ZUG: Schon der Aufbau ist hier ein wahres Kunststück

Der Circus Knie gastiert auf dem Stierenmarktareal. Wir waren dabei, als gestern die Zeltstadt innert Stunden entstand.

Martin Mühlebach
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Die Unterkunft der Elefanten wird vorbereitet. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Unterkunft der Elefanten wird vorbereitet. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Innert weniger Stunden ist am Montag auf dem Stierenmarktareal eine Zeltstadt aufgebaut worden. Denn der Schweizer Nationalzirkus gibt am Dienstag und Mittwoch sein alljährliches Gastspiel in der Stadt. Trotz der Aufbauhektik gehen die Tiere nicht vergessen: Hier füttert El Adam Hassan die Kamele. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
18 Bilder
Elefanten werden im provisorisch aufgebauten Zelt verköstigt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der Cirkus gastiert auf dem Stierenmarktareal. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Harte Arbeit für ein kurzes Gastspiel: Arbeiter legen die riesigen Zeltplanen aus. (Bild: Martin Mühlebach / Neue ZZ)
Montagmorgen früh, der Zeltaufbau beginnt. (Bild: Martin Mühlebach / Neue ZZ)
Chanel Marie Knie, die jüngste Vertreterin der achten Generation, debütiert in diesem Jahr mit der traditionsreichen Nummer «Gross und Klein». (Bild: PD)
Treten die «Feather Girls» der China National Acrobatic Troupe auf, flirren und surren die Doppelhohlkegel in rasanter Geschwindigkeit durch die Lüfte. Die chinesischen Artistinnen gewannen im vergangenen Jahr den Goldenen Clown am 37. Internationalen Circus-Festival von Monte-Carlo. (Bild: PD)
Das neue, farbenprächtige Programm steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Mottos «David Larible - der Clown der Clowns». Der Italiener David Larible repräsentiert mit seiner charakteristischen roten Nase, der weiten Kleidung, seiner unnachahmlichen Art und der ausdrucksstarken Manegenpräsenz den klassischen Zirkusclown. Weltweit wird er deshalb mehrfach ausgezeichnet. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Die Familie Franco Knie jun. präsentiert eine Nummer mit den drei Elefantendamen Delhi, Ceylon und MaPalaj. Die Darbietung zeigt die enge Beziehung, das Vertrauen und den gegenseitigen Respekt zwischen Chris Rui, Linna und Franco Knie jun. und ihren Asiatischen Elefanten. (Bild: PD)
Géraldine Katharina Knie fasziniert mit ihrer schwarz-weissen Freiheitsdressur - einem Ensemble von Zebras, Vollblutaraber- und Friesenhengsten. (Bild: PD)
Selbst bei über 30 Stundenkilometern und in 14 Metern Höhe kennen die beiden jungen Männer keine Furcht: (Bild: PD)
Das kolumbianische Duo Vanegas vollführt seine Salti, Seilsprünge und Artistik mit verbundenen Augen, innerhalb und ausserhalb der drehenden Räder. (Bild: PD)
Ein Männerkörper, wie aus hartem Marmor gemeisselt: Encho Keryazov beeindruckt mit seiner muskulösen Erscheinung und einer perfekt abgestimmten Darbietung aus Kraft und Eleganz. Zur Filmmusik von «Der Mann mit der eisernen Maske» lässt er seine stahlharten Muskeln spielen. (Bild: PD)
Dass Rosi Hochegger ein grosses Herz und Einfühlungsvermögen für Tiere hat, blieb auch der Fachwelt nicht verborgen. Am 38. Internationalen Circus-Festival in Monte-Carlo gewann die Tiertrainerin zu Beginn dieses Jahres mit ihren tanzenden Hunden  den Silbernen Clown sowie vier Sonderpreise. (Bild: PD)
Kaum zu glauben, dass die zierliche, immer strahlende Shirley Larible einen harten Männerjob macht. (Bild: PD)
Die Strapaten - grobe Gurten, die sich um ihre feinen Gelenke wickeln - sind eigentlich eher für kräftige Männerarme bestimmt. Das Zirkuskind in achter Generation hat das Show-Talent ganz klar von ihrem weltberühmten Vater David Larible und ihrer Mutter, der mexikanischen Trapezkünstlerin America Olvera Jimenez, geerbt. (Bild: PD)
Fredy Knie zeigt ein Dressurshow mit vier Pferden. (Bild: PD)
Sie ist ein seltenes - und deshalb ein umso freudiger erwartetes - Ereignis: Die Präsentation der Nummer «Gross und Klein». (Bild: PD)

