Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

ZUG: Schnelles Geschäft in günstigen Räumen

Wo vor kurzem noch ein Brillengeschäft war, werden jetzt Uhren verkauft. Doch dies nicht allzu lange, denn der Shop ist nur temporär. Zumindest an diesem Ort.
Roland Bunkus alias Mr. Da-nos (links) und Sacha Baer posieren mit ihren momentanen Lieblingsuhren vor dem ersten Pop-up-Shop Zugs. (Bild: PD)

Roland Bunkus alias Mr. Da-nos (links) und Sacha Baer posieren mit ihren momentanen Lieblingsuhren vor dem ersten Pop-up-Shop Zugs. (Bild: PD)

Charly Keiser

G-Shock heisst eine Uhr von Casio, die ähnlich wie die Swatch eine grosse Fangemeinde besitzt. Ein Blick in den aktuellen Katalog und die Historie zeigt, dass auch die Japaner viele und farbige Modelle im Sortiment haben. Und auch die Preisgestaltung scheint ähnlich zu sein. Waren es nämlich früher vor allem günstige Uhren, die von den Fans jeweils reihenweise gekauft wurden, bieten nun beide Firmen auch Zeitmesser der gehobenen Preisklasse an.

Doch damit scheinen die Parallelen vorbei. G-Shock sind Uhren für ein junges Publikum, wie ein Augenschein im neuen Laden im Metalli zeigt. Sind es doch vor allem Junge, die ob des neuen Uhrengeschäfts in Zug «völlig aus dem Häuschen» sind. Die Uhren sprechen Sportler und Outdoor-Enthusiasten, Künstler und deren Fans an. So gehören zu den so genannten Botschaftern oder «Friends» Leute wie: Chris Böhm, Nina Burri, Stephan Meier oder international Eminem oder Fussballstar Neymar. Die Uhren sind gross und wuchtig, die Interessenten darum im Jahrgang nach oben eher limitiert.

Fulminanter Werbespot

Doch zuerst ein Blick zurück: Ein Eishockeyspieler nimmt Anlauf und haut voll auf die Uhr, die auf der Eisfläche liegt. Diese fliegt ob des Slapshots in Richtung Tor, der Keeper lässt die schwarze Plastikuhr in seinem Fanghandschuh verschwinden. Die Werbung für die Casio DW-5200 G-Shock geht auf das Jahr 1988 zurück. Die Japaner begannen fünf Jahre zuvor mit der Produktion von Herrenuhren, die besonders robust sein sollten, und mit dem Werbefilm begann deren Erfolgsgeschichte.

In der Schweiz werden die G-Shocks bei Grossverteilern und per Webshop verkauft, was den Grossandrang für das Ladenlokal im Metalli erklärt. Marketingchef Sacha Baer erklärt, wieso ihre Firma nun doch in einem eigenen Lokal die Uhren anbietet. «Wir sind hier nur für eine Zwischennutzung mit einem so genannten ‹Pop-up-Store› vertreten», erklärt er. Mieter der Fläche sei die Firma Eyezone Optik AG, die keinen passenden Nachmieter gefunden habe und sich auf das Geschäft via Internet konzentriere. «Deren Mietvertrag läuft noch bis im September. Bis dann haben wir hier unseren Pop-up-Store. Das Ziel von G-Shock ist es, in allen europäischen Ländern temporär solch kleine Läden zu betreiben. Es werden Ausstellungs- und Dekomöbel ausgeliehen.»

Wenn der Umsatz stimme, könnten sie sich gut vorstellen, anderswo in Zug den nächsten Pop-up-Store zur realisieren, sagt Baer. «Das Konzept passt zu Zug, das bekanntlich eine sehr innovative und moderne Stadt ist.»

Mit dem ersten Pop-up-Store im Metalli gibt es nun auch in Zug, was bislang erst in Grossstädten wie Zürich, Bern, Berlin und London bekannt war. Diese Kurzzeitgeschäfte werden von jungen Marken oder Jungunternehmern oftmals als Einstieg ins Geschäftsleben gebraucht, wie ein Blick in die Geschichte zeigt. In Zug werden Leerräume meist mit Kunstprojekten zwischengenutzt, wie das Beispiel «Chez Nussbaumer» an der Gotthardstrasse gut illustriert, das im Herbst 2014 während rund sechs Wochen für grosse Beachtung sorgte.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Aus der Kulturbeiz Aige an der Grabenstrasse 6, die von der Stadt Zug ebenfalls als zwischen Zwischennutzung vermietet wurde, ist ein Bistro der Zuwebe geworden. Die Institution für Menschen mit Behinderung – wie zuvor «Aige» – profitiert davon, dass die Stadt nicht wie geplant eigene Büros im Haus einrichten wollte. Auch stand oder steht der Verkauf der Liegenschaft noch immer im Raum.

Eine Nachfrage bei Mietern und Vermietern zeigt: Es gibt immer mal wieder Ladenräume, die einige Wochen oder gar Monate leer stehen. Dies darum, weil diese Mietverträge meist längerfristig abgeschlossen werden. Findet der Mieter keinen Nachfolger, steht das Lokal halt einfach eine gewisse Zeit leer.

Statt für die Fläche zu zahlen und nichts zu verkaufen, bietet sich da eine Zwischennutzung an. Der Zwischenmieter profitiert von einem sehr günstigen Mietzins, dem Altmieter spült es ein paar Franken in die Kasse.

Ob mit der neudeutschen Bezeichnung «Pop-up-Store» eher ein Zwischenmieter zu finden ist, oder ob in Zug weiter eher Kunst die leeren Räume füllt, wird die Zukunft zeigen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.