroffen. Danach kam es zu Ausschreitungen. (Bild: Stefan Kaiser)

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