Innert weniger Stunden ist am Montag auf dem Stierenmarktareal eine Zeltstadt aufgebaut worden. Denn der Schweizer Nationalzirkus gibt am Dienstag und Mittwoch sein alljährliches Gastspiel in der Stadt. Trotz der Aufbauhektik gehen die Tiere nicht vergessen: Hier füttert El Adam Hassan die Kamele. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Montagmorgen, 8 Uhr: Auf dem Stierenmarktareal in Zug herrscht ein emsiges Treiben. Rund 100 Mitarbeiter des Schweizer Nationalzirkus – mit Leuchtwesten, Helmen und Sicherheitsschuhen ausgerüstet – sind seit zwei Stunden im Begriff, eine imposante Zeltstadt aufzubauen. Unter den bereits vor zwei Tagen erstellten Masten des gewaltigen Zeltes werden Erde und Sägemehl angeliefert und als Untergrund der Manege auf dem Boden verteilt. Peter Küchler, der Medienverantwortliche des Circus Knie, erklärt: «Ausgehend von der Mitte der Manege ist genau festgelegt, wo die verschiedenen Elemente des zum Bau des Zeltes benötigten Materials zu stehen kommen.» Es wird schnell ersichtlich, dass ein eingespieltes Team am Werk ist. Jeder Handgriff sitzt. Mehr als insgesamt zwölf Kilometer drei- und fünfpolige Elektrokabel sind schon verlegt und ans örtliche Stromnetz angeschlossen, als die Zeltblache rund um die Masten ausgelegt und zusammengebunden wird.

4500 Einzelteile

Der interessierte Zuschauer erkennt bereits, wo die rund 100 Einzelteile des Zeltes, die 4500 Einzelteile für die Bestuhlung, die Eingänge und Treppen zu stehen kommen. «Jedes Teil hat seinen genau vorgeplanten Platz», betont Peter Küchler. Das Zelt und die Manege beginnen Form anzunehmen, als die nun sicher zusammengebundene, etwa 2500 Kilogramm wiegende Zeltblache mittels Seilwinden in die Höhe gehievt wird. Unmittelbar danach wird mit dem Aufbau der Bestuhlung begonnen und das Buffet vollständig ausgebaut, während die Tiere ihre erste Futterration im Zoo geniessen. Nach rund sechs Stunden harter Arbeit steht die Zeltstadt. Den Vorstellungen des Circus Knie von heute und morgen auf dem Stierenmarktareal in Zug steht nichts mehr im Wege.

Mathias Baumann aus Altdorf, der beim Circus Knie seit zwei Jahren als Staplerfahrer beim Auf- und Abbau der Zeltstadt im Einsatz steht, versichert: «Beim Circus Knie wird bei allen Tätigkeiten grossen Wert auf Sicherheit gelegt. Jeder nimmt Rücksicht und passt auf den anderen auf. So zu arbeiten macht immer wieder Spass, obschon damit ein enormer Zeitaufwand verbunden ist.» Die grösste Herausforderung sei allerdings, in jeder Situation die Konzentration hochhalten zu können, schiebt Baumann nach.

Franco Knie junior, der den Aufbau der Zeltstadt aufmerksam verfolgt, ist mit dem Verlauf der diesjährigen Zirkussaison zufrieden. «Unser vielseitiges und abwechslungsreiches Programm mit Clown David Larible als Stargast kommt bei den Besuchern sehr gut an. Das beweisen die vielen positiven Rückmeldungen, die wir laufend erhalten.»

Hinweis

Die Vorstellungen des Circus Knie auf dem Stierenmarktareal in Zug finden heute Dienstag und morgen Mittwoch jeweils um 15 Uhr und um 20 Uhr statt. Vorverkauf unter www.knie.ch, www.ticketcorner.ch und Telefon 0900 800 800.